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Nahost

Eltern von IS-Geisel bitten Extremisten um Freilassung

Nach der Ermordung des Briten Alan Henning durch die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) haben sich die Eltern einer US-Geisel gemeldet. In einer Videobotschaft bitten sie um deren Freilassung.

"Wir bitten seine Entführer inständig, Gnade zu zeigen und ihre Stärke zu nutzen, um unseren Sohn gehen zu lassen", erklärten Ed und Paula Kassig in einem am Samstag auf YouTube veröffentlichten dreiminütigen Video. Ihr Sohn Peter Kassig war zuvor in dem Video zu sehen, in dem der IS am Freitag die brutale Ermordung Hennings zeigte.

Screenshot Youtube Botschaft der Familie Kassig

Die Botschaft der Familie Kassig lief bei YouTube

Die Eltern des Entwicklungshelfers sagten, sie hätten die US-Regierung vergebens gebeten, ihr Vorgehen im Irak und in Syrien zu ändern. "Wie unser Sohn haben wir nicht mehr Kontrolle über die US-Regierung als Sie über die Morgendämmerung haben", richtete sich Kassigs Vater an den IS. Der 26 Jahre alte Kassig hatte nach einem Bericht der "Washington Post" von April bis Juli 2007 als Soldat im Irak gedient und war nach seiner Zeit bei der US-Armee als Entwicklungshelfer nach Syrien gegangen. In der Türkei gründete er seine eigene Hilfsorganisation. Nach seinem Verschwinden am 1. Oktober 2013 in der IS-Hochburg Al-Rakka war er zum Islam konvertiert und hatte den Vornamen Abdul-Rahman angenommen.

Auch der britische Taxifahrer Alan Henning wollte den Menschen in Syrien helfen. Der 47-jährige Vater zweier Kinder war im Dezember im Norden Syriens verschleppt worden, als er Hilfsgüter für Flüchtlinge in das Bürgerkriegsland brachte. Der IS tötete ihn nach eigenen Angaben als Vergeltung für die britische Beteiligung an den Luftangriffen gegen seine Kämpfer. Nach seiner Ermordung hat die Europäische Union ihre Entschlossenheit zum Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterstrichen. Zusammen mit internationalen und regionalen Partnern werde die EU keine Mühe scheuen um sicherzustellen, dass alle Täter zur Verantwortung gezogen würden.

US-Präsident Barack Obama erklärte, die USA würden zusammen mit ihren Partnern "entschiedene Maßnahmen ergreifen, um den IS zu schwächen und endgültig zu zerstören". Der UN-Sicherheitsrat erklärte, das Video sei "eine tragische Erinnerung an die zunehmenden täglichen Gefahren für humanitäre Helfer in Syrien". Frankreichs Staatschef François Hollande äußerte sich empört über das "abscheuliche Verbrechen", das nicht ungestraft bleiben werde. Der britische Premierminister David Cameron sagte, es werde alles getan, um diese Organisation zu besiegen, die Menschen auf eine zutiefst unbarmherzige, sinnlose und barbarische Art behandele.

Kampf um Kobane

Die Gefechte um die in Nordsyrien gelegene kurdische Enklave Kobane zwischen kurdischen Volksschutzeinheiten und Kämpfern des IS dauern an. Mindestens 35 Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat sind an diesem Samstag durch Luftangriffe der USA und ihrer arabischen Verbündeten in Syrien getötet worden. Drei Angriffsversuche der IS-Miliz seien in der Nacht verhindert worden, sagte der Sprecher der Volksschutzeinheiten (YPG), Redur Chelil, der Nachrichtenagentur dpa. Nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte konzentrierten sich die Kämpfe zurzeit auf die Südwest-Front von Kobane (Arabisch: Ain al-Arab).

Der IS versucht seit Tagen, die von Kurden verteidigte Stadt einzunehmen. Kampfflugzeuge der US-geführten internationalen Koalition gegen den IS hatten am Freitagabend erneut Stellungen der Miliz bei Kobane angegriffen. Nach Angaben eines Sprechers reichen die Luftschläge nicht aus, um die Miliz zu vertreiben.

Erdogan warnt Terroristen vor Einsatz der Armee

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sprach in Zusammenhang mit dem IS erneut ausdrücklich von einer "Terrororganisation". Er warnte die Dschihadisten vor einem Angriff auf das Grabmal von Suleiman Schah. Das Mausoleum für den Großvater von Osman I., dem Begründer des Osmanischen Reichs, liegt in Syrien, gehört aber zum türkischen Territorium und wird von 40 türkischen Soldaten bewacht. "Wenn man unseren Soldaten auch nur ein Haar krümmt, wird die Türkei mit ihrer Armee das Notwendige tun und schlagartig wird sich alles ändern", sagte Erdogan.

Das Parlament in Ankara hatte die Regierung am Donnerstag ermächtigt, mit ihrer Armee auf syrisches und irakisches Territorium einzumarschieren. Erdogan forderte erneut die Einrichtung einer Schutzzone für Flüchtlinge innerhalb Syriens. Insgesamt flohen mehr als 1,5 Millionen Menschen vor dem Bürgerkrieg in Syrien in die Türkei.

hf/pg (afpd, dpa)