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Wirtschaft

Elbtainer: Erfolg durch Flexibilität

Erst stellte ihn die DW als erfolgreichen Startup-Unternehmer vor. Dann schwächelte die Konjunktur und es wurde plötzlich stürmisch für Andreas Atrott. Nun steuert er Elbtainer wieder sicher durch die raue See.

Nur elf Monate nach der Firmengründung knackte die

Elbtainer Trading GmbH

beim Umsatz die Millionenmarke. Zuversichtlich blickte der 28jährige Containerhändler aus Hamburg Anfang 2014 auf das zweite Geschäftsjahr des jungen Unternehmens. Doch dann kam die Krise mit Russland. Das Geschäft von Andreas Atrott brach ein: "Wir haben uns Gott sei dank ein Polster im letzten Jahr aufbauen können. Von dem haben wir zehren müssen."

Zum Glück für Atrott konzentrierten sich die Sanktionen auf den Food-Bereich. Betroffen war hauptsächlich das Geschäft mit den Kühlcontainern. Der Bereich der Standard-Container erholte sich schnell. "Im Juni sind die Buchungen drastisch nach oben gegangen und halten bis heute an", sagt er gegenüber der Deutschen Welle.

Effiziente Nutzung der Container

Container von der Elbtainer Trading GmbH in Shanghai (Foto: Elbtainer)

Seine Container sind auf der ganzen Welt zu finden - hier in Shanghai (Foto: Elbtainer)

35 Prozent steuert das Russland-Geschäft zum Gesamtumsatz der Elbtainer Trading GmbH bei, die neue oder gebrauchte Container vermietet oder verkauft. Dabei ist Effizienz die Trumpfkarte von Andreas Atrott: "Wir arbeiten zum Beispiel mit den Reedereien, die russische Häfen anlaufen. Indem wir ihnen unsere Container für die Einwegpositionierung von Punkt A nach Russland zur Verfügung stellen, vermeiden wir, dass die Container im leeren Zustand nach Russland gelangen."

Effizient deshalb, weil die Container nicht leer laufen. So zahlen die Reedereien nur für den einen Weg Miete, die Elbtainer verkauft die Container nach Russland ohne Transportkosten und der russische Kunde bekommt die Container zu einem guten Preis.

Flexibel auf den Markt reagieren

Effizienz sei die eine Sache, Flexibilität die andere, betont der Jungunternehmer. So hat er sich seit Jahresanfang der neuen Geschäftssituation schnell angepasst: "Die Kunden haben in dieser Zeit wenig Container gekauft, aber viele Transporte angefragt."

Das muss man sich so vorstellen: Viele Containerhändler bieten den Verkauf ab München oder Stuttgart an. Der Kunde muss dann selber zusehen, wie er den Container dahin bekommt, wo er ihn haben will. Da Atrott und sein Kollege Lars Graulo beide aus dem Speditionsgeschäft kamen, wurden die alten Kontakte aktiviert und ein flächendeckendes Transportnetz für Container aufgespannt. Und Transporte haben den Verkauf wieder angekurbelt. Denn warum über zwei Händler, wenn man alles aus einer Hand haben kann? "Ein Ansprechpartner ist dem Kunden lieber als wenn er sich an mehrere Instanzen wenden muss", sagt Atrott.

Depots überall

Mit den Transporten kamen die Hinterlanddepots: "Wir haben uns natürlich Gedanken gemacht und haben mit den Reederei-Depots Kontrakte geschlossen, so dass wir in der Lage waren, in Deutschland an jedem wirtschaftlich wichtigen Standort ein Depot zu eröffnen, um dort unsere Container zu lagern", so Atrott weiter.

Innerhalb von wenigen Monaten haben Atrott und Graulo 26 Depots in Deutschland aufgebaut. So haben sie permanent 300 bis 400 Container abrufbereit. Unter den Käufern finden sich vermehrt Privatpersonen."Viele Privatkunden stellen sich Container zu Lagerzwecken hin, oder bauen sich die Container in kleine Gartenparzellen um oder aus", erzählt der Jungunternehmer.

Zweckentfremdeter Container (Foto: S.Brandt/pocketcontainer.de)

Zweckentfremdeter Container

Erste Fusion

Um diese neue Kundengruppe zu bedienen, plant Elbtainer die erste Fusion mit einer Firma in Stuttgart, die ein

Containerportal

betreibt. Noch diese Woche wird alles über die Bühne gehen.

Der Portalbetreiber ist übrigens durch den

Bericht der Deutschen Welle

auf die Elbtainer Trading GmbH aufmerksam geworden.

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