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Sport

EM-Gold für Biedermann im zweiten Anlauf

Als Kind fiel er durch die Prüfung beim Seepferdchen, heute ist er der beste deutsche Schwimmer: Paul Biedermann hat bei der Schwimm-EM in Budapest den Titel über 200 m Freistil geholt.

Paul Biedermann atmet mit Schwimmbrille und Bademütze tief ein, vor dem Start zum 400 m Finale bei der Schwimm-EM in Budapest AP Photo/Domenico Stinellis)

Mit Metallica und Muskeln zum Erfolg: Deutschlands Schwimm-Ass Paul Biedermann

Selbstbewusst ist Paul Biedermann, vor dem Start der Wettkämpfe in Budapest hatte er gesagt: "Als Weltmeister will ich natürlich jetzt auch der Beste in Europa sein." Über 400 m hat das nicht ganz geklappt. Der 18-jahre alte Shooting-Star Yannick Agnel aus Frankreich schlug den Doppel-Weltmeister aus Halle an der Saale um 13 Hundertstel Sekunden. Über seine Lieblingsstrecke, die 200 m, aber dominierte Biedermann die Konkurrenz und gewann mit einer knappen halben Sekunde vor dem Russen Nikita Lobintsew und dem Niederländer Sebastiaan Verschuren. Noch mehr Medaillen könnten dazu kommen. Der Top-Schwimmer, der in der vergangenen Woche seinen 24. Geburtstag gefeiert hat, geht noch mit den deutschen Staffeln an den Start.

Vom Sportgymnasium in die Weltspitze

Zum Schwimmstar gereift ist Biedermann in seiner Heimatstadt Halle. 1996 wurde er dort im Alter von zehn Jahren ins Sportgymnasium aufgenommen. Schwimmen und Schule bestimmten seinen Alltag. Auch seinen Zivildienst leistete er im Dunstkreis des Leistungssports ab, als Hilfskraft am Olympiastützpunkt. Als Nachwuchsathlet hatte er schon Titel und Medaillen gesammelt, die große Öffentlichkeit aber kennt ihn erst seit der Schwimm-Weltmeisterschaft 2009 in Rom. Dort holte der junge Athlet zwei WM-Titel, schwamm Weltrekord über 400 m Freistil und schlug Rekordolympiasieger Michael Phelps über 200 m um Längen. Noch größer dürfte das Interesse geworden sein, als im Frühjahr 2010 bekannt wurde, dass er mit Schwimm-Olympiasiegerin Britta Steffen zusammen ist. Beide sind nun wohl ungewollt das neue Glamourpaar im deutschen Sport.

Duelle reizen Biedermann

Foto: Marcus Brandt dpa +++(c) dpa - Report+++

Biedermanns Freundin Britta Steffen drückt in Budapest von der Tribüne aus die Daumen

Privat gilt Biedermann als offener, freundlicher Typ. Im Becken aber sucht er den Zweikampf. „Er beißt sich rein in diese Duelle Mann gegen Mann“, sagt Bundestrainer Dirk Lange. Vor dem Start bringt sich Biedermann mit Musik von Metallica oder Rammstein in die richtige Wettkampfstimmung. Im Rennen trumpft er immer auf den letzten 50 m auf, dann wenn es besonders weh tut. Trainer Frank Embacher trimmt ihn für so viel Leidensfähigkeit. Beide pflegen ein distanziertes Verhältnis. Auch nach sieben Jahren Zusammenarbeit siezen sich Athlet und Coach. Dieses Erfolgsmodell soll auch bis zu den nächsten großen Zielen von Biedermann halten, der Schwimm-WM 2011 in Shanghai und den Olympischen Spielen 2012 in London.

Autor: Jens Krepela
Redaktion: Arnulf Boettcher