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Politik

El Kaida breitet sich weiter aus

Das Terror-Netzwerk El Kaida baut seine Basis in mehreren Regionen aus, um Anschläge in Afrika, Europa und auf der arabischen Halbinsel ausüben zu können. Das behauptet die CIA. Bin Laden sei aber zunehmend isoliert.

Bin Laden (Quelle: AP)

Angeblich von Al Kaida abgeschnitten: Bin Laden

Besonders in Nordafrika und in Somalia knüpften Terroristenführer engere Kontakte zu militanten Gruppen, um ihre Handlungsfähigkeit zu vergrößern, sagte CIA-Direktor Michael Hayden am Donnerstag (13.11.2008) in Washington. Auch im Jemen werde El Kaida stärker. "Veteranen" der Kämpfe im Irak und Afghanistan seien dorthin gezogen. Sie hätten das Ziel, Attacken in Saudi-Arabien vorzubereiten. Diesen Zustrom von Kämpfern gebe es auch in Länder Nordafrikas, die als Ausgangspunkt für Anschläge in Europa genutzt werden könnten.

Die CIA hält El Kaida auch weiter für die größte terroristische Bedrohung der USA. Wenn es einen größeren Anschlag in den USA gäbe, würde er die Handschrift des Terrornetzwerks tragen, sagte Hayden.

Problemgebiet

Ein großes Problem ist dem CIA-Direktor nach weiterhin die Verbreiterung der Operationsbasis der El Kaida in den Stammesgebieten entlang der pakistanisch-afghanischen Grenze. "Heute hat praktisch jede größere terroristische Bedrohung, die meine Dienste verfolgen, Verbindungen in die Stammesgebiete", sagte Hayden. Allerdings gerate El Kaida auch dort immer mehr unter Druck, fügte er offensichtlich mit Blick auf Aktionen pakistanischer Sicherheitskräfte sowie US-Militärs hinzu.

Angriff auf Rebellenversteck

Nach pakistanischen Angaben sind bei einem US-Raketenangriff auf Aufständische im Grenzgebiet zu Afghanistan am Freitag mindestens zwölf Menschen getötet worden. Aus Sicherheitskreisen hieß es, mehrere Menschen seien verletzt worden. Ziel der Aktion im Stammesgebiet Nord-Waziristan sei ein Rebellenversteck gewesen. Eine mit Raketen bestückte amerikanische Drohne - ein unbemanntes Flugzeug - habe den Angriff ausgeführt.

Ein Angehöriger der Sicherheitskräfte, der anonym bleiben wollte, sagte, unter den Toten seien auch Ausländer. Einzelheiten nannte er nicht. Als Ausländer bezeichnen die Behörden in den Stammesgebieten meist arabische oder zentralasiatische El-Kaida-Anhänger. US-Raketenangriffe auf die Stammesgebiete haben in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen und sorgen für wachsenden Unmut in der Bevölkerung. Die pakistanische Regierung - offiziell ein enger Verbündeter der USA im Kampf gegen den Terrorismus - hat mehrfach ein Ende der Angriffe gefordert.

Bin Laden von Al Kaida abgeschnitten?

El-Kaida-Chef Osama Bin Laden ist nach Angaben des US-Geheimdienstes weitgehend isoliert. Er sei gezwungen, "einen Großteil seiner Energie seinem eigenen Überleben zu widmen", sagte Hayden. Bin Laden sei weitgehend abgeschnitten von den täglichen Aktionen El Kaidas. Dennoch habe die Fahndung nach ihm Vorrang für die CIA. "Wegen seiner kulthaften Bedeutung würden sein Tod oder seine Gefangennahme eindeutig einen großen Einfluss auf das Bewusstsein seiner Anhänger haben", sagte Hayden. Bin Laden könnte sich laut Hayden im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet aufhalten. Die Fahndung nach Bin Laden ist bisher trotz einer von USA ausgesetzten Belohnung in Millionenhöhe erfolglos geblieben. (chr)

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