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Veranstaltungen

Energiewende braucht informierte Journalisten

Wie berichten Medien über erneuerbare Energien und wie gut wissen Redaktionen Bescheid? Zu einer Debatte mit Journalisten aus fünf Kontinenten hatte die DW am Mittwoch, 4. Juli, ins Bonner WCC geladen.

Manuela Kasper-Claridge, Prof. Chuichi Arrakwa, Jeremy Runnals, Nicole Weinhold und Moderator Franz Alt

Windenergie, Neue Energie

Ein Kurzvideo zum multimedialen Reportage-Projekt „Global Ideas", mit dem die DW den Kampf gegen den Klimawandel begleitet, zeigte gleich zu Beginn, was mit Informationen möglich ist. Manuela Kasper-Claridge, Leiterin der Wirtschaftsredaktion, stellte das Projekt im Rahmen der internationalen Windenergie-Konferenz vor und wies auf die Schwierigkeiten bei der Suche nach Geldgebern für das aufwendige Projekt hin.

Zur Gesprächsrunde um Moderator Franz Alt gehörten zudem die DW-Journalisten Nadia Pontes (Brasilianisch-Redaktion) und Kossivi Tiassou aus Togo (Französisch-Redaktion). Außerdem dabei: Professor Chuichi Arrakwa (Universität Tokio), der kanadische Energiejournalist Jeremy Runnals und Nicole Weinhold, Chefredakteurin des Fachmagazins „Neue Energie“.

Klimawandel als Thema in Afrika

Kossivi Tiassou berichtete von fehlenden Kenntnissen in seiner westafrikanischen Heimat. Bis zur Reaktorkatastrophe in Fukushima hätten viele Journalisten in seiner Heimat die Atomkraft als Lösung für Afrikas Energieversorgung gesehen. Erst nach dem GAU sei vielen das Risiko klar geworden. Mit Journalistenfortbildungen vor Ort versucht Kossivi Tiassou über die Möglichkeiten und Chancen der Erneuerbaren Energien aufzuklären. Darüber hinaus hat er zusammen mit westafrikanischen Kollegen ein „grünes Onlineradio“ für die Region aufgebaut, das über Energieversorgung und Klimawandel informiert.

Professor Chuichi Arrakwa wies auf die aufklärende Funktion der Medien nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima hin. Die Medien hätten anschließend viele Informationen zusammengetragen. Zudem hätten sie über alternative Energieversorgung aufgeklärt und damit auch Druck für eine Energiewende in Japan erzeugt.

In diesem Zusammenhang betonte Chefredakteurin Nicole Weinhold die besondere Verantwortung Deutschlands: Das Land sei mit seinem Atomausstieg und der Energiewende ein „Schaufenster für die Welt“. Franz Alt kritisierte, dass in der Medienzunft oft die Devise „Bad news are good news“ gelte. Manuela Kasper-Claridge sagte, ihre Redaktion durchbreche dieses Schema und setze auf positive, erklärende Beiträge mit identitätsstiftenden Protagonisten.

Umweltfragen bei indigenen Brasilianern

Journalisten diskutieren: Nadia Pontes aus Brasilien und Kossivi Tiassou aus Togo

Nadia Pontes, Kossivi Tiassou

Nadia Pontes betonte, Information und Kommunikation sei beim Thema Erneuerbare Energien entscheidend. Sie berichtete von Beispielen, bei denen indigene Brasilianer nicht in den Kommunikationsprozess eingebunden waren und so Wasserkraftprojekte auf Ablehnung gestoßen seien. Übereinstimmend sprachen sich die Redner auf dem Podium und Experten im Publikum dafür aus, dass Journalisten weltweit im Bereich der Erneuerbaren Energien mehr geschult werden müssten, um über die Chancen und Möglichkeiten umweltfreundlicher Energieerzeugung aufzuklären.

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Martina Bertram

T +49.228.429-2055 martina.bertram@dw.com