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Atomkraft in Frankreich

Ende für AKW-Fessenheim beschlossen

Das umstrittenene französische Atomkraftwerk Fessenheim geht vom Netz. Allerdings soll das Pannen-AKW frühestens 2018 abgeschaltet werden, wenn der Druckwasserreaktor in Flamanville in Betrieb geht.

Wie Energie- und Umweltministerin Ségolène Royal via Twitter mitteilte, wurde ein entsprechendes Dekret zum Ende des Meilers im Amtsblatt veröffentlicht. Royal hatte den Schritt bereits vor einigen Tagen angekündigt und die Abschaltung für 2018 versprochen. Die Bundesregierung und Umweltschützer sehen das älteste französische Atomkraftwerk an der Grenze zu Deutschland schon lange als Sicherheitsrisiko. In dem Atomkraftwerk, das 30 Kilometer südwestlich von Freiburg liegt, gibt es immer wieder Pannen und Zwischenfälle. Kritiker verweisen zudem auf das Erdbebenrisiko in der Region.

Der Betreiber Électricité de France SA (EDF), Frankreichs größter Stromversorger, hatte der Schließung in der zurückliegenden Woche allerdings nur unter Bedingungen zugestimmt. So soll Fessenheim erst dann geschlossen werden, wenn mit dem Europäischen Druckwasserreaktor (EPR) ein Ersatz für das AKW im Elsass bereit steht.

Hohe Kosten

Der EPR-Reaktor in Flamanville, am Ärmelkanal gelegen, hätte ursprünglich schon 2012 in Betrieb gehen sollen, bei seinem Bau traten aber immer neue Schwierigkeiten auf. Die Bau- und Entwicklungskosten sind bislang auf rund 10,5 Milliarden Euro angewachsen. Das Projekt sorgte allerdings bisher mit Verzögerungen und Kostensteigerungen für Schlagzeilen. So prüfte die Atomaufsicht Materialprobleme am Reaktorbehälter.

Seit 1977 in Betrieb: Atomkraftwerk Fessenheim (picture alliance/dpa/C. Karaba)

Seit 1977 in Betrieb: Atomkraftwerk Fessenheim

Solange sie keine Zustimmung gibt, kann es nicht losgehen. Eine Entscheidung wird in den kommenden Monaten erwartet. Die Schließung von Fessenheim war ein Wahlversprechen von Präsident François Hollande, der im Mai aus dem Amt scheidet. Französische Gewerkschaften wehren sich gegen die Abschaltung. Bereits im Januar hatten sich der Stromgigant EDF und der französische Staat auf eine Entschädigung von rund 490 Millionen Euro für die Kosten der Schließung verständigt.

Kritik an EDF

Der Verwaltungsrat des Stromkonzerns EDF hatte zuvor beschlossen, dass ein Antrag auf einen Entzug der Betriebserlaubnis von Fessenheim erst in den sechs Monaten vor der Inbetriebnahme des Flamanville-Reaktors eingereicht werden soll. In Deutschland sorgte dies für scharfe Kritik: Das Bundesumweltministerium sprach von einer großen Enttäuschung und forderte die französische Regierung auf, eine Stilllegung von Fessenheim "zügig" einzuleiten.

cgn/qu (afp, dpa)

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