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Gesellschaft.

Elterngeld bei Vätern immer beliebter

Die Väter holen beim Elterngeldbezug auf: Im vergangenen Jahr entschieden sich zwölf Prozent mehr Väter, eine Zeit lang mit ihren Kindern zuhause zu bleiben. Nach wie vor sind es aber vor allem Frauen, die das tun.

Im Jahr 2016 haben fünf Prozent mehr Mütter und Väter Elterngeld bezogen. Während die Anzahl der Mütter um gut drei Prozent zunahm, stieg die Zahl der Elterngeld beziehenden Väter um fast zwölf Prozent auf rund 365.000, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden mitteilte. Insgesamt haben demnach 1,64 Millionen Eltern die Unterstützung angenommen.

Das Elterngeld wurde demnach deutlich häufiger an Mütter als an Väter ausgezahlt: Die 1,28 Millionen Empfängerinnen machten 77,8 Prozent der Beziehenden aus. Der Anteil der Väter habe bei 22,2 Prozent (2015: 20,9 Prozent) gelegen. Den höchsten Väteranteil gab es der Statistik zufolge in Sachsen mit 26,5 Prozent, den niedrigsten im Saarland mit 17 Prozent.

Im Jahr 2016 gab es 1,2 Millionen Leistungsbezieher, deren Kind nach dem 30. Juni 2015 geboren wurde, wie die Statistiker mitteilten. Für diesen Personenkreis galten demnach bereits die neuen Wahlmöglichkeiten des ElterngeldPlus, das insbesondere die Teilzeitarbeit während des Elterngeldbezuges attraktiver machen soll.

Nach den Angaben kam das ElterngeldPlus vor allen bei den Frauen auf Anhieb gut an: Jede fünfte Mutter (20,1 Prozent), die im Jahr 2016 Elterngeld erhielt und die rechtliche Möglichkeit dazu hatte, plante im Rahmen ihres Elterngeldbezuges ElterngeldPlus ein. Bei den Vätern lag dieser Anteil lediglich bei 8,2 Prozent. Insgesamt entschieden sich demzufolge 17,4 Prozent der Beziehenden für die neue Form der Leistungsgewährung. Die Inanspruchnahme sei dabei regional unterschiedlich: Während in Hamburg nur 11,8 Prozent der Beziehenden ElterngeldPlus beantragten, waren es in Thüringen über ein Viertel (26,9 Prozent).

Das Elterngeld wurde unter der damaligen Familienministerin Ursula von der Leyen, heute Verteidigung, eingeführt (picture alliance/M. Kappeler)

Das Elterngeld wurde unter der damaligen Familienministerin Ursula von der Leyen, heute Verteidigung, eingeführt

Die große Koalition hatte den staatlichen Zuschuss 2006 beschlossen. Er soll Eltern vor allem während des ersten Jahres nach der Geburt des Kindes finanziell absichern. Die Höhe der Familienleistung ist abhängig vom bisherigen Erwerbseinkommen des Empfängers. Sie liegt bei mindestens 300 Euro und höchstens 1800 Euro monatlich.

Das Elterngeld wird für zwölf Monate gezahlt und zwei Monate länger, wenn beide Elternteile jeweils für eine bestimmte Zeit aus dem Job aussteigen, um sich um das Kind zu kümmern. Seit 2015 ist es mit dem ElterngeldPlus zudem möglich, die Leistung länger zu beziehen, wenn man in Teilzeit bereits wieder in den Job einsteigt.

stu/mak (afp, dpa)

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