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Sport

EM-Start: Deutsche auf Medaillenkurs

Die deutschen Leichtathleten geben sich keine Blöße und machen Hoffnung auf Medaillen. Für die russische Kronzeugin Julia Stepanowa endet der Auftritt unter neutraler Flagge mit einer Enttäuschung.

Die deutschen Leichtathleten überzeugen beim Auftakt der Olympia-Generalprobe: Hammerwerferin Betty Heidler gab den Kurs vor, ihre Mannschaftskollegen zogen mit und weckten die Medaillenlust im deutschen Team. "Wenn ich meine Leistung abrufe, ist eine Medaille drin", sagte Heidler nach ihren 71,46 Metern im ersten Versuch in der Qualifikation. Die 32-Jährige Olympia-Dritte ist auf Abschiedstournee, ihren Rücktritt nach Olympia in Rio hat sie längst angekündigt. "Ich bin nicht zum Spaß hier", sagte die frühere Weltmeisterin und Weltrekordlerin. "Die Qualifikation hat gezeigt, dass ich immer noch hinter dem Erfolg her bin. Ich will zeigen, was ich drauf habe." Heidler zog ebenso souverän ins Finale ein wie die Diskus-Asse Julia Fischer und Nadine Müller.

Die großen deutschen Medaillenhoffnungen, Speerwerfer Thomas Röhler und Kugelstoß-Titelverteidigerin Christina Schwanitz, schafften die Qualifikation ebenfalls mühelos im ersten Versuch. "Das war eine super Probe für das Finale", sagte Röhler, der wie Schwanitz am Donnerstag um Gold kämpft.

Stepanowa verletzt sich

Julija Stepanowa wird behandelt (Foto: picture-alliance/dpa/M. Kappeler)

Stepanowa: Verletzung beim Comeback

Doch im Fokus stand am ersten Abend der 23. Leichtathletik-Europameisterschaften in Amsterdam eine mutige Russin: Eineinhalb Jahre nachdem Julia Stepanowa als Whistleblowerin das Dopingsystem in ihrem Heimatland mitaufgedeckt hatte, gab sie bei der Leichtathletik-EM in Amsterdam ihr Comeback auf der großen Bühne - und verletzte sich bei ihrem 800-Meter-Vorlauf nach rund 600 Metern. Mit Startnummer 2117 war die inzwischen in die USA geflüchtete 30-Jährige angetreten und musste verletzt aufgeben, doch der Respekt der Zuschauer und der Beifall im Olympiastadion gehörten ihr am Ende ganz allein.

Denn schon ihr Start, erst wenige Tage vor den Titelkämpfen vom Weltverband IAAF beschlossen, war ein Zeichen. Sie durfte im Gegensatz zu ihren derzeit suspendierten Landsleuten antreten - allerdings unter Flagge des europäischen Leichtathletik-Verbandes EAA. "Es war mein erster Wettkampf seit langem. Ich hatte überhaupt keine Gelegenheit, es auszuprobieren", sagte Stepanowa dem Fernsehsender ZDF: "Ich hatte eine Entzündung, habe mich aber trotzdem zur Teilnahme an der EM entschieden."

Den ersten von 44 Einzel- und Staffeltiteln dieser EM holte sich die erst 19 Jahre alte Türkin Yasemin Can über 10.000 Meter. Sie setzte sich in 31:12,86 Minuten vor der Portugiesin Dulce Felix und der Norwegerin Karoline Bjerkeli Grövdal durch.

og/asz (sid, dpa)

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