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Aktuell Europa

Endergebnis: Sadiq Khan ist Sieger der Bürgermeisterwahl in London

Schon vor Auszählung der letzten Stimmen hagelte es Glückwünsche für Sadiq Khan. Nun ist es offiziell: Der Labour-Politiker ist der neue Bürgermeister von London - und der erste muslimischen Glaubens.

Rund um die Welt haben Politiker dem ersten muslimischen Bürgermeister Londons, Sadiq Khan, zu seinem Wahlsieg gratuliert. Schon vor der Auszählung der letzten Stimmen beglückwünschten ihn die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, Frankreichs Premierminister Manuel Valls und New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio. Auch Labour-Parteichef Jeremy Corbyn hatte dem 45-Jährigen noch vor Bekanntgabe der offiziellen Ergebnisse zum Sieg gratuliert. "Glückwunsch. Kann es gar nicht erwarten, mit dir ein gerechteres London für alle zu schaffen", schrieb der Labour-Chef via Twitter. Bereits nach der Erststimmen-Auszählung hatte Khan hatte fast zehn Prozentpunkte vor seinem konservativen Rivalen Zac Goldsmith von den Tories gelegen. In der Nacht wurde der Sieg des Labour-Politikers dann mit der endgültigen Auszählung bestätigt.

Khan war Favorit der Londoner

Bei der Wahl wurde ein Nachfolger für den konservativen Bürgermeister Boris Johnson gesucht, dem Ambitionen auf das Amt des Premierministers nachgesagt werden. Der populäre Johnson war nach acht Jahren nicht mehr zur Bürgermeisterwahl angetreten. Khan war als klarer Favorit in die Abstimmung gegangen. Mit ihm übernimmt die britische Arbeiterpartei nach acht Jahren wieder das Ruder in der britischen Hauptstadt.

Anwalt pakistanischer Herkunft

Der Sohn pakistanischer Immigranten wuchs mit sieben Geschwistern in einer Sozialwohnung im Süden Londons auf. Der Vater arbeitete als Busfahrer, die Mutter als Näherin. Der ehrgeizige Sadiq studierte Jura und wurde Menschenrechtsanwalt. 2005 wählten ihn die Bürger in seinem Heimatviertel per Direktwahl zum Abgeordneten. Unter Premierminister Gordon Brown diente er als Verkehrsminister. Bei der obligatorischen Vereidigung zum Geheimrat im Buckingham Palace legte Khan seinen Eid nicht auf die Bibel, sondern auf den Koran ab.

Wahlen Stimmungstest für Labour-Chef Corbyn

Nicht nur in London, in ganz Großbritannien hatten Millionen Briten am Donnerstag neue Regional- und Kommunalparlamente sowie neue Bürgermeister gewählt. Allgemein galten die Wahlen auch als Test für den neuen Labour-Chef Corbyn, der erst im vergangenen Spätsommer an die Parteispitze gewählt worden war. Zwar musste Labour im Vergleich zu den Wahlen 2011 und 2012 Verluste hinnehmen: So verlor die Labour-Partei in England gut zwei Dutzend Mandate - doch das waren weniger als erwartet. "Wir sind drangeblieben und haben vielerorts Unterstützung gewonnen", sagte Corbyn. Großbritanniens konservativer Premier David Cameron erklärte dagegen, der von Medien "Super Thursday" getaufte Wahltag habe gezeigt, dass die Arbeiterpartei die Verbindung zu den Wählern "völlig verloren" habe.

Nationalisten siegen in Schottland, Ukip kommt in Wales an

In Wales wurde Labour wieder mit Abstand stärkste Kraft. Hier ergatterte die EU-feindliche Ukip-Partei mehrere Sitze und ist künftig zum ersten Mal überhaupt im Parlament vertreten. Ukip-Chef Nigel Farage sprach von einem "Durchbruch".

Europagegner und Ukip-Chef Nigel Farage hält im Europaparlament ein Union-Jack-Fähnchen (Foto: rtr)

Nigel Farages Ukip zog erstmals in das Parlament in Wales ein

In Schottland waren die Verluste für die Arbeiterpartei herber. Hier überholten die Konservativen die Arbeiterpartei: Sie wurden zweitstärkste Kraft hinter der linksgerichteten schottischen Nationalpartei (SNP). Deren Chefin, Schottlands Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon, erklärte nach dem dritten Wahlsieg ihrer Partei in Folge: "Wir haben Geschichte geschrieben".

Schottlands Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon beobachtet die Stimmauszählung auf einer Wahlparty (Foto: dpa)

Nicola Sturgeon: Ihre schottischen Nationalisten wurden stärkste Kraft

Im März hatte die SNP angekündigt, nach dem "Brexit"-Referendum über die britische EU-Mitgliedschaft am 23. Juni erneut für eine Abspaltung Schottlands aus Großbritannien und für einen anschließenden Verbleib in der EU werben zu wollen.

cw/ml (dpa, afp)