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DokFilm

Elementar oder schamlos? Die Debatte um Kunst und Flüchtlinge

Der chinesische Künstler Ai Weiwei hat das bekannteste Bild der Flüchtlingskrise nachgestellt. Das Foto des dreijährigen Alan Kurdi aus Syrien, der tot am Strand bei Bodrum angespült wurde, ging Ende 2015 um die Welt.

Die Aufnahme mit Ai Weiwei ist im Januar 2016 während eines Foto-Shootings für das News-Magazin India Today auf der griechischen Insel Lesbos entstanden. Doch nicht jeder fand diese Art des Protestes gegen die europäische Asylpolitik ethisch vertretbar. In den Medien sorgte sie für heftige Diskussionen. Darf man das? Kunst mit dem grausamen Leid der Flüchtlinge machen?

 

India Today 1.2.2016

“Das India Today-Team…..hat  48 Stunden mit Ai Weiwei verbracht, der auf Lesbos ein Mahnmal für Flüchtlinge kreieren wollte, um auf ihre Notlage aufmerksam zu machen und eine Botschaft von Frieden, Brüderlichkeit und Vertrauen zu verbreiten.“

 

Washington Post 30.1.2016 - Interview Sandy Angus Co-Owner Indian Art Fair

 „Es ist ein ikonisches Bild, weil es sehr politisch und menschlich ist und einen so wichtigen Künstler einbezieht“

 

artefakt-sz.net 20.6.2016

„Vielleicht hatte es mit Anteilnahme und Mitgefühl zu tun, ganz sicher wollte er, dass der tote Junge nicht vergessen wird.“

 

Hannoversche Allgemeine Zeitung 1.2.2016

„Es ist eine verstörende Aktion – sie erinnert an ein schreckliches Geschehen, das immer noch andauert, und sie ist Teil eines entfesselten Kunstmarktes, dessen Währung Aufmerksamkeit ist. Ist das nun starke politische Kunst oder doch eher eine peinliche Pose?“

 

Achgut.com 22.3.2016

„Was blieb, war der schale Nachgeschmack, dass sich ein der Medienöffentlichkeit bedienender Künstler als Märtyrer für die gute Sache an den Strand legt, um damit sein Tun ins Parareligiöse zu transportieren.“

 

faz.net 3.2.2016

„Die Unterstellung, mit scheinbar politischen Aussagen sich selbst  ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken zu wollen, wird von Kritikern nicht zum ersten Mal formuliert.“ „Die Fotografie von Ai erhebt nicht den Anspruch, Kunst zu sein. Sie ist nur Mittel zum Zweck…….Denn anders als die vielen Leichname ertrunkener Flüchtlinge ist Ais massiger Körper tatsächlich eine der höchsten Litfaßsäulen der Medienöffentlichkeit. Was dort plakatiert wird, sehen alle.“

 

Süddeutsche Zeitung Magazin 26.5.2016

„Ai Weiwei will unbequem sein, so viel ist klar. Er betrachtet das als seinen Job. Er gegen das System: früher die Diktatur in seiner Heimat, heute die europäische Flüchtlingspolitik. Und wahrscheinlich ist das die Krux: Nicht er hat sich verändert, sondern die Art, wie er wahrgenommen wird.“

 

Welt N24 1.2.2016  

„Was also erhofft sich ausgerechnet der große Moralist Ai Weiwei von dieser Aktion? Man kann nur zynisch werden: Vielleicht startete er eine „Ice Bucket Challenge“ für Refugees. Vielleicht wünscht er sich tatsächlich, dass man die Pose nachstellt….Und man möchte sich gar nicht vorstellen, wie sich Ai Weiwei in den Kies kniet und sich auf der Suche nach der passenden Lage über den Strand rollt.“

 

Art Das Kunstmagazin 5.10.2016

“Wenn Künstler wie Ai Weiwei…..gegen Missstände  protestieren, wie im Fall der europäischen Flüchtlingspolitik, hagelt es regelmäßig Verrisse – auch hier bei Art. Die Kunst sei skandalisierend, zu aggressiv und zu laut. Aber was anderes soll politische Kunst denn sein?.....Sie (die Kritiker) wollen die politische Kunst zu ihrer zahnlosen Softversion domestizieren, die brav, unauffällig und ganz ohne zu „menscheln“ politische Themen „sensibel“ diskutiert.“

 

Spiegel Online 3.9.2015 - Interview mit Medienethiker Peter Maxwill

„…Journalisten sollten solche Fotos nicht missbrauchen, um die eigenen Leser zu erziehen oder wachzurütteln. Das Bild an sich hat eine Wirkung, die aufrüttelnd genug ist.“

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