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Politik

El-Kaida, die ungreifbare Bedrohung

Seit Jahren geistert ein Name um die Welt, verbreitet Angst und Schrecken: El Kaida. Trotz großer Fahndungen nach den Anhängern dieses Terrornetzes, gibt es nur wenige gesicherte Erkenntnisse über El Kaida.

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Beschuss der Bergfestung Tora Bora 2001: El-Kaida umzingelt?

Nicht einmal der Ursprung des Namens ist eindeutig zu klären - symptomatisch für ein Netzwerk, dessen Struktur und Ausmaß gleichermaßen im Dunkeln liegen. El-Kaida heißt übersetzt "die Basis". Einige behaupten, der Name "Basis" wurde der Gruppe um Osama bin Laden von der US-Regierung gegeben - wegen einer Computer-Datei, die Kontakte von Bin Laden auflistete, und diese Datei hieß "die Basis". Andere behaupten, der Terrorfürst selbst habe seine Trainingslager in Afghanistan, in denen so genannte Dschihadisten ausgebildet wurden, "Basis" genannt.

Kampf gegen "Juden und Kreuzfahrer"

Etwas eindeutiger geklärt ist, wann der Name "El-Kaida" das erste Mal um die Welt ging. Das war 1998, als Bin Laden zur Bildung einer "islamischen Weltfront zum Kampf gegen Juden und Kreuzfahrer" aufrief. Diesen Aufruf unterzeichneten auch Vertreter des islamischen Dschihad und der Gama`a al-Islamiya. Bin Laden erließ, obwohl er kein Rechtsgelehrter ist, eine Fatwa, ein islamisches Gutachten, das den Mord an Juden und Amerikanern für legitim erklärte.

Terroristische Tradition

Aber 1998 war keineswegs das Entstehungsjahr des Netzwerkes. El-Kaida ist im Grunde genommen der Zusammenschluss einzelner Mitglieder diverser Terrorgruppen, die bereits seit Jahrzehnten vor allem in der arabischen Welt aktiv waren.

Zum Beispiel gingen Teile der ägyptischen Muslimbruderschaft im Netzwerk von El-Kaida auf. Die Muslimbruderschaft (el-Ikhwan el-Muslimin) wurde bereits 1928 gegündet und richtete sich ursprünglich gegen die britische Besatzung am Nil. Nach der Unabhängigkeit Ägyptens forderte die Bruderschaft jedoch die Errichtung eines Staates nach islamischen Prinzipien mit Geltung der Scharia als Rechtsgrundlage. Seit den 70er Jahren verfolgte die Gruppe einen toleranteren Kurs, um politisch größeren Einfluss zu gewinnen - was viele Hardliner der Bruderschaft als Verrat an den Grundsätzen der Organisation ansahen. Bei ihnen stieß die Idee eines neuen, transnationalen und radikalen Netzwerkes auf offene Ohren.

Ähnlichen Zulauf erfuhr El-Kaida aus den Reihen der beiden islamistischen Organisationen Gama`a el-islamiya und islamischer Dschihad. Die extremistischen Flügel verurteilten liberalere Tendenzen innerhalb der beiden Gruppierungen. Auch für sie stellte El-Kaida eine Alternative dar.

Die Afghanistan-Invasion

Die 80er-Jahre - also die Jahre nach der Soviet-Invasion Afghanistans, die 1979 begann - gelten als Entstehungsphase El-Kaidas. Gewaltbereite und von fundamentalistischen Ideen getragene Muslime aus verschiedenen islamischen Ländern kamen hier zusammen und hatten die Möglichkeit, sich auszutauschen. Die Rote Armee marschierte im Dezember 1979 in das Land ein und sorgte in der gesamten islamischen Welt für einen Aufschrei der Entrüstung. Viele Menschen solidarisierten sich mit ihren "muslimischen Brüdern", ein kleiner Teil militanter und extremistischer Muslime machte sich auf den Weg, an der Seite ihrer "Brüder" in Afghanistan gegen die rote Bedrohung zu kämpfen.

Die Anlaufstelle dieser gewaltbereiten Gotteskämpfer war das so genannte Maktab al-Khadamat, ein Lager für die Mujahedin, geleitet von einem reichen Mann aus Saudi-Arabien: Osama bin Laden. Hier konnte er Kontakte knüpfen zu jungen Dschihadisten aus allen Teilen der islamischen Welt, der Grundstein für das Terrornetzwerk wurde gelegt. Zum Ende des Mujahedin-Widerstandes in Afghanistan entstand die Idee, die so bezeichneten Freiheitskämpfe auch auf andere Teile der islamischen Welt auszubreiten. Osama bin Laden rief den Dschihad aus.

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