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Afrika

Ende des Nato-Einsatzes in Libyen naht

Nato-Kampfjets haben fast 10.000 Angriffe in Libyen geflogen. Nach dem Tod Muammar al-Gaddafis ist ein Ende des Einsatzes noch in diesem Monat geplant.

Zwei Polizisten vor einem großen Schild mit der Aufschrift: Thanks NATO (Foto: DW/Karlos Zurutuza)

Libyen bedankt sich bei der Nato für ihren Einsatz

Nach fast sieben Monaten steht ein Ende der Nato-Militäraktion in Libyen wohl unmittelbar bevor. Der Rat des Verteidigungsbündnisses beschloss am Freitagabend (21.10.2011) bei einer Sondersitzung in Brüssel, den Einsatz bis zum 31. Oktober zu beenden.

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen teilte mit, die Entscheidung sei vorläufig. Einen endgültigen Beschluss werde es in der kommenden Woche geben.

Direkt nach dem Tod des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi am Donnerstag hatten Rasmussen und der militärische Oberkommandeur James Stavridis sich für ein Ende der Mission stark gemacht.

Dänisches Bodenpersonal neben F-16-Kampfflugzeugen auf einer Landebahn (Foto: ap/dapd)

Fast 10.000 Luftangriffe flog die Nato nach eigenen Angaben in Libyen

Die Nato bestätigte inzwischen, dass ihre Flugzeuge am Donnerstag den Konvoi bombardiert hatten, in dem Gaddafi fliehen wollte. Es sei aber unbekannt gewesen, dass der Diktator sich in einem der gepanzerten Wagen befunden habe, sagte ein Militärsprecher. Das habe man erst später erfahren.

"Zum Schutz der Zivilisten"

Der Angriff auf den Konvoi habe dem Schutz der Zivilbevölkerung gedient, so wie es das UN-Mandat vorsehe, betonte der Sprecher. Gezielte Angriffe auf Einzelpersonen habe es im Rahmen des Nato-Einsatzes in dem nordafrikanischen Land grundsätzlich nicht gegeben.

Der Konvoi, in dem Gaddafi sich befunden hatte, war auffällig lang und bestand aus 75 Fahrzeugen. Als dieser Konvoi die umkämpfte Stadt Sirte verlassen wollte, nahm die Nato die Auto-Kolonne unter Beschuss. Zunächst sei nur ein Wagen zerstört worden, bei einem zweiten Luftangriff seien dann zehn Fahrzeuge zerstört werden, heißt es in einem Bericht der Nato.

Fast sieben Monate im Einsatz

Zerknickter Flyer (Foto: DW/Karlos Zurutuza)

Auf Flyern wie diesem warb die Nato um Verständnis bei der einheimischen Zivilbevölkerung

Das westliche Verteidigungsbündnis hatte offiziell am 31. März das Kommando über den Militäreinsatz übernommen, der zuvor unter anderem von den USA geführt worden war, um die Freiheitskämpfer in Libyen zu unterstützen. An dem Nato-Einsatz, für den auch in der libyschen Zivilbevölkerung geworben wurde, beteiligten sich 12 der insgesamt 28 Nato-Staaten, außerdem nahmen Jordanien, Katar, Schweden und die Vereinigten Arabischen Emirate daran teil. Deutschland beteiligte sich dagegen nicht an der Militär-Operation, die schließlich zum Sturz des Gaddafi-Regimes führte.

Zwischen Ende März und Mitte Oktober flog die Nato fast 10.000 Luftangriffe. Außerdem setzte sie Kriegsschiffe ein, um die Küsten Libyens zu kontrollieren. Wie es aus Brüssel heißt, wurden mehr als 12.000 Schiffe nach Waffen durchsucht. Der Nato-Einsatz trug damit wesentlich dazu bei, den Nachschub für die letzten Gaddafi-Getreuen zu stoppen.

Autor: Hans Ziegler (rtr, dpa, afp, dapd)
Redaktion: Martin Schrader/Thomas Grimmer

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