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Sport

EM-Quali vergeigt: Entsetzen in England

Die EM 2008 findet ohne das Mutterland des Fußballs statt: Die Briten verpassten das Ticket mit einem 2:3 gegen Kroatien. Der Coach Steve McClaren muss sich einen neuen Job suchen.

Enttäuschte englische Fans, Quelle: AP

Keine Jubelstimmung bei den englischen Fans

Mit Schweden, der Türkei, Portugal und Russland, aber ohne das Fußball-Mutterland England findet die Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz statt. Die Briten verpassten am Mittwoch (22.11.2007) zum Abschluss der Ausscheidungsrunde das EM-Ticket durch eine 2:3 (0:2)-Heimpleite gegen Kroatien.

David Beckham hält sich die Hände vors Gesicht, Quelle: AP

Auch Joker David Beckham konnte nichts mehr reißen

Der englische Fußball-Verband FA reagierte umgehend mit der Entlassung von Cheftrainer Steve McClaren. Dies bestätigte FA-Präsident Geoff Thompson am Donnerstag auf einer Pressekonferenz. "Wie jeder England-Fan sind wir alle sehr enttäuscht, dass wir uns nicht für die EM 2008 qualifizieren konnten. Und ich weiß, dass Steve diese Enttäuschung mehr als alle anderen empfindet", sagte Thompson. "Wir Engländer haben kein göttliches Recht darauf, bei jedem großen Turnier mitzuspielen, aber es ist ganz natürlich, dass wir die Qualifikation erwarten." Der FA-Präsident erklärte, dass die Suche nach einem Nachfolger für den glücklosen McClaren umgehend beginne.

Niko Krancjar (9. Minute) sowie die Bundesliga-Profis Ivica Olic (14.) und Mladen Petric (77.) trafen im Wembley-Stadion für den Sieger der Gruppe E, der Russland (1:0 in Andorra) die nötige Schützenhilfe für den zur EM-Teilnahme berechtigenden zweiten Platz leistete. Für die Engländer trafen Frank Lampard (56., Foulelfmeter) und Peter Crouch (64.).

Die Weiterkommer

Steve McClaren, Quelle: dpa

Steve McClaren

Besser als England machten es die Schweden, Türken, Portugiesen und Russen, die sich die letzten vier EM-Fahrkarten sicherten. Schweden gewann durch Tore von Marcus Allbäck (1.) und Kim Källström (57.) 2:1 (1:1) gegen Lettland und schaffte als Zweiter der Gruppe F hinter den schon qualifizierten Spaniern den Sprung in die Alpen-Republiken. Es ist Schwedens dritte EM-Teilnahme in Serie.

Die Nordiren büßten durch das 0:1 in Spanien alle Chancen ein. Spaniens Nachbar Portugal musste lange zittern, holte beim torlosen Remis gegen Verfolger Finnland aber den benötigten Punkt zur EM-Teilnahme.

Die Türkei setzte sich in Gruppe C dank Nihats Siegtreffer (43.) gegen Bosnien-Herzegowina knapp 1:0 (1:0) durch und holte das EM-Ticket vor Norwegen, das zwar dank eines "Dreierpacks" von Steffen Iversen und Pedersens Treffer (81.) 4:1 (3:0) auf Malta gewann, die EM aber praktisch schon am Samstag durch die bittere 1:2-Heimpleite gegen die Türken verspielt hatte. Russlands knappen Arbeitssieg bei Fußball-Zwerg Andorra stellte Dimitri Sytschew (39.) sicher.

Deutschland auf Platz zwei

In der "deutschen" Gruppe erkämpfte sich Tschechien den ersten Platz. In ihrem abschließenden EM-Ausscheidungsspiel siegte das Team von Coach Karel Brückner in Nikosia mit 2:0 (1:0) gegen Zypern und machte dank der Tore von Daniel Pudil (11.) und Jan Koller (74.) vorzeitig den Gruppensieg perfekt.

Das deutsche Team, das im letzten Gruppenspiel gegen Wales über ein enttäuschendes 0:0 nicht hinauskam, belegt in der Abschlusstabelle der Gruppe D Rang zwei. Immerhin: Durch die Punkteinbuße liegt die DFB-Auswahl bei der Endrunden-Auslosung am 2. Dezember in Luzern nicht im gefürchteten Lostopf.

Zweikampf zwischen Englands Kapitän Steven Gerrard und dem Kroaten Luka Modric, Quelle: AP

Zweikampf zwischen Englands Kapitän Steven Gerrard und dem Kroaten Luka Modric

Dieses vermutlich schwere Los bleibt nun den Niederlanden trotz der unerwarteten 1:2 (0:0)-Schlappe in Weißrussland vorbehalten. Für den Außenseiter trafen in Minsk Witali Bulyga (49). und Wladimir Korytka (65.), für die Holländer war HSV-Profi Rafael van der Vaart (89.) erfolgreich. Trotz der Niederlage weist das "Oranje"-Team nach Abschluss der EM-Ausscheidung den besten Koeffizienten auf und wird bei der EM-Auslosung neben den Gastgebern Schweiz und Österreich sowie Titelverteidiger Griechenland in Lostopf 1 platziert, der eine schwerere EM-Vorrundengruppe verheißt.