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Politik

El Kaida zeigt Fotos von entführter Deutscher

Die Terrorgruppe El Kaida im Maghreb hat sich dazu bekannt, Ende Januar eine Deutsche und drei weitere europäische Touristen in Mali entführt zu haben.

Vier vermummte Menschen in Wüstengegend. Quelle: dw

Im Grenzgebiet zwischen Mali und Niger befinden sich insgesamt sechs Menschen in der Gewalt von Entführern

Der arabische Sender Al Dschasira strahlte in der Nacht zu Mittwoch (18.02.2009) eine Audio-Botschaft aus, deren Echtheit jedoch nicht überprüft wurde. Die 77 Jahre alte Deutsche war zusammen mit einem Schweizer Ehepaar, einem Briten und einem afrikanischen Fahrer bei der Rückfahrt von einem Tuareg-Kulturfest in Mali entführt worden. Das Auswärtige Amt in Berlin teilte mit, die Audiobotschaft sei dem Krisenstab bekannt und werde derzeit sorgfältig analysiert. Man bemühe sich weiterhin intensiv um eine Lösung, sagte eine Sprecherin.

Auswärtiges Amt warnt vor Reisen in das Grenzgebiet

Drei menschen auf Sofa, dpa

Im Dezember 2008 wurden diese drei Deutschen im Jemen gekidnappt. Sie wurden nach einigen Tagen wieder freigelassen

Jetzt hat die El Kaida-Gruppe noch einmal nachgelegt und Fotos der Entführten gezeigt. Forderungen zur Freilassung der Deutschen und ihrer Mitgeiseln will die Gruppe erst später stellen. Offenbar soll die Entführung ausgiebig als PR-Coup inszeniert werden.

Das Entführungsgebiet liegt in der trockenen Sahelzone unweit der Sahara. Nach Einschätzung der UN-Behörde für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) dient die Gegend Terroristen und Tuareg-Rebellen als Rückzugsort. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in das Grenzgebiet zwischen Mali und Niger.

Auch kanadische Diplomaten entführt

Algerische Medien hatten bereits vor einigen Tagen berichtet, dass ein Kommando des Anführers Mokhtar Belmokhtar hinter der Entführung stecke. Dieser suche gezielt nach europäischen Opfern, um hohe Lösegelder zu erpressen. Die Gruppe bekannte sich in der Audiobotschaft außerdem zu der Entführung zweier kanadischer Diplomaten, die im Februar im Niger verschleppt worden waren. Die Kämpfer behielten sich das "Recht" vor, ihre Geiseln nach den Regeln der islamischen Scharia zu behandeln. Bei der Deutschen handelt es sich um eine pensionierte Lehrerin aus der Nähe von Darmstadt. (as)

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