Elfenbeinküste: Leiterin des Goethe-Instituts getötet | Aktuell Afrika | DW | 14.03.2016
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Aktuell Afrika

Elfenbeinküste: Leiterin des Goethe-Instituts getötet

Unter den Opfern des Terroranschlags an der Elfenbeinküste ist auch eine Deutsche. Die Leiterin des Goethe-Instituts in Abijan wurde getötet.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier bestätigte in Berlin, dass sich unter den Opfern des Terroranschlags in der Elfenbeinküste auch eine Deutsche befindet. Nach Informationen der Deutschen Welle handelt es sich dabei um die Leiterin des Goethe Instituts in Abidjan, Henrike Grohs. Grohs stand seit rund zwei Jahren an der Spitze des Instituts.

Das Goethe-Institut bestätigte den Tod von Grohs. "Henrike Grohs, die sich für ein sinnvolles Leben der Menschen mit aller Kraft einsetzte, musste so sinnlos sterben!", sagte der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, in einer Pressemitteilung.

Steinmeier bekundent Beileid

Grohs ist eine von 14 Zivilisten, die am Sonntag von schwer bewaffneten Attentätern im Urlaubsort Grand Bassam getötet wurden. Unter den Toten ist auch ein Franzose. Auch zwei Polizisten und sechs der Attentäter kamen ums Leben. Zu dem Anschlag bekannte sich die islamistische Terrororganisation Al-Kaida im islamischen Maghreb (AQIM). Ihre Kämpfer hatten am Sonntag drei Hotels in dem bei Ausländern beliebten Badeort angegriffen.

Steinmeier erklärte, sein tief empfundenes Mitgefühl gelte den Angehörigen und Freunden aller Opfer des Anschlags. Die Anschläge in der Elfenbeinküste und in Ankara zeigten erneut, dass "der Kampf gegen den Terror eine gemeinsame Aufgabe der internationalen Gemeinschaft ist". Päsident Alassane Ouattara, der noch am Sonntag an den Ort des Anschlags gereist war, sagte: "Diese schändlichen Anschläge der Terroristen werden in der Elfenbeinküste nicht toleriert. Die Folgen sind leider dramatisch. Die Terroristen haben 14 Zivilisten getötet, sowie zwei Menschen unserer Spezialeinheiten. 22 Personen wurden verletzt.". Noch im Lauf des Tages will er zu einer Dringlichkeitssitzung mit seinem Kabinett zusammenkommen.

Mehrere Anschläge im Nachbarland

Nach mehreren Jahren Bürgerkrieg gilt die Elfenbeinküste als politisch stabil. Sicherheitskräfte haben aber nicht alle Teile des Landes unter ihrer Kontrolle. Im Norden grenzt die Elfenbeinküste an Mali, wo Al-Kaida im islamischen Maghreb und ihr nahestehende Gruppen bereits mehrere Anschläge verübt haben. Im November vergangenen Jahres waren bei einem Anschlag auf ein Luxushotel in der malischen Hauptstadt Bamako 21 Menschen getötet worden.

Beteiligt am Kampf gegen Terror im Sahel

Lori-Anne Théroux-Bénoni vom Institute for Security Studies in Dakar erläuterte, nach den Angriffen von Bamako im November und Ouagadougou im Januar habe auch die Elfenbeinküste mit Anschlägen rechnen müssen - einerseits wegen der diplomatischen Rolle, die sie in der malischen Krise eingenommen hat, und andererseits, weil sie einen großen französischen Militärstützpunkt auf ihrem Territorium beherbergt.

Dieser Stützpunkt spiele eine Rolle in der ivorischen Krise und in der bilateralen Kooperation zwischen Frankreich und der Regierung Ouattara. Zurzeit liefere diese Basis eine logistische Unterstützung in der Operation Sicheldüne (Barkhane), die sich gegen Terroristen im Sahel richtet.

ml/cr (dw, dpa, epd)