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Musik

Elaiza in Kopenhagen: "Ganz krass!"

Wir haben das Damen-Trio Ela Steinmetz, Ivonne Grünwald und Natalie Plöger in Kopenhagen getroffen. Im Gespräch mit der DW äußern sie sich unter anderem zu den politischen Aspekten beim Eurovision Song Contest.

DW: Ein Kontrabass, ein Akkordeon und High Heels scheinen das Markenzeichen von Elaiza zu sein. Wie viele Paare von diesen Monsterschuhen habt ihr nach Kopenhagen mitgebracht?

Ela: Ich habe eine Tasche voll mit Heels. Ich habe mit ihnen die Treppe in meinem Hotelzimmer dekoriert. Wohn- und Schlafbereich sind in unseren Zimmern im Hotel mit einer Treppe verbunden. Und bei mir steht auf jeder Stufe ein Paar Heels. Man weiß ja nie, man muss alles dabei haben (schmunzelt).

Nachdem Ihr nicht nur deutschlandweit, sondern auch europaweit bekannt seid, könntet Ihr euch demnächst ein Paar mehr von diesen Schuhen leisten. Denn noch vor kurzem habt Ihr jobben müssen, um Geld zu verdienen. Der Leiter der deutschen Delegation beim ESC, Torsten Amarell, hat Euren Weg in den letzten zwei Monaten mit "from zero to hero" beschrieben. Wie verarbeitet man, in so einer kurzen Zeit aufzusteigen? Wie geht man damit um?

Ela, Yvonne, Natalie: Es ist immer noch ganz krass für uns. Wir haben nicht das Gefühl, dass wir oben sind. Wir sehen, dass unsere Musik mehr Aufmerksamkeit bekommt, aber wir haben nicht das Gefühl, dass wir Promis oder Sternchen sind. Wir sind halt Musiker.

Jetzt seid Ihr fast eine Woche in Kopenhagen beim Eurovision Song Contest. Was waren bis jetzt die Höhepunkte hier in Dänemark?

Ela bei einem Bühnenauftritt (Foto: Johannes Eisele/AFP/Getty Images)

Ela - immer noch gut bei Stimme

Alles. Jeden Tag gibt es einen neuen Höhepunkt. Jeden Tag gibt es Sachen, die neu und toll sind. Natürlich ist der richtige Höhepunkt am Samstag bei dem Finale. Aber der erste Höhepunkt war die erste Probe in der Halle. Das war für uns wie: "Oh, meine Güte!". Die Riesenbühne in dieser Riesenhalle und diese Beleuchtung! Der Wahnsinn!

Beim erstem Halbfinale gab es aber ein Ereignis, das die Aufmerksamkeit vieler Zuschauer und Journalisten auf sich gezogen hat. Nachdem der Moderator auf der Bühne verkündete, dass es Russland ins Finale geschafft hat, gab es Buhrufe im Publikum. Wie viel Politik spüren die Künstler hinter den Kulissen?

Erst mal ist es schade, dass es überhaupt eine Rolle spielt, weil der ESC unpolitisch sein sollte, und wir finden es echt unfair und gemein, dass man diesen Konflikt auf den Rücken der Mädchen austrägt. Sie können gar nichts dafür. Sie sind erst 17 Jahre alt, sie haben ein Superperformance geleistet, super gesungen und dann mussten sie sich so was anhören. Man muss sich in der Lage dieser Mädchen reinversetzten. Musik ist das, was uns miteinander verbindet, wir sind alle Menschen, wir sind gleichberechtigt.

Das heißt, Politik findet hinter den Kulissen beim ESC nicht statt?

Unter den Künstlern eigentlich gar nicht. Wir kriegen das zumindest gar nicht mit. Es wird aber durch die Presse sehr stark forciert. Und das ist eigentlich das Problem. Muss das sein?

Bei den russischen Zwillingen sieht die Performance spektakulär aus. Der Auftritt von Elaiza ist absichtlich schlicht gehalten. Oder gibt es Änderungen im Vergleich zu deutschem Vorentscheid?

Es ist so, dass die dänische Produktionsfirma für den Hintergrund und alles Ähnliches zuständig ist. Während der Proben haben wir bezüglich des Hintergrunds auch ein Paar Ideen gehabt. Wir haben sie durchgesprochen. Und wir denken, wir sind auf ganz gutem Weg. Aber es wird nicht viel von der Performance in Köln abweichen. Die Leute haben uns ja so genommen, wie wir sind, warum sollen wir dann eine Show voller Action machen, zum Beispiel mit Trapezkünstlern. Für uns sind unsere Instrumente und unsere Musik wichtig. Das sollte im Vordergrund stehen.

In einem der Interviews habt Ihr gesagt, dass die Platzierung beim ESC für Euch nicht so wichtig ist. Nicht allen hat das gefallen, man wolle doch für Deutschland einen guten Platz. Was würdet Ihr diesen Kritikern antworten?

Wir haben nicht gesagt, das wir uns keine Mühe geben - oder so was. Aber das Problem ist, dass wir überhaupt keinen Einfluss auf die Abstimmung haben. Wir können nur unser Bestes geben, genau so wie in Köln und in Hamburg beim Clubkonzert: Einfach mit möglichst viel Spielfreude und Spaß an die Sache gehen und versuchen, die Leute davon zu überzeugen. Aber im Endeffekt können wir nicht mehr machen als das.

Die Zuschauer in Deutschland dürfen für Euch jetzt nicht mehr anrufen. Aber wem würdet ihr Eure Stimmen geben?

Schwierig. Dieses Jahr ist alles anders. Dieses Jahr gibt es so viele gute Künstler und auch so individuell, und jede Show ist anders. Für jeden ist einfach etwas dabei.

Und fast jeder weiß von der ukrainisch-polnischen Abstammung von Ela. Ihr singt aber ein Lied auf Englisch. Könnten Eure Fans dann erwarten, dass Ihr irgendwann - wenn Ihr nicht auf Polnisch, Ukrainisch oder Russisch - auf Deutsch singt?

Ela: Ich würde niemals nie sagen. Ich bin Singer und Songwriter und ich schreibe Songs für andere Künstler. Ich habe auch deutsche Songs. Aber für uns war das ganz klar, dass wir uns auf die englische Sprache geeinigt haben, weil wir möchten, dass uns auch andere Länder verstehen.

Auf Polnisch kannst Du aber singen?

Ela: Auf Polnisch und auf Russisch.

Wisst Ihr schon, was Ihr nach Kopenhagen macht?

Konzerte! Direkt am nächsten Tag in Hamburg auf dem Hafen-Geburtstag, am Sonntag, den 11. Mai. Und dann am 13. Mai in Detmold. Und dann geht es los: Ende Mai, Juni und Juli gibt es mehrere Konzerte. Und am Ende des Jahres dann die Tour.

Elaiza vertreten Deutschland am 10. Mai beim Eurovision Song Contest 2014 in Kopenhagen. Bis vor kurzem noch völlig unbekannt, hatte das Damen-Trio um Sängerin Elżbieta Steinmetz - kurz Ela - bekannte Mitbewerber wie Unheilig beim Vorentscheid auf die Plätze verwiesen.

Das Gespräch mit Elaiza führte Andreas Brenner

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