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Fußball

EM-Gruppe B: Die "Dynamit-Gruppe"

Diese Gruppe hat es in sich: Schon in der Vorrunde trifft Deutschland auf den WM-Zweiten und Erzrivalen Niederlande. Auch die Spiele gegen Portugal und Dänemark sind echte Prüfsteine für die DFB-Elf.

Für die einen ist es ein "Alptraum", für die anderen eine "große Herausforderung". Aber in einem sind sich alle einig: Die EM-Gruppe B ist die schwerste aller Gruppen. "In Dänemark würde man sagen: eine Dynamit-Gruppe", brachte es Nationaltrainer Morten Olsen auf den Punkt. Der Europameister von 1992 ist neben den Portugiesen, Niederländern und Deutschen der krasse Außenseiter. "Wir sind die Underdogs. Wir haben keine so großen Chancen", räumte Dänemarks Fußballer des Jahres William Kvist vom VfB Stuttgart ein. Bundestrainer Joachim Löw sieht das anders: "Die Dänen können unbelastet ins Turnier gehen. Sie haben keine Angst vor großen Nationen oder großen Namen. Das macht sie gefährlich."

Portugal: Mehr als nur Ronaldo

Cristiano Ronaldo schreit seinen Jubel hinaus. (Foto: dpa)

Cristiano Ronaldo will endlich einen Titel mit Portugal holen

Auch Portugal hätte es lieber leichter gehabt. Denn vor allem die Niederlande und Deutschland werden als die großen Favoriten gesehen. "Das ist eine wahnsinnig harte Gruppe mit drei großen Mannschaften", stöhnte Portugals Trainer Paulo Bento. "Schwerer hätte es nicht kommen können." Portugal muss zum Auftakt gegen Deutschland antreten. Der EM-Zweite von 2004 hofft auf Revanche für die Niederlagen gegen die Deutschen bei der letzten EM und der WM 2006. "Portugal kann die EM gewinnen", ist sogar der portugiesische Superstar Figo überzeugt.

Immerhin hat Nationaltrainer Bento eine gute Mischung geformt – aus jungen Talenten und Topfußballern wie dem alles überstrahlenden Cristiano Ronaldo, Pepe (beide Real Madrid) und Nani (Manchester United). "Es ist eine Ehre, auf einen Spieler wie Ronaldo zählen zu können", betont Bento und stärkt seinem Superstar stets den Rücken. Und der dankte es ihm mit zwei Toren im entscheidenden Play-Off-Spiel gegen Bosnien-Herzegowina.

Deutschland will den Titel

Keine Schonfrist gibt es für die Deutschen auf dem Weg ins Finale. Schon am zweiten Spieltag kommt es zum Aufeinandertreffen mit dem Erzrivalen aus den Niederlanden. "Wir sind selbstbewusst genug", ist Löw überzeugt. "Die Spieler sehnen sich nach einem großen Erfolg." Mit einer hervorragenden Bilanz aus zehn Siegen in zehn Qualifikationsspielen spielte sich die deutsche Elf zum Turnier nach Polen und in die Ukraine, wo sie ihren vierten EM-Titel nach 1972, 1980 und 1996 holen will.

Klaas-Jan Huntelaar (2.v.r.) feiert einen Torerfolg mit Arjen Robben (r.) and Giovanni van Bronckhorst. (Foto: dpa)

Die Bundesliga-Spieler Klaas-Jan Huntelaar (2.vr.) und Arjen Robben (r.) sind zentrale Stützen der Elftal

Dabei hat Bundestrainer Löw die Qual der Wahl: Er muss aus einem Überangebot an überragend Offensivspielern wählen. Unter anderem stehen ihm neben Miroslav Klose, Mario Gomez, Thomas Müller, Lukas Podolski, Mario Götze, Marco Reus auch Spanien-Legionär Mesut Özil zur Verfügung. Im defensiven Mittelfeld ist das Gedränge um Bastian Schweinsteiger, Sami Khedira und Co. mindestens genauso groß. Insgesamt darf Löw aber nur 23 Spieler mit zur EM nehmen, bei der Deutschland Mitfavorit ist. Dennoch stapelt der Bundestrainer tief: "Es ist die wahrscheinlich härteste Gruppe, die interessanteste und auch die ausgeglichenste. Ich sehe uns nicht als Topfavorit."

Offensivkraft Niederlande

Den ersten Titel nach 24 Jahren wollen die Niederlande holten. 1988 wurden sie Europameister – seitdem schafften sie es nicht mehr bis ins Finale. Die torhungrige Mannschaft von Trainer Bert van Marwijk absolvierte ebenso mühelos die Qualifikation und erzielte 37 Tore – vier mehr als die deutsche Elf. Die Offensive ist allein mit den Torschützenkönigen Klaas-Jan Huntelaar (Bundesliga) und Robin van Persie (Premier League) hervorragend besetzt. Dazu kommen noch Stars wie Wesley Sneijder, Arjen Robben und Dirk Kuyt. "Ich werde eine Mannschaft zusammenstellen, von der ich glaube, dass ich mit ihr den meisten Erfolg haben werde", kündigte van Marvijk an. Doch auch er hat großen Respekt vor der Gruppenkostellation: "Es ist eine große Herausforderung, die Motivation ist jetzt schon da."

Bei der Auslosung gab es sogar Nationen, die erleichtert waren, nicht in der Gruppe B antreten zu müssen. So gestand der ehemalige englische Superstar Gary Lineker: "Ich danke Gott, dass wir nicht der Gruppe B sind." Nationaltrainer Fabio Capello schloss sich an: "Gruppe B ist die schlimmste."

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