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Aktuell Asien

Ende des Machtkampfs in Afghanistan

Seit Monaten warten die Afghanen auf die Klärung der Frage, wer Nachfolger von Präsident Karsai wird. Nun haben die beiden Bewerber um das Amt ihren erbitterten Streit beigelegt.

Nach monatelangem Ringen haben sich die beiden Präsidentschaftskandidaten in Afghanistan auf die Machtverteilung verständigt und ein Abkommen für eine gemeinsame Einheitsregierung geschlossen. Der frühere Außenminister Abdullah Abdullah (Artikelbild links) und der einstige Finanzminister Aschraf Ghani (rechts) unterschrieben die Vereinbarung im Präsidentenpalast in Kabul. An der im Fernsehen übertragenen Zeremonie nahm der scheidende Präsident Hamid Karsai teil, der Afghanistan seit dem Sturz des Taliban-Regimes Ende 2001 regiert.

Bisher hatten sowohl Abdullah als auch Ghani für sich beansprucht, als Sieger aus der Präsidentschaftswahl hervorgegangen zu sein. Abdullah hatte bei der ersten Wahlrunde im April klar vorne gelegen, die absolute Mehrheit aber verfehlt. Ghani gewann nach dem vorläufigen Ergebnis dann die Stichwahl vom 14. Juni. Abdullah führte das auf Wahlbetrug "im industriellen Ausmaß" zurück.

Abdullah Abdullah, John Kerry und Aschraf Ghani (Foto: Getty Images)

August 2014: Die Kandidaten Abdullah und Ghani mit US-Außenminister Kerry (M.)

Unter Vermittlung von US-Außenminister John Kerry einigten sich die beiden Kontrahenten schließlich auf eine Neuauszählung aller gut acht Millionen Stimmen.

Ergebnis wird verkündet

Die Wahlkommission wollte das Endergebnis ursprünglich schon am 22. Juli verkünden, wogegen sich Abdullah jedoch erfolgreich wehrte. Nun sollten die Zahlen an diesem Sonntag bekanntgegeben werden. Aus dem Abdullah-Lager wurde allerdings auch diese Ankündigung bereits wieder relativiert.

Der Streit um das Wahlergebnis setzte auch die NATO unter Druck. Der internationale Kampfeinsatz in Afghanistan läuft zum Jahresende aus. Der geplante Folgeeinsatz zur Ausbildung und Unterstützung afghanischer Sicherheitskräfte ist bis zur Amtseinführung eines neuen Präsidenten in der Schwebe. Der neue Präsident muss Abkommen mit den USA und der NATO unterzeichnen, die Grundlage für den Einsatz sind.

wa/gmf (rtr, afp, dpa)

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