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Politik

El Kaida verhöhnt Briten wegen Truppenrückzug

Neue Stimmen von El Kaida: Die Nummer zwei des internationalen Terrornetzwerks, Eiman al-Sawahiri, hat den Rückzug der britischen Streitkräfte aus der südirakischen Provinz Basra als "Flucht" bezeichnet.

El-Kaida-Vize Eiman al Sawahiri im neuen El-Kaida-Video, Quelle: AP

Agressiv: El-Kaida-Vize Eiman al Sawahiri im neuen Video

Al-Sawahiri nannte den Rückzug der britischen Truppen eine "Flucht vor den Gotteskriegern". In einer Video-Botschaft, die das auf Terrorismusanalyse spezialisierte amerikanische IntelCenter am Montag (17.12.2007) veröffentlichte, sagt der Ägypter, die Berichte aus Washington und Bagdad über eine Verbesserung der Sicherheitslage im Irak seien falsch. "Und die Entscheidung der Briten zu fliehen, reicht aus, um dies zu beweisen." Der Zustand der US-Armee verschlechtere sich, sagte Sawahiri in der 98-minütigen Botschaft.

Das britische Militär hatte die Kontrolle über Basra am Wochenende an die irakischen Sicherheitskräfte übergeben. Der Sprecher der britischen Truppen im Irak, Major Mike Shearer, sagte, die Terroristen der El Kaida seien in Basra nicht präsent. Von einem Erstarken der Aufständischen zu sprechen zeuge "von einer völligen Unkenntnis der realen Herausforderungen, vor denen die Menschen in der Stadt stehen", sagte er. Vielmehr seien kriminelle Banden das eigentliche Problem in Basra.

Schiitische Milizen sorgen für Unsicherheit

Der El Kaida gehören nur sunnitische Muslime an, in der Öl-Stadt am Schatt al-Arab leben aber überwiegend Schiiten. Schiitische Milizen, die teilweise enge Beziehungen zum Iran haben sollen, liefern sich in Basra gelegentlich Gefechte mit den Sicherheitskräften oder gehen aufeinander los. Auch die jüngste Serie von Morden an Frauen, die sich dem Verhaltenskodex radikaler Islamisten nicht unterwerfen wollen, soll auf das Konto dieser Milizen gehen.

Außenminister David Miliband, Quelle: AP

Sichert weiter Hilfen zu: Großbritanniens Außenminister Miliband

Der britische Außenminister David Miliband, der an der Übergabezeremonie in Basra teilgenommen hatte, traf in Bagdad mit Ministerpräsident Nuri al-Maliki zusammen. Großbritannien habe versichert, dass es den Irak weiterhin politisch, wirtschaftlich und auch in Sicherheitsfragen unterstützen werde, sagte Iraks Außenminister Hoschiar Sebari nach dem Treffen.

Al-Sawahiri holt zum Rundumschlag aus

In seiner Video-Botschaft holte Sawahiri zum Rundumschlag aus: Osama bin Ladens Stellvertreter erklärte, die irakischen Sicherheitskräfte seien "Verrätertruppen, und die Amerikaner haben beschlossen, sie im Stich zu lassen". Die von den US-Truppen im Irak angeheuerten Bürgerwehren, die mit Hilfe der Stammesführer ins Leben gerufen wurden, schmäht er als Söldnertruppe, die nur durch "Bestechung" zustande gekommen sei.

Sawahiri sagte, der Irak sei seiner Ansicht nach beim "Heiligen Krieg" führend - der Zustand des irakischen Dschihad sei "insgesamt hervorragend". Er rief Muslime in mehreren Ländern auf, sich am Dschihad zu beteiligen, außer im Irak unter anderem auch in Afghanistan, Somalia, Tschetschenien und Algerien. Dem Iran warf der El-Kaida-Vize vor, mit den USA zusammengearbeitet zu haben, um die Taliban zu schwächen und den Irak zu spalten.

In Bezug auf die Lage in Pakistan sagte Sawahiri, die Verhängung des Ausnahmezustands durch Präsident Pervez Musharraf und die Rückkehr der ehemaligen Regierungschefin Benazir Bhutto seien von Washington gesteuert worden, "um der sich verschlechternden Situation in Afghanistan und Pakistan abzuhelfen". (tos)

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