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Nahost

El Kaida-Anführer im Irak angeblich getötet

Der El Kaida-Anführer im Irak, Abu Ajub al-Masri, soll bei einem Gefecht umgekommen sein. Eine Bestätigung liegt aber nicht vor, und die Terror-Organisation wies alle Gerüchte zurück.

Nahaufnahme von Abu Ajub al-Masri (AP)

El Kaidas Mann im Irak: Abu Ajub al-Masri

Die irakische Regierung geht Informationen nach, wonach der mutmaßliche Anführer des Terrornetzwerks El Kaida im Irak, Abu Ajub al-Masri, getötet wurde. Er soll bei einem Gefecht zwischen rivalisierenden Extremistengruppen in Tadschi nördlich von Bagdad getötet worden sein.

"Es gibt Geheimdienstinformationen, wonach Abu Ajub al-Masri bei Gefechten zwischen bewaffneten Gruppen getötet wurde", sagte der Sprecher des Bagdader Innenministeriums, General Abdel Karim Chalaf, am Dienstag (1.5.07) dem staatlichen Fernsehsender El Irakija. Die Angaben müssten noch bestätigt werden, schienen aber "glaubwürdig", sagte er. Die Leiche sei aber noch nicht gefunden und identifiziert worden.

Die Terrortruppe El Kaida im Irak hat dagegen alle Gerüchte über den Tod ihres Anführers zurückgewiesen. Abu Ajjub al-Masri lebe und sei in Sicherheit, hieß es in einer im Internet verbreiteten Erklärung.

Al-Masri wurde 2006 Nachfolger von al-Sarkawi

In den vergangenen Monaten waren wiederholt Kämpfe zwischen den zum Teil aus anderen islamischen Ländern stammenden El Kaida-Terroristen und irakischen Widerstandsgruppen gemeldet worden.

Al-Masri hatte die Führung des Terrornetzwerks El Kaida im Irak übernommen, nachdem sein Vorgänger Abu Mussab al-Sarkawi im Juni 2006 bei einem US-Luftangriff getötet worden war. Bereits im Oktober 2006 war der Tod al-Masris gemeldet worden. Die US-Armee hatte dem widersprochen. Im Februar dementierte sie auch Angaben, wonach al-Masri verletzt worden sei. Im Irak sind viele Menschen der Meinung, er sei eine Erfindung der US-Armee.

Anschläge im Irak haben sich verdoppelt

Ein irakischer Polizist wischt sich vor einem Autowrack den Schweiß von der Stirn (AP)

Die Terroranschläge haben im Irak 2006 stark zugenommen

Ein am Montag veröffentlichter US-Bericht zur Entwicklung des Terrorismus zeigt, dass die Zahl der Terroranschläge im Irak stark zugenommen hat. Dort sind vergangenes Jahr doppelt so viele Anschläge verübt worden wie 2005. Mehr als 45 Prozent aller Anschläge, die 2006 weltweit verzeichnet wurden, ereigneten sich im Irak. Hier wurden 65 Prozent aller Terror-Toten gemeldet.

Die Zahl der weltweiten Terroropfer ist 2006 laut dem jährlich veröffentlichten "Länderbericht Terrorismus" um mehr als 40 Prozent gestiegen: Bei terroristischen Angriffen kamen im vergangenen Jahr 20.498 Menschen ums Leben, während es im Jahr zuvor knapp 15.000 waren. Dem Report zufolge wurden 2006 weltweit rund 29 Prozent mehr Terrorakte verübt als im Jahr zuvor - gut 14.000 im Vergleich zu rund 11.000 im Jahr 2005. Grund dafür ist die Entwicklung im Irak.

Ein Jahr Haft für britischen Soldaten

Wegen der unmenschlichen Behandlung irakischer Gefangener ist ein britischer Soldat am Montag von einem Militärgericht zu einem Jahr Gefängnis verurteilt und aus der Armee entlassen worden. Der Gefreite Donald Payne hatte sich im September schuldig bekannt, irakische Gefangene unmenschlich behandelt zu haben. Zwei weitere Anklagepunkte, Totschlag und Behinderung der Justiz, hatte er zurückgewiesen. Sechs weitere Mitangeklagte wurden freigesprochen.

Im Mittelpunkt des Verfahrens stand der Tod eines 26-jährigen irakischen Hotelangestellten im September 2003 auf dem britischen Stützpunkt in Basra. Dieser erstickte der Anklage zufolge nach seiner Festnahme, weil er in einer Zwangsposition festgehalten wurde. Der Verhaftung gingen Hinweise voraus, wonach Hotels in Basra Stützpunkte von Aufständischen gewesen sein sollen. Daraufhin nahmen britische Soldaten mehrere Iraker fest.

Gefangen in einem 60 Grad heißen Raum

Laut Anklage wurden die Gefangenen geschlagen, getreten und gestoßen. Außerdem waren sie in einem Raum untergebracht, in dem es fast 60 Grad heiß war. Einem Gefangenen seien die Brustwarzen gequetscht worden, ein anderer habe seinen eigenen Urin trinken müssen. Die britische Regierung zahlte der Familie des getöteten Irakers im Mai 2004 eine Entschädigung von 1600 Pfund (2300 Euro). Das Verfahren war der erste Prozess vor einem britischen Militärgericht wegen Kriegsverbrechen. (tos)

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