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Aktuell Europa

Eisiger Alptraum statt Wintermärchen

Europa versinkt im frostigen Chaos. Jeden Tag fordern die eisigen Temperaturen mehr Kälteopfer. Die Nacht von Samstag zu Sonntag war mit minus 28 Grad die bisher kälteste Nacht in Deutschland in diesem Winter.

Schneechaos in Rom, das Kolosseum ist eingeschneit. (Foto: rtr)

Schneechaos in Rom, das Kolosseum ist eingeschneit. (Foto: rtr)

Fast 300 Menschen sollen in Europa bisher den weißen Tod gestorben sein. Besonders dramatisch ist die Lage in der Ukraine und in Polen. Nach Angaben der Behörden in Kiew sind seit dem 27. Januar mehr als 130 Menschen den eisigen Temperaturen zum Opfer gefallen. Beobachter vermuten, dass die Zahl der Kältetoten noch deutlich höher ist. Außerdem liegen im zweitgrößten Flächenlands Europas rund 1800 Menschen wegen Unterkühlung und Erfrierungen im Krankenhaus. Rund 3000 Wärmestuben im ganzen Land unterstützen Bedürftige.

Der weiße Tod zieht durch Europa

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Kältewelle: Frost fordert immer mehr Tote

Die Zahl der Kältetoten ist in Polen auf 53 angestiegen. Bei den Opfern handelt es sich überwiegend um alkoholisierte Obdachlose. Die Obdachlosenheime beschlossen deswegen, ausnahmsweise auch Betrunkene aufzunehmen.

Auch Deutschland bleibt nicht verschont. Seit Montag sind in Deutschland mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Zwei betrunkene Mädchen in Nürnberg hatten Glück im Unglück. Die Polizei entdeckte sie bei minus 17 Grad auf einer Wiese und rettete sie vor dem Erfrieren.

Heathrow nicht für Schnee gewappnet

Rund zehn Zentimeter Schnee reichten aus, um am Sonntag ein Drittel aller Starts und Landungen auf dem Flughafen London Heathrow ausfallen zu lassen. In Italien saßen zahlreiche Passagiere stundenlang in Zügen fest, und der öffentliche Nahverkehr in Rom kam am Wochenende praktisch zum Erliegen. Auch Autofahrer kamen im Schnee nur mühsam voran, denn Winterreifen sind in der Stadt am Tiber eher ungewöhnlich. In Rom und anderen Städten wurden sogar Soldaten zum Schneeräumen eingesetzt.

In Montenegro schloss eine Lawine 90 Menschen 24 Stunden in einem Straßentunnel ein. Doch nicht nur auf den Straßen herrscht eisiges Chaos, sondern die Kälte lähmt auch den Schiffsverkehr. Die Elbe ist so vereist, dass ab Magdeburg in Richtung Norden keine Schiffe mehr fahren können. In Italien rammte ein Fährschiff in Civitavecchia nordwestlich von Rom im Schneesturm einen Hafendamm, mehr als 300 Passagiere mussten in Sicherheit gebracht werden.

Papst wünscht sich Frühling

Papst Benedikt XVI. trat am Sonntag im weißen dicken Wintermantel ans Fenster des Vatikan und hielt trotz Minustemperaturen sein Angelus-Gebet. Zum Abschied sprach der 84-Jährige vielen Gläubigen aus dem Herzen: “ Der Schnee ist schön, aber wir hoffen, dass bald der Frühling kommt.”

Nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts (DWD) lässt der Frühling aber noch einige Zeit auf sich warten. Der DWD-Meteorologe Christoph Hartmann kündigte an, dass es am Dienstag in Deutschland noch frostiger werden soll als bisher. Ab Mittwoch sollen die Temperaturen dagegen wieder steigen.

gco/gmf/kle (dpa/dapd/afp/kna)

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