Else-Lasker-Schüler-Preis für Sibylle Berg | Bücher | DW | 27.11.2016
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Bücher

Else-Lasker-Schüler-Preis für Sibylle Berg

Ihre Texte sind eigenwillig wie die Autorin, ihre Stücke manchmal sperrig und voller Widerspruchsgeist. Dafür bekommt die Schriftstellerin Sibylle Berg den Else-Lasker-Schüler-Dramatiker-Preis 2016.

"Es ist ein ganz eigener, unverkennbarer Sound, den Sibylle Berg entwickelt hat", lobte die Rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer die Preisträgerin bei ihrer Rede im Pfalztheater in Kaiserslautern. "Ein subtiler Witz, ein Hauch von Zynismus gepaart mit einer ernsthaften Botschaft: Einer unerbittlichen Gesellschaftskritik." Sibylle Berg habe dies in zahlreichen Romanen, Bühnenstücken und ausgezeichneten Hörspielen mehrfach unter Beweis gestellt, so die Laudatorin.

Sibylle Berg (Jg. 1962) ist in Weimar geboren, lebt und arbeitet in Zürich und Tel Aviv und gehört zu den wichtigsten zeitgenössischen Autoren. 2016 bekam sie den renommierten Hörspielpreis der Kriegsblinden für ihr Hörstück "Und jetzt: Die Welt!", ein furioses wildes, atemloses Stück voll ätzender Komik, wie die Jury urteilte.

Buchcover Sibylle Berg: Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot

Typischer Buchtitel von Sibylle Berg

Der mit 10.000 Euro dotierte Dramatiker-Preis wird als Förderpreis seit 1993 verliehen und zeichnet deutschsprachige Dramatiker aus. Laudatorin Manu Dreyer erinnerte nochmal an die Namensgeberin des Preises: Else Lasker-Schüler (1869 – 1945), erfolgreiche expressionistische Dichterin der Weimarer Republik musste 1933 vor den Nazis fliehen und lebte ab 1933 im Exil in Jerusalem, wo sie 1945 völlig verarmt und vergessen starb.

Außer Berg wurden noch drei Nachwuchsautoren mit dem Else-Lasker-Schüler-Stückpreis 2016 ausgezeichnet. Maria Milisavljevic bekam ihn für ihr Stück "Beben", die Autorin Nina Ender für das Theaterstück "polyboskomplex". Der Preis ist mit 3000 Euro dotiert, kann aber auch als dreimonatiges Aufenthaltsstipendium am Pfalztheater in Kaiserslautern umgewandelt werden. Der dritte Preis ging an Stephan Roiss für sein Stück "Hektora 4 3 4".

Zu den früheren Preisträgern des Dramatikerpreises gehören unter anderen Peter Handke (2014) und Elfriede Jelinek (2003).

hm/hf (epd/kna)