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Fokus Osteuropa

Energiekorridore im Kaspischen Raum sollen erweitert werden

Auf einem Energie-Gipfeltreffen in Baku haben die Teilnehmer sich für den Ausbau der Transportwege aus dem Kaspischen Raum ausgesprochen. Gemeinsame Projekte sollen zu Europas Energiesicherheit beitragen.

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Öltürme im Kaspischen Meer bei Baku

An einem Energie-Gipfeltreffen in Baku haben Vertreter von 20 Staaten teilgenommen. Dabei wurde eine Abschlusserklärung unterzeichnet, in der die Teilnehmer sich für eine weitere Diversifizierung der Lieferwege von Erdöl und Erdgas aus dem Kaspischen Raum auf die Weltmärkte aussprachen. Insbesondere sollen Projekte unterstützt werden, die den Transport aserbaidschanischen Erdgases auf den europäischen Markt vorsehen. Die Staatschefs von sechs Teilnehmerstaaten – Aserbaidschan, Türkei, Georgien, Ukraine, Litauen und Polen – vereinbarten außerdem, kaspisches Erdöl über ukrainisches Territorium unter Umgehung Russlands nach Europa zu liefern.

Bedeutung der Pipeline Odessa-Brody

In der Abschlusserklärung des Gipfels, die von Aserbaidschan, Bulgarien, Ungarn, Griechenland, Georgien, Italien, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, den USA, der Türkei, der Ukraine, der Schweiz, Estland und der Europäischen Kommission unterzeichnet wurde, wird die Bedeutung der Erdölpipeline Odessa-Brody im System des Euroasiatischen Erdöltransport-Korridors hervorgehoben. Die über ukrainisches Territorium verlaufende Leitung soll den europäischen Markt mit kaspischem Erdöl versorgen.

Ursprünglich war eine Abzweigung der Pipeline Odessa-Brody in Richtung der polnischen Städte Plozk und Gdansk geplant. Allerdings sind die Arbeiten an diesem Projekt nicht abgeschlossen. Die Folge ist, dass derzeit durch die Leitung Odessa-Brody noch in umgekehrter Richtung russisches Erdöl gepumpt wird - gemäß einem Abkommen bis zu neun Millionen Tonnen pro Jahr.

Der Nationale Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine hatte die Regierung des Landes beauftragt, bis zum 1. September den Betrieb der Pipeline so umzustellen, dass zu Testzwecken kaspisches Erdöl wieder in anderer Richtung durch die Leitung gepumpt werden kann. Die ukrainische Regierung ist der Aufforderung jedoch noch nicht nachgekommen.

Energiesicherheit Europas im Blick

Die Teilnehmer des Gipfels begrüßen in ihrer Abschlusserklärung ferner die Initiativen, einen Energie-Transitraum "Kaspisches Meer - Schwarzes Meer - Baltikum" zu schaffen. Betont wird in der Erklärung die positive Erfahrung beim Betrieb der Erdölleitungen Baku-Tiflis-Ceyhan, Baku-Noworossijsk, Baku-Supsa sowie der Erdgasleitungen Baku-Tiflis-Erzurum und Türkei-Griechenland, über die der Weltmarkt erfolgreich versorgt werde.

Schließlich wird in der Erklärung begrüßt, dass derzeit an einem Transportweg für kasachisches Erdöl durch das Kaspische Meer und über aserbaidschanisches Territorium nach Europa gearbeitet werde. Vereinbart wurde, so die Erklärung, die Bemühungen zu koordinieren, um mit gemeinsamen Anstrengungen die Energiesicherheit Europas zu stärken. (mo)

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