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Asien

Empörung in China nach Anschlag in Xinjiang

Nach dem Anschlag auf einem Bahnhof in der Unruheregion Xinjiang will China verstärkt gegen "separatistische Terroristen" vorgehen. Bei Chinas Internet-Community stößt das auf Zustimmung.

Wenn Chinas Staatspräsident Xi Jinping in die Unruheregion Xinjiang reist, dann gilt die höchste Sicherheitsstufe. Aber auch das konnte die Eskalation der Gewalt am letzten Tag seiner Reise nicht verhindern. Bei einem Anschlag auf dem Südbahnhof von Xinjiangs Provinzhauptstadt Urumqi kamen am Mittwoch (30.04.2014) drei Menschen ums Leben, mindestens 80 wurden verletzt.

Xi verurteilte die Messerattacken und Bombenanschläge auf dem Bahnhof scharf und kündigte ein hartes Durchgreifen an. Über die Staatsmedien verkündete er: "Die Bevölkerung muss erkennen, dass der Kampf gegen Xinjiangs Separatisten langwierig, komplex und schwierig wird." Es würden aber "entscheidende Maßnahmen ergriffen, um die blanke Arroganz der Terroristen zu zerschlagen," so Chinas Staatspräsident.

Chinesen im Netz sind empört

Chinas Präsident Xi Jinping (Foto:Reuters)

Chinas Präsident Xi Jinping kündigte "entscheidende Maßnahmen gegen den Terror" an

Für viele User des Twitter-ähnlichen Nachrichtendienstes "Sina Weibo" ist der Anschlag in Urumqi "ein Schlag ins Gesicht". User "Yimi802183" unterstützt die Ankündigung des Staatspräsidenten Xi Jinping und fordert "harte Schläge gegen die unmenschlichen Terroristen." In den Augen des Users "Wang Jicao" haben die Terroristen die falschen Ziele angegriffen. Er schreibt: "Wenn überhaupt, solltet ihr euch bei der kommunistischen Partei rächen, nicht bei unschuldigen Menschen!"

Schon 24 Stunden nach dem Anschlag glauben Chinas Sicherheitsbehörden, die Hintergründe des Vorfalls geklärt zu haben. Die Täter seien schon lange als "religiöse Extremisten" bekannt, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Unter den drei Toten seien zwei Bombenattentäter und ein Zivilist. Mit der ungewöhnlichen Kombination aus gezielter Messerattacke und Selbstmordattentat habe die Eskalation der Gewalt in der Unruheregion Xinjiang eine neue Stufe erreicht. Die Spannungen zwischen Uiguren und Han-Chinesen sorgen immer wieder für gewaltige Zwischenfälle. Das muslimische Turkvolk fühlt sich wirtschaftlich, politisch und kulturell von den Han-Chinesen unterdrückt. Umgekehrt wirft Chinas Regierung uigurischen Gruppen Separatismus und Terrorismus vor.

Abgrenzung zwischen Uiguren und Terroristen

Bewaffnete Soldaten in Xinjiang (Foto:Reuters)

Nach dem Anschlag wurden die Sicherheitsvorkehrungen in Xinjiang nochmals verschärft

Der in München ansässige Weltkongress der Uiguren, eine Exil-Vertretung der Volksgruppe fürchtet, der Vorfall von Urumqi könne eine neue Repressionswelle in Xinjiang auslösen. Er rief China dazu auf, die ethnische Minderheit nicht zu "dämonisieren" und das Attentat nicht länger dazu zu nutzen, um den Hass gegen die Uiguren aufzustacheln.

In Chinas sozialen Netzwerken scheinen viele Nutzer durchaus zwischen Uiguren und "separatistischen Terroristen" zu unterscheiden. Ein Polizist aus Xinjiang äußerte sich nach dem Anschlag auf Weibo: "Ich bin selber Uigure. Die Terroristen haben uns einen Schlag ins Gesicht verpasst. Die Gewalttätigen werden den Zorn des Volkes zu spüren bekommen." Auf seine Äußerung folgten innerhalb kürzester Zeit zahlreiche zustimmende Kommentare.