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Eisschnellauf

Eisschnellläuferin Pechstein schreibt Geschichte

Claudia Pechstein ist die älteste WM-Medaillengewinnerin der Eisschnelllauf-Geschichte. Elf Tage vor ihrem 45. Geburtstag sorgte die Berlinerin in Gangneung für eine Riesen-Überraschung und erkämpfte ihre 61. Medaille.

Claudia Pechstein bei einem Rennen in Berlin (picture-alliance/dpa/S. Stache)

Claudia Pechstein bei einem Rennen in Berlin

Die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein aus Berlin ist bei den Einzelstrecken-Weltmeisterschaften im südkoreanischen Gangneung sensationell zu Silber gelaufen. Sie beendete ihre Spezialstrecke über 5000 Meter in starken 6:53,93 Minuten und war damit so schnell wie noch nie seit ihrer Zweijahres-Sperre zwischen 2009 und 2011. Gleich nach dem Zieleinlauf legte sie vor 4000 Zuschauern die Finger auf die Lippen, als wollte sie damit alle Kritiker zum Schweigen bringen.

Schneller war nur Olympiasiegerin Martina Sablikova aus Tschechien in 6:52,38 Minuten, Bronze ging an die Kanadierin Ivanie Blondin (6:57,14). Bente Kraus aus Berlin belegte in 7:00,62 Minuten den achten Rang.

Claudia Pechstein in Berlin (Archivbild) (picture-alliance/ZB/Thomas Eisenhuth)

Claudia Pechstein in Berlin (Archivbild)

Die 38 Jahre alte niederländische Olympia-Dritte Carien Kleibeuker musste als erste der Medaillenkandidatinnen in dem Zwölferfeld vorlegen. Sie konnte aber ihr Tempo nicht durchstehen, so dass Pechstein zunächst keine klare Orientierung für ihr eigenes Rennen hatte.

Mit nur einer Ausnahme brachte sie stets 32er-Rundenzeiten auf das schnelle Eis der künftigen Olympia-Bahn, auf der es im Februar 2018 bei den Winterspielen von Pyeongchang erneut um Edelmetall geht. Auf der Schlussrunde gelang Pechstein sogar die beste Zeit aller Starterinnen (32,2 Sekunden).

Zermürbendes Gleichmaß

Mit ihren gleichmäßigen Rundenzeiten zermürbte die Berlinerin ihre Laufgegnerin Blondin und stand mit ihrer Glanzzeit vor dem Rennen der Topfavoritin Sablikova auf Platz eins. Die Olympiasiegerin wurde schließlich ihrer Ausnahmestellung gerecht und erkämpfte ihren insgesamt 17. WM-Titel.

Pechstein hatte am Donnerstag eigens auf einen Start über 3000 Meter verzichtet, um sich gezielt auf den "langen Kanten" vorzubereiten. Am Freitag war sie an der Seite von Gabriele Hirschbichler und Roxane Dufter (beide Inzell) als Vierte in der Teamverfolgung (3:02,88) noch knapp am Podest vorbeigelaufen. Zum WM-Abschluss läuft Pechstein am Sonntag mit Außenseiterchancen im Massenstartrennen.

Überraschungs-Bronze für Beckert

Freude auch bei Patrick Beckert. Der 26 Jahre alte Erfurter holte nach einem Steigerungslauf in 12:52,76 Minuten über 10 000 Meter seine zweite WM-Bronzeplakette nach 2015 und verbesserte seinen deutschen Rekord aus demselben Jahr gleich um 2,25 Sekunden. Seinen zweiten Titel in Südkorea sicherte sich in 12:38,89 Minuten der Niederländer Sven Kramer, der mit dem 27. WM-Titel seinen Status als Rekordweltmeister ausbaute. Zweiter wurde sein Landsmann Jorrit Bergsma in 12:43,96 Minuten.
 

stu/to/jj (dpa, sid)

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