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Kultur

EKD-Synode: Forderung nach mehr Gerechtigkeit

Zum Auftakt der 11. Synode der Evangelischen Kirche in Dresden kritisierte der scheidende Ratsvorsitzende, Nikolaus Schneider, den Umgang mit Flüchtlingen.

In seinem Bericht vor dem Kirchenparlament nahm Nikolaus Schneider kein Blatt vor den Mund. "Die Angst, dass ein ungebremster Zuzug von Flüchtlingen den eigenen Wohlstand gefährdet, bricht sich in Ablehnung, Abwehr und Gewalt gegen Flüchtlinge und Migranten Bahn", sagte Schneider in Dresden. Die Zustände in vielen Aufnahmeeinrichtungen seien Anlass zur Scham.

Schneider, der am Montag nach vier Jahren an der Spitze der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) aus persönlichen Gründen sein Amt niederlegt, sagte, die Menschen lebten auch auf Kosten und zu Lasten der Armen in der Welt. "Unser Lebensstandard lässt sich nur halten und verteidigen, wenn wir die Bedürfnisse und Nöte der Armen in begrenzter Dosis an uns heranlassen."

Nikolaus Schneider und seine Frau Anne, Foto: picture-alliance/dpa

Nikolaus Schneider und seine Frau Anne

Außerdem bekräftigte Schneider die ablehnende Haltung der Evangelischen Kirche gegenüber der Sterbehilfe. "In Respekt und Demut vor der Lebensmacht Gottes lehnen wir als Kirche Selbsttötung und Beihilfe zur Selbsttötung grundsätzlich ab", sagte Schneider.

Der Spitzenrepräsentant der deutschen Protestanten hatte im Sommer seinen vorzeitigen Rückzug von der EKD-Leitung bekannt gegeben, um seiner an Krebs erkrankten Frau Anne beizustehen. Dabei hatte Nikolaus Schneider angekündigt, er würde gegen seine theologische Überzeugung seiner Ehefrau beistehen, sollte sie sich entscheiden, Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen.

Das Kirchenparlament berät bis Mittwoch in Dresden. Schwerpunktthema der Jahrestagung ist die "Kommunikation des Evangeliums in der digitalen Gesellschaft". Die Wahl eines neuen Ratsvorsitzenden ist für Dienstag geplant.

Im Eröffnungsgottesdienst am Sonntagmorgen in der Dresdner Kreuzkirche stand der Fall der Mauer vor 25 Jahren im Mittelpunkt.

so/sti (epd, KNA)