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Sport-News

EM-Aus für deutsche Handballer

Es ist ein historisches Debakel: Zum ersten Mal hat sich ein deutsches Handball-Team nicht für eine Europameisterschaft qualifizieren können. Eine Trainerdiskussion scheint unvermeidlich.

Kevin Schmidt (r) erzielt einen Treffer gegen den israelischen Torhüter Gil Yaakov (l). Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Kevin Schmidt (r) erzielt einen Treffer gegen den israelischen Torhüter Gil Yaakov (l).

Mit dem Verpassen der EM 2014 haben die deutschen Handballer ein trauriges Triple vollendet: Nach der WM 1997 und den Olympischen Spielen 2012 fehlt nun auch erstmals beim Kontinentalturnier eine deutsche Mannschaft. Fünfeinhalb Jahre nach dem WM-Titelgewinn im eigenen Land hat der deutsche Handball international nichts mehr zu vermelden.

In der Qualifikation für die EM-Endrunde ist Deutschland nur Gruppendritter hinter Tschechien und Montenegro. Nur die beiden besten Teams der insgesamt  sieben Gruppen, der beste Gruppen-Dritte insgesamt und der Gastgeber qualifizieren sich für die EM. Zwar gewannen die Deutschen ihr letztes Qualifikationsspiel mit 38:19 (21:12) gegen Israel. Aber gleichzeitig hätte Österreich mit mindestens neun Toren Unterschied gegen Russland (30:25) gewinnen müssen, damit Deutschland dank der besseren Tordifferenz gegenüber Russland als bester Gruppendritter bei der EM dabei gewesen wäre.

International flop, national top

Bundestrainer Martin Heuberger (l) geht während des Spiels gegen Israel an seinen Spielern vorbei. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Bundestrainer Heuberger: zwei große Turniere verpasst

"Sowas darf uns nie wieder passieren", schimpfte Mannschaftskapitän Oliver Roggisch, der seine Auswahlkarriere trotz des Debakels fortsetzen will. "Gerade in schwierigen Phasen wäre ich ja ein Feigling, wenn ich jetzt meinen Hut nehmen würde und sage, ich gehe in Rente", sagte der 34-jährige Abwehrchef.  Dabei hat Deutschland die stärkste Liga der Welt, viele Stars aus dem Ausland spielen in deutschen Vereinen.

Und genau das ist das Problem, meint Bundestrainer Martin Heuberger. Er fordert eine Selbstbeschränkung der Clubs zugunsten deutscher Talente und plädiert zudem für häufigere und längere Einsatzzeiten der deutsche Nachwuchskräfte im Liga-Alltag. Dabei steht auch Heuberger selbst stark in der Kritik. Die verkorkste EM-Qualifikation nach der verpassten Olympia-Teilnahme an den London-Spielen 2012 ist bereits die zweite sportliche Blamage in seiner erst zweijährigen Amtszeit.