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Aktuell Amerika

El Salvador wartet auf Wahlergebnis

Mehr als 20 Jahre nach Ende des Bürgerkrieges stehen sich in El Salvador die politischen Lager unversöhnlich gegenüber. Das enge Rennen bei der Präsidentschaftswahl zeigt den tiefen Riss, der durch das Land geht.

Der Ausgang der Stichwahl um das Präsidentenamt im mittelamerikanischen El Salvador ist so knapp, dass die Stimmen noch einmal ausgezählt werden müssen.

Nach dem vorläufigen Ergebnis liegt der Kandidat der linksgerichteten Regierungspartei FMLN (Frente Farabundo Marti para la Liberaction Nacinal), Salvador Sánchez Cerén, gerade mal 6500 Stimmen vor seinem Konkurrenten Norman Quijano von der rechtskonservativen Partei Arena (Alianza Republicana Nacionalista).

Präsidentschaftskandidat Sanchez Ceren von der FMLN (Foto: Reuters)

Präsidentschaftskandidat Sanchez Ceren von der FMLN

Das reichte dem Wahlamt nicht, um einen Sieger bekanntzugeben. Erst müssten die Stimmen neu ausgezählt und eine Reihe von Zwischenergebnislisten ausgewertet werden, die aus formalen Gründen noch nicht in das Ergebnis eingeflossen waren, sagte Wahlleiter Eugenio Chicas. Rund fünf Millionen Wähler waren am Sonntag zu der Stichwahl aufgerufen, nachdem in der ersten Wahlrunde Anfang Februar keiner der Kandidaten die notwendige absolute Mehrheit erreicht hatte.

Beide Bewerber hatten sich noch in der Wahlnacht zu Siegern erklärt. Quijano warf der Wahlbehörde Betrug und Korruption vor. Er kündigte an, seinen Wahlsieg "notfalls mit seinem Leben" zu verteidigen.

Der Kandidat der Arena, Salvador Norman Quijano (Foto: picture alliance(landov)

Der Kandidat der Arena, Salvador Norman Quijano

Beide wollen gewonnen haben

"Wir sind hier nicht in Venezuela. In El Salvador respektieren wir den Willen des Volkes", rief er vor Anhängern der Arena. Hingegen erklärte Sánchez Cerén die Salvadorianer hätten die Politik der FMLN bestätigt und er werde sich sofort an die Arbeit machen. Die internationalen Wahlbeobachter beschrieben die Abstimmung als fair und transparent. Er habe keine schwerwiegenden Manipulationsversuche feststellen können, sagte Nicanor Moscoso von der interamerikanischen Union der Wahlbehörden.

Politisch tief gespalten

Das tote Rennen zeigt, wie tief gespalten El Salvador auch mehr als über 20 Jahre nach Ende des Bürgerkriegs noch immer ist. Die eine Hälfte der Bevölkerung steht der FMLN nahe, die aus der linken Guerillabewegung hervorgegangenen ist. Die andere Hälfte wird von der Partei Arena vertreten, die einst von Mitgliedern der rechten Todesschwadronen gegründet wurde. 2009 hatte die FMLN mit dem populären parteilosen TV-Journalisten Mauricio Funes als Präsidentschaftskandidat erstmals gegen die Arena gewonnen. Die Wahl jetzt war somit eine Entscheidung über die Fortsetzung des bisherigen sozialdemokratischen Regierungskurses oder einen Schwenk zurück zur neoliberalen Wirtschaftspolitik.

wl/SC (dpa, epd)