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Politik

Elf Prozent hinter Bush

Herausforderer John Kerry fällt nach dem republikanischen Parteitag bei den Meinungsumfragen hinter Amtsinhaber George Bush zurück. Jetzt sollen Ex-Clinton-Berater dem angeschlagenen Kerry wieder auf die Beine helfen.

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Wird ihm das Lachen vergehen? Kerry liegt deutlich hinter Bush

Nach dem Parteitag der Republikaner in New York zeigen aktuelle Meinungsumfragen in den USA Präsident Bush deutlich vor seinem demokratischen Herausforderer John Kerry in Führung. Zwei Monate vor dem Wahltermin am 2. November beginnt man sich im Lager der Demokraten ernsthaft Sorgen zu machen. Kurz vor seiner Herzoperation gab Ex-Präsident Bill Clinton John Kerry am Telefon den Ratschlag, den Unterschied zwischen sich und Präsident Bush stärker herauszuarbeiten. Polit-Strategen aus der Umgebung Clintons sollen jetzt das Kerry-Team verstärken.

Bis zu elf Prozentpunkte Rückstand

Bush führt den Wahlkampf weiter

Präsident Bush im Aufwind

Alle am Wochenende (4./5.9.) nach dem republikanischen Parteitag veröffentlichten Meinungsumfragen geben Bush mindestens zehn Prozentpunkte Vorsprung vor John Kerry. In einer Erhebung des Nachrichtenmagazins "Newsweek" sind es sogar elf Prozent. Die gleiche Umfrage gibt Präsident Bush die höchste Zustimmungsrate in diesem Jahr. Danach sind 55 Prozent alle US-Bürger mit seiner Amtsführung derzeit zufrieden, nur 40 Prozent zeigten sich unzufrieden. Im Lager des demokratischen Präsidentschaftskandidaten John Kerry gibt man sich trotz dieses für ihn negativen Trends äußerlich unbeeindruckt. "Wir hatten immer damit gerechnet, dass Bush durch seinen Parteitag einen Schub von um die zwölf Prozent bekommt", erklärt Mary Cahill, Kerrys Wahlkampf-Managerin.

Doch hinter den Kulissen ist bei den Demokraten Unruhe zu spüren. Denn John Kerry konnte umgekehrt aus seinem Parteitag in Boston Ende Juli keinen Honig in den Umfragen saugen. Ranghohe Demokraten, wie Chris Dodd, kritisieren, dass Kerrys Wahlkampf-Botschaft bislang völlig unklar sei, während Bushs Wahlkampf fokussiert und präzise sei.

Stärkere Betonung der Innenpolitik

Und selbst Bill Clinton nutzte am Wochenende einen Anruf Kerrys im Krankenhaus in New York, in dem der Ex-Präsident am Montag (6.9.2004) am Herzen operiert wurde, um seinem möglichen Nachfolger anderthalb Stunden lang gute Ratschläge für seinen Wahlkampf zu geben. So empfahl Clinton Kerry, stärker Präsident Bushs innenpolitische Bilanz anzugreifen.

Auch Bill Schneider, Wahldemoskop des Nachrichtensenders CNN, bezweifelt, dass Kerry die Wahl mit seinem Kriegsdienst in Vietnam oder mit dem Thema nationale Sicherheit gewinnen kann. Vielmehr müsse der demokratische Kandidat die Leistungsbilanz des Präsidenten und die US-Wirtschaft zum Thema machen. Dafür soll jetzt auch John Sasso sorgen, der als oberster Kerry-Berater den demokratischen Präsidentschaftskandidaten von nun an täglich im Wahlkampf begleiten soll. Sasso organisierte schon den Präsidentschaftswahlkampf von Michael Dukakis im Jahr 1988, den dieser dann allerdings gegen Präsident Bush senior verlor.

John Kerry selbst gab sich am Montag trotz des Tiefs in den Umfragen kämpferisch: "Wir werden die Republikaner scharf attackieren in den nächsten zwei Monaten. Und wir werden den Unterschied zwischen unseren beiden Parteien verdeutlichen."

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