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Eis

Bei "Eis" mag man an Winter, Schnee und Frost denken, an arktische Temperaturen und überfrierende Nässe. Vermutlich ist jedoch vielen der Gedanke an einen Eisbecher an einem warmen Sommertag angenehmer.

Erfrischungsspeise mit drei Buchstaben. Oder: Aggregatzustand des Wassers. Oder: Kühlmittel für technische und medizinische Zwecke. Oder, oder, oder. Wir spielen heute zu Beginn des Stichwortes ein wenig Kreuzworträtsel. Aber Sie haben sicher schon längst erraten, wie das Stichwort dieser Woche heißt. Richtig: "Eis".

Auf ins ewige Eis

Wir unterscheiden gleich zu Beginn drei Eissorten. Nein, nicht Schoko, Vanille und Erdbeer. Die gibt's auch, aber erst später. Also: Das Natureis, das künstliche und das zum Essen. Das Natureis gibt es zum Beispiel in großen Mengen dort, wo der Eisbär wohnt.

In der Arktis, also ziemlich nahe am Nordpol, jener Gegend, die auch gerne als Eiswüste bezeichnet wird. Dort finden sich riesige Eisberge, Eisschollen von der Fläche bundesdeutscher Stadtstaaten, das fast unüberwindliche Packeis; und wenn das Eis beispielsweise durch Temperaturanstiege bricht, nennt man es Treibeis.

Von Eisbären, Bergsteigern und Anglern

Sollten Sie demnächst einem Eisbären begegnen, werden Sie feststellen, dass er ziemlich o-beinig daherkommt und beeindruckende Krallen hat. Die O-Beine braucht er, damit er auf den glatten und schrägen Eisflächen das Gleichgewicht besser halten kann; und mit den Krallen krallt er sich im Eis fest. Extrembergsteiger, die vereiste Bergwände hochkraxeln, brauchen dazu Eispickel und Eishaken.

Dem Eisbären macht im Gegensatz zum Bergsteiger die Eiseskälte nichts aus. Er, der Eisbär, kann länger als 24 Stunden völlig regungslos auf dem Bauch vor einem Eisloch liegen und warten, bis ein Fisch vorbeikommt. Dann macht er die entscheidende Bewegung. Auch die Menschen angeln am Polarkreis: Eisangeln. Dazu wird ein Loch ins Eis gesägt und die Angel in selbiges gehängt; dient tatsächlich zum Nahrungserwerb, ist aber längst zu einer Art Eissport geworden, so wie das erfrischende Baden im Eisloch bei Minustemperaturen.

Ein Stück Italien in Deutschland: die Eisdiele

Aber nun, da wir das Natureis einigermaßen ausführlich behandelt haben, und Sie wissen, dass wir Eisbären mögen, begeben wir uns in die Eisdiele oder ins Eiscafé, denn Eis ist ein Sommerthema und Speiseeis noch mal ein ganz besonderes. Speiseeis, das ist jene cremige Zubereitung aus Flüssigkeiten und geschmackgebenden Zutaten wie zum Beispiel Vanille, Kakao, Früchten, natürlichen Aromen und geheimnisvoll künstlichen, vornehm ausgedrückt: naturidentischen Aromastoffen.

Es gibt Milcheis, Sahneeis, Fruchteis, Eiscreme, Kunsteis – das ist das mit den künstlichen Aromen – und Halbgefrorenes. So. Zu jeder Eissorte gibt es ellenlange Herstellungsverordnungen und -bestimmungen, die, bis man sie gelesen hätte, jeden noch so üppigen Eisbecher dahinschmelzen ließen. Eisbecher ist ein schnödes Wort für jene kunstvollen Miniaturgebirge aus duftenden Eiskugeln, verziert mit Eiswaffeln und glitzernden Eisschirmchen, die wie die Kostüme einer Eisprinzessin in allen Farben leuchten.

Wann entstand denn nun das Speiseeis?

Am Anfang war der Italiener. So um das Jahr 1700 vermengte er auf geniale Weise allerlei wundervolle Zutaten, um etwas Süßes herzustellen. Als er sah, dass es gut war, stellte er es an einen sehr kalten Ort und wartete, bis es jene Konsistenz hatte, die ihn mit großer Freude und vor Glück strahlend das Wort "gelato!" ausrufen ließ.

Damit war das Eis zwischen Italienern und Österreichern gebrochen, denn nur ein paar Jahre später, 1708, verkauften die Wiener jene zum Gefrieren gebrachte flüssige Süßspeise, mit der sie unter dem direkt aus dem Italienischen übersetzten Namen "Gefrorenes" ihre Mitmenschen beglückten.

Eine sehr deutsche Spezialität …

Und jetzt, da wir schon beim Essbaren sind, lüften wir das Geheimnis des Eisbeins. Scherzhaft wird Eisbein jener Zustand genannt, wenn einem die Beine im eiskalten Winter eiskalt gefroren sind.

Eisbein ist aber mehr. Es ist ein Stück vom Schienbein des Schweins. Mit dem dransitzenden Muskelfleisch wird es meist mit Sauerkraut und Kartoffelbrei sehr heiß serviert. Ein Wintergericht eher, wenn man beispielweise – und jetzt kommt das Kunsteis – vom Schlittschuhlaufen im Eisstadion nach Hause kommt.

Einen Schnaps danach

Es empfiehlt sich, zumindest behaupten das erfahrene Eisbeinesser, nach dem Essen einen Schnaps zu trinken; natürlich aus vorher im Eisfach des Kühlschranks geeisten Gläsern, versteht sich.

Fragen zum Text

Ein Eisbär hat O-Beine, …

1. um schneller laufen zu können.

2. um besser Fische aus Eislöchern fangen zu können.

3. um auf den Eisflächen das Gleichgewicht halten zu können

Ein Eispickel ist …

1. eine besondere Form eines Mitessers im Gesicht.

2. ein Gerät, das zur Ausrüstung eines Bergsteigers gehört.

3. eine Wölbung im Eis.

Bei einem Eisbein handelt es sich um …

1. eine tiefgefrorene Hähnchenkeule.

2. ein Stück vom Schienbein des Schweins.

3. das Schwungbein eines Eiskunstläufers.

Arbeitsauftrag

Gute Eiscafés gibt es in Deutschland erst seit den 1960er Jahren – dank der damaligen italienischen Gastarbeiter. Informieren Sie sich über die historischen Hintergründe der Arbeitsmigration in der so genannten Wirtschaftswunderzeit. Beschreiben Sie, wie sich die Situation der italienischen Migranten im Laufe der Jahre verändert hat.

Autor: Michael Utz

Redaktion: Beatrice Warken

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