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Kultur

Elf Tote nach Amoklauf in finnischer Berufsschule

Ein Amokläufer hat in einer Berufsschule in der südwestfinnischen Kleinstadt Kauhajoki ein Blutbad angerichtet. Nach Angaben der Polizei kamen elf Menschen ums Leben, unter ihnen der Täter.

Polizeifahrzeuge am Tatort hinter Verkehrsinsel (Quelle: AP)

Polizei riegelte den Tatort ab

Zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres hat am Dienstag (23.09.2008) ein schwer bewaffneter Amokläufer eine Schule in Finnland überfallen. Der 22-jährige Täter stürmte am Vormittag gegen 11 Uhr Ortszeit in die Berufsschule der Stadt Kauhajoki, als sich nach Angaben des Rektors etwa 150 der insgesamt 200 Schüler dort aufhielten.

Laut Polizei schoss der Mann wild um sich, bevor er überwältigt und entwaffnet werden konnte. Zehn Mitschüler wurden dabei getötet. Neun von ihnen waren sofort tot, eine 21-jährige Frau starb später in der Klinik. Anschließend schoss sich der Täter selbst in den Kopf. Auch er erlag wenige Stunden später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.

In der Schule brachen während des Amoklaufs zudem mehrere Brände aus. Sie konnten bis zum Mittag von der Feuerwehr unter Kontrolle gebracht werden.

Polizei vernahm Amokläufer am Tag vor der Tat

Berufsschule im finnischen Kauhajoki aus der Luft (Quelle: AP)

Hier geschah die Bluttat

Innenministerin Anne Holmlund bestätigte in Helsinki, dass sich der aus Kauhajoki stammende Täter auf dem Internetportal "YouTube" bei Schießübungen auf Video präsentiert hat. Mittlerweile ist die entsprechende Seite gesperrt worden. Wenige Stunden vor dem Amoklauf hatte sich der 22-Jährige zuletzt auf "YouTube" angemeldet. Internetnutzer sollen ihn als Täter identifiziert haben.

Laut Holmlund war der Verdächtige erst am Montag von der Polizei vernommen, dann aber wieder freigelassen worden. Es habe keinen Grund zum Einschreiten gegeben. Anlass für die Vernehmung waren die "You Tube"-Videos, auf die die Polizei aufmerksam geworden war. Kurz vor dem Amoklauf hatte der Schüler zudem im Internet ausdrücklich ein "Massacre in Kauhajoki" angekündigt.

Frage nach den Konsequenzen

Die finnische Regierung trat in Helsinki zu einer Sondersitzung zusammen. Nach einem Amoklauf im vergangenen Jahr hatte es in der finnischen Öffentlichkeit massive Forderungen nach einer Verschärfung der Waffengesetze gegeben.

Im November 2007 hatte ein 18-jähriger Schüler in der Kleinstadt Tuusula in einem Schulzentrum sechs Schüler, die Rektorin und die Schulkrankenschwester erschossen. Anschließend nahm er sich selbst das Leben. (gri)

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