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Aktuell Europa

Elysée-Palast versteigert 1200 edle Weinflaschen

Im Weinkeller des Elysée-Palastes herrscht Platznot. Ein paar der edlen Tropfen werden versteigert, um Platz für neue und preiswertere Bestände zu schaffen. Mit dem Gewinn soll die klamme Staatskasse aufgefüllt werden.

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Insgesamt will der Elysée-Palast ein Zehntel seiner rund 12.000 Flaschen unter den Hammer bringen. Veranstalter der zweitägigen Versteigerung ist das renommierte Pariser Auktionshaus Drouot. Allein am ersten Auktionstag erzielte das französische Präsidentenamt einen guten Gewinn von 295.663 Euro. Die avisierte Zielmarke von 250.000 Euro wurde damit weit übertroffen. An diesem Freitag geht die erlesene Auktion in die zweite Runde.

Der Elysée-Palast bietet rund 1200 Weinflaschen aus unterschiedlichen Anbaugebieten feil. Die Regionen Bordeaux und Bourgogne (Burgund) sind besonders gut vertreten, es gibt aber auch Weine aus dem Elsass, dem Loire-Gebiet und dem Rhône-Tal.

Interessenten aus der ganzen Welt

Rund 250 Käufer und Schaulustige fanden sich am Donnerstag zu der Auktion ein. Im Vorfeld der Versteigerung waren bereits mehrere Angebote eingereicht und zahlreiche Telefonleitungen reserviert worden. Interessenten aus ganz Europa hätten sich gemeldet, aber auch mehrere aus den USA, China, Japan und Russland, berichtete Auktionatorin Ghislaine Kapandji. Unter ihnen seien Weinhändler und Gastwirte, aber auch private Liebhaber edler Tropfen.

Der älteste Wein im Verkaufskatalog ist ein Château Latour aus dem Jahr 1936. Spitzenreiter ist ein Pétrus Jahrgang 1990, der für 5800 Euro versteigert wurde. Besonders gefragt seien die Romanée-Weine des Jahrgangs 1985 aus dem Burgund, sagte Kapandji.

Winzer kritisieren Ausverkauf des Kulturerbes

Die Auktion stieß jedoch nicht überall auf Begeisterung. So beklagte der renommierte Winzer Michel-Jack Chasseuil einen Ausverkauf des Kulturerbes des Landes an die Milliardäre in der Welt. "Auch wenn diese Flaschen tatsächlich eine schöne Summe bringen können, ist dies doch angesichts des Prestiges, das diese Weine in den Augen der ganzen Welt besitzen, nur ein lächerlicher Teil im Vergleich zum Budget Frankreichs", schrieb Chasseuil in einem Brief an Präsident François Hollande.

te/kis (afp, dpa)