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Wissen & Umwelt

El Niño - es braut sich was zusammen!

Das Wetterphänomen soll 2015 besonders schlimm werden. Der Höhepunkt soll zwischen Oktober und Dezember liegen. Das hat die Weltorganisation für Meteorologie heute bekanntgegeben. Was das bedeutet? Hier einige Fakten.

Infografik El Niño Satellitenbilder Englisch

Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) befürchtet, dass die Oberflächentemperatur im südöstlichen Pazifik wahrscheinlich um mehr als 2 Grad Celsius über dem Durschschnitt liegen werden.

Was genau ist El Niño?

El Niño ist eine Klimaanomalie im Südpazifik: In unregelmäßigen, mehrjährigen Abständen kehrt sich die normale Wettersituation um. Das Phänomen tritt zwischen der Westküste Südamerikas und dem südostasiatischen Raum auf, hat aber weltweite Auswirkungen und verursachte oft Naturkatatstrophen.

Normalerweise fließt warmes Oberflächenwasser von Südamerika nach Westen; aus den Tiefen des Ozeans strömt kaltes Wasser an Südamerikas Küsten. In El-Niño-Jahren versiegen diese Strömungen, kehren sich manchmal sogar um. Dadurch wird das Oberflächenwasser vor Australien und Indonesien um mehrere Grad kälter, das Wasser vor Südamerika wärmer als gewöhnlich.

Zuletzt ist das Klimaphänomen in den Jahren 2009/2010 aufgetreten. Für gewöhnlich dauert das Ereignis etwa ein Jahr.

Welche Auswirkungen hat El Niño?

Vor Südamerikas Küsten sterben in dem nun wärmeren Wasser Korallen, Plankton und Algen. Fische finden keine Nahrung mehr und wandern ab. In der Folge verhungern Seevögel und Robben zu Abertausenden und auch die Fischerei leidet.

Durch die starke Erwärmung des Wassers entstehen zudem Tiefdruckgebiete vor Südamerikas Westküste. Es kann zu sintflutartigen Regenfällen mit Erdrutschen, Überschwemmungen und Wirbelstürmen kommen.

Im westpazifischen Raum - in Indonesien und Nordaustralien - herrscht das entgegengesetzte Bild: Es entstehen Dürren mit Missernten und Waldbränden. Der Monsun, der normalerweise rechtzeitig Regen bringt, verspätet sich in El-Niño-Jahren oder bleibt aus.

Wodurch kommt El Niño zustande?

Das wissen Forscher bis heute nicht. Es deutet aber vieles darauf hin, dass das Phänomen nicht vom Menschen gemacht ist, sondern natürlicherweise bereits seit Jahrhunderten auftritt. Allerdings könnte El Niño durch den Treibhauseffekt verstärkt werden, also öfter und/oder intensiver auftreten.

Warum heißt El Niño so?

Die Veränderungen durch El Niño erreichen ihren Höhepunkt für gewöhnlich um die Weihnachtszeit. Peruanische Fischer, die von dem Klimaphänomen aufgrund des Mangels an Fisch besonders betroffen waren, tauften es daher "El Niño" - auf Spanisch bedeutet das "der Junge" oder auch "das Christkind".

Wie wahrscheinlich ist ein permanenter El Niño?

Forscher vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel haben mit mehreren gängigen Klimamodellen berechnet, dass die Ausnahme zur Regel werden könnte. Bis zum Jahr 2100 könnten sich, so sagen sie, die typischen Luftströmungen aufgrund der Erderwärmung generell abschwächen und ostwärts verlagern. Ein dauerhafter El Niño wäre die Folge. Allerdings wäre dieser Effekt nur schwach, sagen die Forscher.

Tatsächlich beobachten lässt sich dieser Trend noch nicht, eher im Gegenteil: Daten aus dem Zeitraum von 1979 bis 2012 weisen daraufhin, dass die Luftzirkulation, die einem El Niño entgegenwirkt, eher stärker geworden ist. Bisher basiert die düstere Vorhersage eines permanenten El Niños also lediglich auf Berechnungen.

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