1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Fußball

Eintracht Frankfurt: Raus aus dem Mittelmaß?

Eintracht Frankfurt beendete die letzte Saison auf dem 10.Tabellenplatz. Nicht gut genug für eine Mannschaft , die im Durchschnitt 46.000 Zuschauer ins Stadion lockt. Trainer Skibbe hat das Team mit Stürmen verstärkt.

Michael Skibbe (AP Photo/Michael Probst)

Sieht durchaus Potenzial in seinem Team - Trainer Michael Skibbe

Der Traditionsklub Eintracht Frankfurt beendete die Saison 2009/2010 mit einer gemischten Bilanz. Zwar wurde das sportliche Saisonziel mit 46 Punkten so gerade eben erreicht, aber der Durchbruch in die obere Tabellenhälfte wurde nicht geschafft. Dennoch gab es unter dem neuen Trainer Michael Skibbe zumindest Ansätze für eine attraktivere Spielkultur. Dem heimischen Publikum wurden spektakuläre Siege gegen die Topklubs Bayern München, Werder Bremen und Bayer Leverkusen geboten.

Folglich will man sich am Main künftig nicht mehr mit Mittelmaß zufrieden geben. Zumal im verwöhnten Frankfurter Fußball-Umfeld die Erinnerungen an die Erfolge des derzeit einzigen hessischen Bundesligavereins immer noch gerne wach gehalten wird. Auch wenn sie nun schon einige Jahrzehnte zurückliegen.

Mittelmaß genügt dem Traditionsklub nicht

Frankfurts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen Foto: Arne Dedert +++(c) dpa - Report+++

Er sorgt für ausgeglichene Budgets - der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen

So wie die Siege im DFB –Vereins-Pokal in den Jahren 1974,75 und 88. 1980 gewann die Eintracht im rein deutschen Duell sogar den UEFA-Cup gegen Borussia Mönchengladbach. In ihrer Blütezeit konnte die Eintracht sogar mit Weltmeistern in den eigenen Reihen glänzen. Jürgen Grabowski oder Bernd Hölzenbein, der heute die Scouting-Abteilung des Bundesligisten leitet, standen für fußballerisches Spitzenformat. Im aktuellen Kader der Mannschaft such man vergebens nach großen Stars. Das gibt das Budget des Erstligisten einfach nicht her.

Gekas soll für Tore sorgen

Mit Theofanis Gekas wurde immerhin ein WM-Teilnehmer und ehemaliger Torschützenkönig der Bundesliga neu verpflichtet. Der 30-jährige Grieche stand auf der Wunschliste des Trainers Michael Skibbe, der den Hessen schon in der vergangenen Saison attraktiven Angriffsfußball verordnet hatte. Für mehr als den 10. Tabellenplatz reichte es am Ende allerdings nicht, weshalb Skibbe auch eine eher gemischte Saisonbilanz zog. "Was die spielerische Entwicklung angeht, bin ich sehr einverstanden mit dem, was wir in vielen Spielen geboten haben. Andererseits haben wir zuletzt gegen Hannover und in Mönchengladbach auch richtig schlecht gespielt und in der Vorrunde einige Klatschen bekommen. Ich denke, dass wir einen Fortschritt gemacht haben, aber so richtig stabil ist er noch nicht."

Zwischen Höheflug und Tiefschlägen

Auch wenn sich viele in Frankfurt endlich mal einen Platz im internationalen Geschäft erhoffen und die Eintracht dauerhaft im oberen Tabellendrittel etabliert sehen möchten, der ängstliche Blick nach gehört für den Traditionsklub am Main mit zum Geschäft. Dreimal ist Eintracht Frankfurt schon aus der 1. Bundesliga ab- und wieder aufgestiegen. Zuletzt in der Saison 2004. Unter dem Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen gelang jedoch ein bemerkenswerter Konsolidierungskurs sowohl in sportlicher wie wirtschaftlicher Hinsicht. Als einer der ganz wenigen Bundesligaklubs steht Eintracht Frankfurt schuldenfrei da und konnte das Lizenzspielerbudget zuletzt sogar um 2 Millionen Euro erhöhen. Mit mehr als 47.000 Zuschauern im Durchschnitt ist das von der Stadt gemietete Stadion im Stadtwald häufiger ausverkauft als halbleer. Für Altstar Jürgen Grabowski stellt auch dies eine sportliche Verpflichtung dar: "So viele Zuschauer in diesem wunderbaren Stadion- da sagen die Leute zurecht, wir können doch nicht nur gegen den Abstieg spielen."

Viel wird für den neuen Saisonverlauf aber wohl auch davon abhängen, ob den lange verletzten Stürmerstars Ioannis Amanatidis und Martin Fenin eine erfolgreiche Rückkehr ins Team gelingt. Wenn dann noch die Zuschauer die notwendige Geduld bewahren, könnte der angestrebte Höhenflug der Adlerträger (der Adler ist das Vereinswappentier) vielleicht schon in dieser Saison Wirklichkeit werden.

Autor: Daniel Scheschkewitz
Redaktion: Wolfgang van Kann

Audio und Video zum Thema