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DFB-Pokal

Eintracht Frankfurt steht im Pokalfinale

Was für ein Krimi! Nach starkem Beginn und zähem Mittelteil entscheidet sich das DFB-Pokal-Halbfinale zwischen Gladbach und Frankfurt erst im Elfmeterschießen. Ausgerechnet ein Ex-Borusse setzt den Schlusspunkt.

Mönchengladbachs Trainer Dieter Hecking hatte es schon vorher gewusst: "Prinzipiell sind Halbfinalspiele nicht mit einem Bundesligaspiel zu vergleichen", hatte er vor dem DFB-Pokal-Halbfinale seiner Borussia gegen Eintracht Frankfurt gesagt. "Das sind Spiele, die werden zum Teil auch im Kopf entschieden." Allerdings behielten die Gegner von Eintracht Frankfurt am Ende die kühleren Köpfe und setzten sich in einem Elfmeter-Krimi mit 7:6 (1:1, 1:1, 1:1) durch. In der regulären Spielzeit einer insgesamt zerfahrenen Partie hatten Frankfurts Taleb Tawatha (15. Minute) und Gladbachs Jonas Hofmann (45.+2) getroffen. Über die gesamte Dauer des Spiels waren Torszenen aber Mangelware, und es wurde ein langer und erst am Ende spannender Pokalabend.

Stürmischer Beginn der Eintracht

Dabei ging es schwungvoll los: Schon nach anderthalb Minuten hatten der Ex-Gladbacher Branimir Hrgota und Marco Fabian für Frankfurt eine Doppelchance, doch der Schuss des Mexikaners strich Zentimeter am linken Torpfosten vorbei (2.). Die Gladbacher wirkten verunsichert, Frankfurt kannte anfangs nur eine Richtung - und der Offensivdrang wurde belohnt. Nach 14 Minuten fasste sich Tawatha nach einer Flanke von links ein Herz, drosch den Ball aufs Tor und erzielte mit Hilfe des Innenpfostens das 1:0 für die Gäste (15.). Kurz nach der Führung musste Borussen-Keeper Yann Sommer gegen Ante Rebic erneut retten (18.).

Fußball DFB-Pokal Borussia Mönchengladbach - Eintracht Frankfurt (Reuters/K. Pfaffenbach)

Fulminater Auftakt: Taleb Tawatha bejubelt seinen Sonntagsschuss zur 1:0-Führung

Gladbach, das verletzungsbedingt auf Christoph Kramer, Tony Jantschke, Raffael, Thorgan Hazard, Fabian Johnson und Josip Drmic verzichten musste, tat sich ungewohnt schwer dabei, überhaupt zum Abschluss zu kommen. Vor der Halbzeitpause brachten zwei Schüsse von Mo Dahoud (17.) und Ibrahima Traore (34.) das Frankfurter Tor ein wenig in Gefahr. Richtig eng wurde es erst, als Hofmann einem weiten Abschlag von Sommer hinterhersprintete und den Ball am herauseilenden Lukas Hradecky vorbeispitzeln konnte. Allerdings hüpfte der Ball einen halben Meter am Tor vorbei. Und dann fiel wie aus dem Nichts doch noch der Ausgleich. Hofmann hielt den Fuß in eine Flanke, die André Hahn mit dem Hinterkopf verlängert hatte, und traf mit dem Pausenpfiff zum 1:1 (45.+2).

Kaum Abschlüsse in Halbzeit zwei

Jetzt jubelten auch die Gladbacher Ultras, für die der Abend eigentlich längst gelaufen war. Der Reinigungsdienst der Gladbacher Arena hatte vor dem Spiel beim Saubermachen die 3000 Quadratmeter große Blockfahne der Borussen-Fans so stark beschädigt, dass die geplante Choreographie vor dem Anpfiff ausfallen musste. Die Anhänger konnten sich aber damit trösten, dass ihr Team nach dem Wiederanpfiff den Ton angab und mit mehr Energie nach vorne spielte - auch wenn zunächst keine zwingenden Chancen dabei heraussprangen. Erst nach einer guten Stunde konnten sich die Frankfurter wieder ein wenig befreien. Insgesamt war die Partie nun aber an Höhepunkten ärmer, die beiden Torhüter mussten nicht eingreifen. Erst nach 74 Minuten prüfte Stindl Hradecky mit einem Flachschuss. Der Finne im Frankfurter Tor streckte sich und verhinderte die Gladbacher Führung. Doch Torszenen blieben Mangelware, offenbar hatten die Spieler begonnen, darüber nachzudenken, was auf dem Spiel stand und wollten sich keinen Fehler mehr leisten.

Bloß keine Fehler machen

Borussia Moenchengladbach v Eintracht Frankfurt - DFB Cup Semi Final (Getty Images/M.Hitji)

Viel Kampf, wenig Klasse - über weite Strecken des Spiels war es ein zähes Ringen zweier gleichwertiger Teams

Es gab Verlängerung, deren erste Hälfte aber ähnlich hektisch, zerfahren und von Fouls geprägt war wie die zweite Halbzeit der regulären 90 Minuten. Nur der bei Gladbach eingewechselte Laszlo Benes gab einen guten Schuss ab (102.). Im zweiten Durchgang hatte Stindl eine gute Chance, sein Drehschuss vom Elfmeterpunkt wurde aber abgeblockt (108.). Auf Risiko spielte schon lange keines der Teams mehr. Zäh wie Kaugummi zog sich das Spiel dahin, bis schließlich das anscheinend unausweichliche Elfmeterschießen erreicht war.

Und das hatte es dann doch noch einmal in sich: Die ersten zwölf Schützen trafen alle. Dann patzte Andreas Christensen, Gladbachs siebter Schütze. Unter dem Druck, die Partie entscheiden zu können, versagten anschließend Frankfurts Guillermo Varela die Nerven. Sommer hielt seinen schwachen Elfer. Doch auch Gladbachs nächster Kandidat, Djibril Sow, traf nicht. So hatte Ex-Borusse Hrgota seinen großen Auftritt: Mit links schob er den letzten Elfmeter überlegt in die linke Torecke und schoss damit die Eintracht ins Endspiel und seine ehemaligen Teamkollegen aus dem Pokal.

"Für ihn freut es mich sehr, weil er einer ist, der in diesem Jahr viele Chancen hatte und nicht alle genutzt hat. Dann hat man schon ein bisschen auf ihn draufgehauen", sagte Kovac in der ARD. "Und jetzt ist Branimir der, der uns ins Endspiel gebracht hat." Die Gladbacher waren zurecht enttäuscht. "In der ersten Halbzeit haben wir eine sehr schlechte Halbzeit gespielt, Frankfurt eine sehr gute", analysierte Yann Sommer. "Aber nachher haben wir das Spiel eigentlich im Griff gehabt - auch in der Verlängerung. Es ist uns leider nicht gelungen, im Spiel die Entscheidung herbeizuführen, und das Elfmeterschießen ist immer eine Lotterie."

Die Frankfurter warten nun nur noch auf den Gegner für das Finale in Berlin am 27. Mai. Im zweiten Halbfinale stehen sich am Mittwochabend Bayern München und Borussia Dortmund gegenüber.

Alle Höhepunkte und den spannenden Verlauf des Elfmeterschießens können Sie hier noch einmal nachverfolgen.

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