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Wirtschaft

Energieagentur mahnt zu raschem Handeln

Subventionen für fossile Brennstoffe abschaffen und die Energie effizienter nutzen. Das fordert die Internationale Energieagentur. Ansonsten sei der Klimawandel unumkehrbar.

Rauchende Schlote (dpa)

Die Internationale Energieagentur IEA hat davor gewarnt, dass der Klimawandel ohne rasches Handeln unumkehrbar sein wird. Der Chefökonom der Behörde, Faith Birol, forderte am Mittwoch (09.11.2011) in London, um dem gegenwärtigen Trend entgegenzuwirken, müssten Regierungen Subventionen für fossile Brennstoffe abschaffen und maßgeblich die Energieeffizienz vorantreiben. Die Energieeffizienz habe sich das zweite Jahr in Folge verschlechtert, erklärte Birol bei der Vorstellung des Jahresberichts.

Wenn sich die derzeitige Entwicklung fortsetze, könne die international vereinbarte Obergrenze für die Erderwärmung von zwei Grad Celsius nicht eingehalten werden, so der Chefökonom. In dem IEA-Bericht wird beim jetzigen Stand der Zusagen von einer Erwärmung um 3,5 Grad ausgegangen. Wird gegen die Zusagen verstoßen, könnte sich die Erdatmosphäre um sechs Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit aufheizen.

Es fehlt an politischem Willen

Dürre in Entwicklungsland (foto: dpa)

Dürre - eine Folge des Klimawandels

Birol äußerte sich skeptisch über den Willen der Regierungen, die notwendigen Opfer zu erbringen, um die Zusagen einzuhalten. Es fehle nicht an der nötigen Technologie, wohl aber an dem politischen Willen, erklärte er. "Wir können uns nicht länger auf unsichere und bezüglich der Umwelt nicht nachhaltige Energienutzung verlassen", sagte die Exekutivdirektorin der Behörde, Maria van der Hoeven. "Die Regierungen müssen stärkere Maßnahmen ergreifen, um Investitionen in effektive und kohlendioxidarme Technologien zu fördern."

Im Jahr 2010 sei der weltweite Ausstoß an Kohlendioxid auf ein Rekordniveau gestiegen. Der Bedarf an Primärenergie werde in den Jahren zwischen 2010 und 2035 um ein Drittel steigen. 90 Prozent des Bedarfs komme aus nicht OECD-Ländern. Allein China werde im Jahr 2035 um 70 Prozent mehr Energie verbrauchen als die Vereinigten Staaten. Der Anteil erneuerbarer Energien werde im selben Zeitraum aber nur von 13 auf 18 Prozent steigen.

Ölpreise bleiben hoch

Symbolbild Erdölförderung (dpa)

Ölpreis wird drastisch steigen

Der Ölpreis bleibt der Prognose der Agentur zufolge hoch und wird in den nächsten Jahren möglicherweise drastisch steigen. Entscheidend für die Entwicklung wird laut IEA-Ausblick sein, wie viele Investitionen in die von politischen Umbrüchen erschütterte Großregion Nordafrika und Nahost fließen werden. "Falls die Investitionssumme zwischen 2011 und 2015 um ein Drittel unter den erforderlichen 100 Milliarden Dollar pro Jahr bleiben sollte, könnte auf die Verbraucher auf kurze Sicht ein Preisanstieg auf 150 Dollar pro Barrel zukommen", heißt es in dem Bericht.

Die IEA berät die großen Ölabnehmerstaaten. Nach ihrer Prognose wird die Öl-Nachfrage in den kommenden Jahrzehnten stetig anziehen und bis 2035 ein Niveau von 99 Millionen Barrel pro Tag erreichen. Ein Barrel entspricht 159 Liter.

Fukushima ändert nichts am Atomstrom-Verbrauch

Das Reaktorunglück im japanischen Fukushima werde sich längerfristig kaum auf die weltweit erzeugte Menge an Atomstrom auswirken, prognostiziert die IEA weiter. In Ländern wie China, Indien, Rusland und Korea werde der Ausbau weiter vorangetrieben. Und so werde auch der Ausstoß an Atomstrom bis 2035 weltweit um 70 Prozent zunehmen.

Der World Energy Outlook 2011 (WEO) trägt die neuesten Daten und politischen Entwicklungen des letzten Jahres zusammen, um daraus belastbare Analysen und Erkenntnise über die globalen Energiemärkte - heute und in den nächsten 25 Jahren - abzuleiten. Der WEO ist die wichtiste Publikation der Internationalen Energieagentur.

Autor: Rolf Wenkel (WEO/IEA, dpa, dapd)

Redaktion: Monika Lohmüller

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