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Afrika

Eisenerz in Guinea - "Ein Gorilla von Projekt"

In Guinea soll eine der größten Eisenerz-Minen der Welt liegen. Jetzt wollen der staatliche chinesische Konzern Chinalco und der australisch-britische Bergbauriese Rio Tinto den gemeinsamen Erz-Abbau beschließen.

Eisenerzmine (Bild: AP)

Lukratives Geschäft: Eisenerz-Abbau

Rio Tinto und Chinalco wollen zusammen eine riesige Eisenerzlagerstätte in Simandou in Guinea erschließen. Die Kosten sollen bei 12 Milliarden US-Dollar liegen. Rio Tinto ist bereits in Simandou aktiv und bringt seine 95-prozentige Beteiligung an der Eisenerzlagerstätte in das Joint-Venture ein. China will sich mit 47 Prozent an dem neuen Unternehmen beteiligen. Rio Tinto hätte nach Abschluss der Transaktion noch eine knappe Mehrheit an der Mine. Fünf Prozent gehören der Weltbank. Rio Tinto hob allerdings hervor, dass für die Ausbeutung der Mine noch deutlich höhere Investitionen nötig seien.

Streit um geplatzten Deal

Erst im vergangenen Jahr hatte es heftige Auseinandersetzungen zwischen Rio Tinto und Chinalco gegeben: Chinalco wollte damals seinen Anteil an Rio Tinto erhöhen. Der australisch-britische Konzern ließ das Geschäft aber platzen. Die australischen-chinesischen Beziehungen hatten unter dem gescheiterten Deal gelitten. Vier Rio Tinto-Mitarbeiter wurden in China festgenommen. Die Behörden warfen ihnen Wirtschaftsspionage vor. Am Montag (22.03.2010) soll der Prozess gegen die Angeklagten beginnen.

Großes Potenzial

Eisenerzabbau (Bild: AP)

Zusammenarbeit von Rio Tinto und Chinalco

Beobachtern zufolge will Rio Tinto jetzt aber die Erfahrung und den Einfluss von Chinalco in Guinea nutzen. In der Mine Simandou sollen 2,5 Milliarden Tonnen Eisenerz lagern. 200 Millionen Tonnen könnten dort jedes Jahr angebaut werden. China versucht seinerseits ständig, immer mehr Rohstoffe im Ausland abzubauen. Die Mine von Simandou wurde lange wegen der politisch instabil Lage in Guinea wenig genutzt. Sie gilt als die Eisenerzmine mit dem größten Potenzial der Welt. "Sie ist ein Weltklasse-Monster. Ein Gorilla von einem Projekt", sagte der Analyst von DJ Carmichael gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Das Projekt schließt den Bau einer Bahnlinie und eines Hafens mit ein. China verbraucht besonders große Mengen an Eisenerz für seine Industrie.

Hoffnung auf politische Stabilität

Moussa Dadis Camara nach dem Attentat (Bild: AP)

Moussa "Dadis" Camara nach dem Attentat

Das Investitionsklima in Guinea ist zur Zeit relativ günstig: Die ersten demokratischen Wahlen in der Geschichte der ehemaligen französischen Kolonie stehen kurz bevor. Das Land befand sich seit dem Tod des ehemaligen Machthabers Lansana Conté in einer tiefen Krise. Kurz nach seinem Tod hatte sich der Militär Moussa "Dadis" Camara an die Macht geputscht. Er wurde im Dezember bei einem Putschversuch angeschossen und lag lange in Marokko im Krankenhaus. General Sékouba Konaté übernahm die Amtsgeschäfte von Camara. Er gab bekannt, er werde bei der Präsidentschaftswahl am 27. Juni nicht antreten. Prominente Mitglieder der Übergangsregierung seien als Kandidaten ausgeschlossen, sagte er.

Autorin: Christine Harjes (apn, rtr, dpa)

Redaktion: Dirk Bathe

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