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Fußball

Endspiel um Platz drei

Am 32. Spieltag trifft der Dritte, Mönchengladbach, auf den Vierten, Leverkusen. Es geht um die direkte Champions-League-Qualifikation. Glaubt man der Statistik, ist die Partie allerdings schon fast entschieden.

Am 25. Februar 1989 war Deutschland noch geteilt. In Westdeutschland hieß der Bundeskanzler Helmut Kohl und man bezahlte mit D-Mark. In der DDR wurde langsam der 40. Jahrestag vorbereitet. In der Bundesliga-Tabelle führte der FC Bayern München vor dem 1. FC Köln (!). Clubs wie die Stuttgarter Kickers, Bayer Uerdingen und Waldhof Mannheim waren ebenfalls in der 1. Liga dabei. Bei Borussia Mönchengladbach spielten damals Profis wie Thomas Eichin (heute Sportdirektor bei Werder Bremen), Michael Frontzeck (heute Trainer bei Hannover 96) und Stefan Effenberg (heute Fußballexperte sowie Bundesligamanager und Meistertrainer im Wartestand). Damals gelang Eichin, Frontzeck, Effenberg und Co. zum bislang letzten Mal ein Bundesliga-Heimsieg gegen Bayer 04 Leverkusen, ein 2:0. Seitdem konnten die Gladbacher in 22 Partien nicht mehr gewinnen - 26 Jahre lang, so lange wie gegen keinen anderen Club.

Nun kommt es am 32. Spieltag erneut zum Duell zwischen der Borussia und der Werkself (Anstoß 15:30 Uhr MESZ, ab 15:15 Uhr im DW-Liveticker), diesmal aber unter ganz besonderen Vorzeichen: Mönchengladbach ist mit 60 Punkten Dritter und steht kurz davor, sich zum ersten Mal direkt für die Champions League zu qualifizieren. Ärgster Verfolger in der Tabelle sind die Leverkusener (58 Punkte), die zwar Platz vier und damit die Teilnahme an den Qualifikationsspielen zur Königsklasse schon sicher haben, sich aber ebenfalls lieber direkt qualifizieren würden. Die Aufgabe für Bayer ist allerdings alles andere als leicht: Mönchengladbach hat sich unter Trauner Lucien Favre zu einer Spitzenmannschaft entwickelt. Die Gladbacher sind seit elf Spielen ungeschlagen und haben zuletzt achtmal in Folge zu Hause gewonnen.

Favre: "Engagiert und brandgefährlich"

"Unser Gegner ist eine sehr gute und engagierte Mannschaft", sagte Favre auf der Pressekonferenz vor dem Spiel. "Sie verteidigen sehr hoch und spielen ein sehr gutes Pressing. Leverkusen ist brandgefährlich." Aber: "Wir sind die beste Mannschaft der Rückrunde und wollen unsere Serie fortsetzen. Wir wollen gewinnen. Der Rest ist nur bla, bla, bla."

Favre mit Anweisungen an Tony Jantschke (Foto: Arne Dedert/dpa)

Gladbachs Erfolgscoach Favre glaubt an sein Team: "Wir wollen gewinnen"

Der Schweizer wird dabei wieder vor allem auf seine schnelle Offensivabteilung mit Patrick Herrmann, Max Kruse und Raffael setzen, die sich zuletzt in guter Form präsentierte. Außerdem kann sich der Coach darauf verlassen, dass sein Team immer noch für ein spätes Tor gut ist. In den beiden vergangenen Partien gegen Wolfsburg (1:0) und Hertha (2:1), schossen die Gladbacher das Siegtor erst kurz vor Schluss. Geduld und ergebnisorientiertes Spiel haben sich aber mittlerweile auch die Leverkusener angeeignet, die in der Hinrunde oft zu ungestüm agierten und auf diese Weise viele Punkte liegen ließen. Nun sind sie seit zehn Spielen ungeschlagen und kassierten dabei nur fünf Gegentore.

Kramer: "Keine Brisanz, kein Endspiel"

Christoph Kramer bei Pressekonferenz (Foto: Maja Hitij/dpa)

Noch bei der Borussia, demnächst wieder bei Bayer - Christoph Kramer

Ein besonderes Spiel ist die Partie auch für Weltmeister Christoph Kramer, der noch für Gladbach spielt, aber weil seine Ausleihe im Sommer endet, im Juli zu seinem Stammverein nach Leverkusen zurückkehren wird. Für ihn geht es also ganz persönlich darum, ob er in der kommenden Saison in der Champions League dabei ist oder nicht. Dennoch gibt sich der 24-Jährige entspannt. "Für mich ist in dem Spiel gar nicht so eine krasse Brisanz. Ich sehe dem relativ gelassen entgegen", sagte er. "Beide Teams sind auf Augenhöhe. Wenn wir unsere Heimstärke einbringen, haben wir eine gute Chance, das Spiel zu gewinnen." Als Finale um die direkte Champions-League-Teilnahme wollte Kramer das Duell mit seinem zukünftigen Arbeitgeber aber nicht bezeichnen. "Damit tue ich mich schwer. Aber wenn wir gewinnen, war es eins."

Damit hat Kramer wohl Recht, denn dann hätte sein Noch-Verein Mönchengladbach fünf Punkte Vorsprung bei zwei noch ausstehenden Partien. Am 33. und 34. Spieltag spielen die Gladbacher auswärts bei Werder Bremen und zu Hause gegen den FC Augsburg. Bayer Leverkusen tritt zuerst vor heimischer Kulisse gegen 1899 Hoffenheim an und reist dann zum Saisonfinale nach Frankfurt.

Bayern wieder mit B-Team?

In den weiteren Spielen am Samstagnachmittag messen sich Bayern München und der FC Augsburg, Eintracht Frankfurt und 1899 Hoffenheim, Borussia Dortmund und Hertha BSC sowie Hannover 96 und Werder Bremen (alle 15:30 Uhr). Das "Topspiel" am Samstagabend bestreiten der VfB Stuttgart und der FSV Mainz 05 (18.30 Uhr). Am Sonntag spielt der SC Paderborn gegen den VfL Wolfsburg (15.30 Uhr) sowie der 1. FC Köln gegen Schalke 04 (17.30 Uhr).

Alle Partien des 32. Bundesliga-Spieltags können Sie im DW-Liveticker mitverfolgen.

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