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Aktuell Welt

Ende der NATO-Blockade

Die internationalen Truppen in Afghanistan können wieder auf dem Landweg über Pakistan mit Nachschub versorgt werden. Nach monatelanger Blockade der Routen lenkte Islamabad nun ein. Auch die Bundeswehr kann aufatmen.

US-Außenministerin Hillary Clinton konnte die gute Nachricht nach einem Telefonat mit ihrer pakistanischen Kollegin Hina Rabbani Khar verkünden: Pakistan öffnet wieder die Nachschubwege, die es im November vergangenen Jahres nach einem folgenschweren, von den USA ausgeführten NATO-Luftangriff auf einen Grenzposten gesperrt hatte. Bei dem Telefonat entschuldigte sich Clinton für den Angriff, bei dem damals 24 pakistanische Soldaten getötet worden waren. Die Regierung in Islamabad hatte eine Entschuldigung der Vereinigten Staaten zur Bedingung für die Wiedereröffnung der Versorgungsrouten nach Afghanistan gemacht.

Der Luftangriff hatte die ohnehin schon angespannten Beziehungen zwischen beiden Länder weiter belastet. "Wir verschreiben uns einer engen Zusammenarbeit mit Pakistan und Afghanistan, um zu verhindern, dass dies erneut passiert", versprach Clinton jetzt.

Keine Transitgebühren

Der Landweg über Pakistan ist einer der wichtigsten Versorgungswege für die internationalen Streitkräfte am Hindukusch. Während der siebenmonatigen Blockade mussten die NATO und das US-Militär auf Routen durch Russland und Zentralasien sowie eine Versorgung aus der Luft ausweichen. Dadurch entstanden alleine für die USA nach Angaben des Pentagon Kosten in Höhe von 100 Millionen Dollar im Monat.

Beim NATO-Gipfel im Mai in Chicago war eine Lösung noch gescheitert. Damals hatte Pakistan hohe Transitgebühren für die Passage der Nachschubkonvois verlangt. Clinton erklärte, dass Islamabad von dieser Forderung nun abgerückt sei. Aus US-Regierungskreisen verlautete allerdings, Washington werde im Gegenzug für das Ende der Blockade rund 1,1 Milliarden Dollar (872 Millionen Euro) an Militärhilfen für Pakistan freigeben. Diese Gelder hatten die USA wegen der Spannungen zwischen beiden Ländern zurückgehalten.

"Wichtige Rolle"

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen begrüßte die Öffnung der Nachschubwege. Zugleich unterstrich er in Brüssel die "wichtige Rolle", die Pakistan mit Blick auf ein "sicheres Afghanistan in einer stabilen Region" zukomme.

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De Maizière auf Kurzbesuch bei der Truppe

Erleichterung dürfte auch bei der Bundeswehr in Afghanistan herrschen, der der deutsche Verteidigungsminister Thomas de Maizière am Dienstag einen Besuch abstattete. Beim bis Ende 2014 geplanten Abzug aller ausländischen Kampftruppen aus Afghanistan dürften die meisten Konvois nunmehr über die Ostroute via Pakistan führen. Andernfalls wäre der Abzug größtenteils über die Nordroute gelaufen - und die in Nordafghanistan stationierte Bundeswehr hätte die Operation sichern müssen. Zudem wären höhere Kosten durch mehr teure Lufttransporte entstanden.

Die pakistanischen Taliban kündigten unterdessen an, die NATO-Konvois attackieren und die Fahrer der Lastwagen töten zu wollen. "Wir werden keinen Lastwagen passieren lassen", sagte ein Taliban-Sprecher.

wa/kle (afp, dpa)

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