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Sport

Eishockey-verrückte Residenzstadt

In Mannheim ist Eishockey Trumpf. Auch wegen der großen Begeisterung hat die Metropole am Zusammenfluss von Rhein und Neckar den WM-Zuschlag bekommen. In der Mannheimer SAP-Arena werden 13.000 Fans die Spiele verfolgen.

SAP-Arena von außen (Foto: dpa)

Die Mannheimer SAP-Arena

Eishockey ist die wichtigste Sportart in Mannheim. Immerhin sechsmal waren die Adler Mannheim, bzw. ihr Vorgängerverein, der Mannheimer EHC, bereits Deutscher Meister. Dazu holten sie zweimal den Deutschen Eishockey-Pokal. Auch König Fußball kommt dagegen nicht an: Zwar wurde der VfR Mannheim 1949 Deutscher Meister, von 1983 bis 1990 hatte man mit dem SV Waldhof und seinem kauzigen Trainer Klaus Schlappner einen Verein in der Bundesliga. Doch diese fußballerischen Erfolge sind lange her. Seit vielen Jahren sind Puck und Schläger in Mannheim populärer als der Lederball.

Jubel Spieler Adler Mannheim mit Meisterpokal (Foto: dpa)

2007 sind die Adler Mannheim zum bisher letzten Mal Deutscher Meister geworden

Die Heimstätte der Adler Mannheim ist gleichzeitig auch WM-Spielort. Die moderne SAP-Arena bietet 13.600 Zuschauern Platz. Gebaut werden konnte die Arena nur, da SAP-Mitbegründer und Adler-Sponsor Dietmar Hopp den Bau zinslos vorfinanzierte. Er verpflichtete sich außerdem, die Halle mit einer eigenen Gesellschaft während der ersten 30 Jahre auf eigenes Risiko zu betreiben. Die Stadt Mannheim zahlt die Baukosten von 70 Millionen Euro während dieser Zeit in Raten zurück. Danach geht die Arena in das Eigentum der Stadt über.

Ein Spiel mit deutscher Beteiligung wird es während der WM in Mannheim allerdings nicht geben, da die DEB-Auswahl, auch wenn sie die Finalrunde erreichen sollte, ihre Spiele auf Schalke (gegen USA am 7. Mai 2010) und in Köln (alle weiteren Spiele) austragen wird. Stattdessen dürfen sich die Mannheimer Eishockey-Fans über die Gruppenspiele von Ex-Weltmeister Schweden und dem amtierenden Olympiasieger Kanada freuen.

Residenzstadt und Verkehrsknotenpunkt

Mannheimer Schloss (Foto: dpa)

Das Mannheimer Schloss

Auch neben dem Sport hat die mit rund 310.000 Einwohnern zweitgrößte Stadt Baden-Württembergs einiges zu bieten. Das hiesige Schloss, dessen Bau im Jahr 1760 vollendet wurde, ist der zweitgrößte geschlossene Barockbau Europas. Nur die Schlossanlagen von Versailles sind noch größer. 1720 hatte der Pfälzer Kurfürst Karl Philipp seinen Hof von Heidelberg nach Mannheim verlegt und damit für die erste große Blütezeit der Stadt gesorgt. Das hufeisenförmige, historische Zentrum ist auch heute noch in eine Vielzahl von Quadraten eingeteilt, die nach den Buchstaben des Alphabets sortiert sind. Mannheim trägt daher auch den Namen "Quadratestadt".

Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert begann der zweite Aufschwung Mannheims, das verkehrstechnisch sehr günstig am Zusammenfluss von Rhein und Neckar gelegen ist. 1828 eröffnete der Rheinhafen, 1840 die Eisenbahnstrecke nach Heidelberg. 1865 gründete der Mannheimer Friedrich Engelhorn die Badische Anilin- und Sodafabrik (BASF), heute der weltweit größte Chemiekonzern, der seinen Hauptsitz aber später nach Ludwigshafen, Mannheims Schwesterstadt direkt auf der anderen Rheinseite verlegte.

Auch zwei wichtige Erfindungen stammen aus Mannheim. Hier entwickelte Karl Drais im Jahr 1817 das erste Zweirad. 69 Jahre später stellte Carl Benz das erste Automobil vor. Und auch für diejenigen, die sich nichts aus Autos oder Fahrrädern machen, hat Mannheim etwas in petto: Ende der Sechziger Jahre entwickelte der Mannheimer Eisfabrikant Dario Fontanella das Spaghetti-Eis.

Autor: Andreas Ziemons
Redaktion: Wolfgang van Kann

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