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Aktuell Welt

Empörung über Tötung von Rot-Kreuz-Helfer

Nach dem Tod eines Rot-Kreuz-Mitarbeiters in der Ostukraine haben sich die Führung in Kiew und die prorussischen Separatisten gegenseitig die Schuld dafür gegeben. Die Hilfsorganisation und die UN sind empört.

Der 38-jährige Schweizer starb, als eine Granate das Büro des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in Donezk traf. Der prowestliche Außenminister Pawel Klimkin in Kiew sagte, "Terroristen" hätten das Geschoss abgefeuert. Die prorussischen Separaristen wollten die Hilfsorganisationen einschüchtern.

Moskau macht Kiew verantwortlich

Die Rebellen bezichtigten hingegen die Regierungstruppen, wahllos in die Separatistenhochburg Donezk zu schießen. Das russische Außenministerium erklärte, das Gebiet, aus dem die Granate abgefeuert worden sei, befände sich unter Kontrolle der ukrainischen Streitkräfte. Die Regierung in Kiew weigere sich, "das Offensichtliche einzuräumen".

Das Rote Kreuz verurteilte die Tötung ihres Mitarbeiters scharft. Der Beschuss von neutralen Hilfskräften und Zivilisten müsse unter allen Umständen unterlassen werden, mahnte das IKRK in Genf. Die 20 Rot-Kreuz-Mitarbeiter in Donezk seien in Sicherheit gebracht worden. Die Organisation leistet seit Beginn der Kämpfe im März humanitäre Hilfe im Osten der Ukraine.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon äußerte sich "traurig und verstört" über den Tod des IKRK-Mitarbeiters. Der Generalsekretär sei "besorgt über die gefährliche Zunahme der Kämpfe", sagte ein Sprecher Bans. Die jüngsten Ereignisse zeigten, wie brüchig die Waffenruhe in der Ostukraine sei.

Schwere Kämpfe um den Flughafen

Kiew und die Separatisten hatten am 5. September in Weißrussland nach monatelangen Kämpfen einen Waffenstillstand vereinbart.Seitdem wurden fast 70 Menschen getötet. Die Kämpfe hielten an diesem Freitag weiter an. Nach Angaben aus dem Donezker Rathaus wurden binnen 24 Stunden fünf Menschen getötet. Demnach konzentrieren sich die Gefechte auf den Flughafen im Norden der Stadt. Die Rebellen versuchen seit längerem das von den Regierungstruppen gehaltene Gelände zu erobern.

Ein Militärsprecher in Kiew sagte, es werde am Flughafen rund um die Uhr gekämpft. Alle Angriffe der Separaristen seien abgewehrt worden. Zugleich warf er der Regierung in Moskau vor, das Abkommen für eine Feuerpause zu missachten und die Rebellen im Kampf um den Flughafen zu unterstützen. So habe das russische Militär mehrere Drohnen über dem Gebiet kreisen lassen, um die prorussischen Kräfte am Boden mit Informationen zu versorgen.

In einem Telefonat berieten US-Außenminister John Kerry und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow über die Lage in der Ukraine. Das russische Außenministerium teilte im Anschluss mit, Lawrow habe eine strikte Einhaltung der Waffenruhe durch beide Konfliktparteien angemahnt.

wl/chr (dpa, afp, rtr)