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Fokus Südosteuropa

Elend und kein Ende in Südserbien

Mit einem monatlichen Durchschnittseinkommen von 150 Euro bildet Südserbien das Schlusslicht im Land. Immer mehr Menschen leben am Existenzminimum und müssen staatliche Unterstützung beantragen.

Panorama der südserbischen Kommune Kursumlija (Foto: DW)

Kursumlija - geplagt von Armut

Das Leben in der südserbischen Kommune Kursumlija ist nicht leicht: Entlegen, an der Grenze zu Kosovo, leidet dieser Landesteil an den Folgen der Privatisierung beziehungsweise dem Bankrott staatlicher Betriebe. Die Zahl der Sozialhilfeempfänger hat sich in den vergangenen zehn Jahren drastisch erhöht, weil Firmen pleite gegangen und viele Menschen seitdem auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. Das Durchschnittseinkommen der Beschäftigten ist dreimal niedriger als in der reichsten Kommune des Landes Neu Belgrad.

Viel mehr Bedürftige

Menschen drängen sich in der Suppenküche in Kursumlija (Foto: DW)

Engpässe in der Suppenküche

Im Sommer können sich die Sozialhilfeempfänger noch mit den Einnahmen aus Saisonarbeiten über Wasser halten. Doch auch das sei nicht einfach, klagen die Betroffenen. Immer mehr Menschen, vor allem Langzeitarbeitslose, sind auf Hilfe von außen angewiesen: In der Suppenküche des Roten Kreuzes erhielten täglich etwa 900 Bedürftige eine warme Mahlzeit, so die Organisation. Inzwischen seien rund 2000 neue Anträge auf Essenshilfe eingegangen. Doch das Rote Kreuz will die Suppenküche Ende August schließen. Es fehle an Geld für eine Fortsetzung der Arbeit.

Wenig Geld für Soziales

Serbische Dinar (Foto: DW)

Bedürftige sehen manchmal keinen Dinar

Schätzungsweise haben weitere 2000 Menschen in Kursumlija zwar keine staatliche Unterstützung beantragt, leben aber am Rand des Existenzminimums. Im vergangenen Jahr habe die Kommune rund 40.000 Euro für die sozial Schwachen zur Verfügung gestellt, sagt der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde, Zoran Vuckovic. Doch das Geld habe nicht für alle Bedürftigen gereicht. Der Posten für Sozialhilfe im Budget sei im Vergleich zu der Anzahl der Bedürftigen zu niedrig.

Nach Angaben der Arbeitsagentur in Kursumlija gibt es in der Kommune, in der 21.000 Menschen leben, derzeit über 3000 Arbeitslose - Tendenz steigend. Der Mangel an Arbeitsplätzen und das geringe Einkommen führen zudem dazu, dass immer mehr Menschen auf der Suche nach einem Job und einem besseren Leben auswandern. Und Maßnahmen zur Föderung der Wirtschaft sowie zur Verbesserung des Lebensstandards sind nicht in Sicht.

Autorinnen: Ljiljana Danilovic / Mirjana Dikic

Redaktion: Julia Kuckelkorn

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