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Politik

Eliteeinheiten greifen verschanzte Terroristen an

Nach der verheerenden Anschlagsserie in Bombay ist die indische Armee mit einem Großeinsatz gegen die islamistischen Angreifer vorgegangen. Mehr als hundert Menschen wurden durch die Terrorwelle getötet.

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Das brennende Luxushotel Taj Mahal in Bombay

Eliteeinheiten von Polizei und Armee griffen am Donnerstag (27.11.2008) die in zwei Luxushotels und einem jüdischen Zentrum verschanzten mutmaßlichen islamischen Extremisten an.

Geiseln aus jüdischem Zentrum befreit

Nach offiziellen Angaben wurden die Kämpfer im Hotel ’Taj Mahal’ von den Sicherheitskräften getötet. Die Besetzung des Hotels sei beendet, hieß es. Aus einem jüdischen Zentrum in Bombay befreiten die Sicherheitskräfte nach Angaben eines Sprechers gleichzeitig mindestens sieben Menschen, die von den Terroristen aus Geiseln genommen worden waren.

Indien Terror Bombay Karte

Stadrplan von Bombay mit den Schauplätzen der Terrorangriffe

Die Militäraktion gegen die Kämpfer, die sich in dem Hotel Oberoi/Trident verschanzt haben, dauerte noch an. In dem Gebäude hält sich eine unbekannte Zahl von Hotelgästen versteckt oder befindet sich in der Gewalt der Extremisten. Aus beiden Hotels waren während des Tages Schüsse und Explosionen zu hören. In den Gebäuden brachen Brände aus.

Mindestens 119 Tote

Bei der am Mittwochabend begonnenen Terrorwelle sind nach Angaben der indischen Behörden zwischen 119 und 125 Menschen getötet worden. Mehr als 320 Personen hätten Verletzungen erlitten. Korrespondenten wiesen allerdings darauf hin, dass dies nur Schätzungen seien. Die Lage in der westindischen Metropole sei weiterhin chaotisch.

Mumbai Schießerei

Ein indischer Soldat vor dem Oberoi-Hotel

Unter den Todesopfern ist auch ein Medienunternehmer aus München. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte in Berlin, es sei nicht auszuschließen, dass es noch weitere deutsche Opfer gebe. Mehrere Bundesbürger hätten Verletzungen erlitten. Im Auswärtigen Amt und im deutschen Generalkonsulat im Bombay wurden Krisenstäbe eingerichtet. Schweden stellte auf Bitten der EU ein Sanitätsflugzeug bereit, um verletzte Europäer auszufliegen.

Islamisten-Gruppe bekennt sich

Zu den Anschlägen bekannte sich die bislang unbekannte islamistische Gruppe Deccan Mudschaheddin. Anrufer bei indischen Medien forderten im Namen der Organisation die Freilassung inhaftierter Gesinnungsgenossen und kritisierten den Umgang Indiens mit Moslems in Kaschmir.

Die Terrorwelle war genau koordiniert: Kleine Gruppen Bewaffneter griffen nahezu gleichzeitig die beiden Hotels, das Gemeindezentrum, ein Touristen-Restaurant und den größten Bahnhof Bombays an. Die Terroristen schossen um sich und schleuderten Granaten. Nach Erkenntnissen der indischen Sicherheitskräfte kam zumindest ein Teil der Attentäter per Schiff nach Bombay.

Premier Singh: Hintermänner im Ausland

Nach den Worten des indischen Regierungschef Manmohan Singh sind die Hintermänner der Angriffe in den Nachbarländern zu suchen. Seine Regierung werde es nicht hinnehmen, dass das Territorium von Nachbarn als Basis für Angriffe gegen Indien benutzt werde, sagte Singh in einer Fernsehansprache. Ein bestimmtes Land nannte Singh nicht. Ein Armeegeneral erklärte allerdings, die Attentäter stammten aus Pakistan. Die Regierung in Islamabad wies dies zurück.

Weltweit lösten die Anschläge Trauer und Entsetzen aus. Wie zahlreiche Staats- und Regierungschefs drückte auch Angela Merkel ihr Mitgefühl mit den Opfern aus und verurteilte die Anschläge aus das Schärfste. (wl)

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