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Einsichten

Einsichten können gewonnen werden, um zu einer höheren Einsicht zu gelangen: der Erkenntnis. Einsichtslose wollen nicht zur Einsicht kommen. Nicht jeder Einsichtige handelt aber auch einsichtig.

Der Mensch steht an der Spitze der Evolution. Er ist das höchst entwickelte Lebewesen. Das zeigt sich nicht nur durch seinen aufrechten Gang, sondern auch dadurch, dass er denken und sprechen kann, über Abstraktionsvermögen verfügt und mit Vernunft ausgestattet ist. Woran es dem Homo Sapiens allerdings oft mangelt ist die Einsicht – jene Fähigkeit, durch Betrachtung der Dinge zu einer neuen Sichtweise zu gelangen.

Hineinsehen

Zwei Glas verspiegelte Hochhaustürme

Sehr schlecht einzusehen!

Diese neue Sichtweise, diese Einsicht, muss nicht unbedingt der eigenen entsprechen und gerade deshalb die bessere sein. Das Wort Einsicht hat es in sich. Deshalb ist leicht einzusehen, dass es durchaus einmal näher betrachtet werden sollte, um Einsichten in die Einsicht zu bekommen.

Einsicht mit der Vorsilbe hin versehen ergibt Hineinsicht – ein Substantiv, das nicht mehr gebraucht wird. Es macht aber dennoch deutlich, dass Einsicht und das entsprechende Verb einsehen durchaus – und ganz wörtlich genommen – mit dem Sehen zu tun haben. Ein Beispiel: Das Grundstück ist von der Straße aus schlecht einzusehen; man kann schlecht hineinsehen, da hohe Bäume die Sicht versperren.

Behördliche Einsichten

Ein Mann verschwindet hinter Aktenbergen und nimmt Einsicht in eine Akte

Nur nicht die Übersicht verlieren bei so viel Einsichtnahme

Mit dem Hineinsehen haben auch die Akteneinsicht oder die Einsichtnahme zu tun, Begriffe aus dem Behördendeutsch. Da kann ein Arbeitnehmer Einsichtnahme in seine Personalakte verlangen, er kann in sie hineinsehen und in ihr lesen wie in einem Buch. Ähnlich kann ein Anwalt Akteneinsicht bei Gericht beantragen.

Natürlich kann die Einsicht oder Einsichtnahme in Akten auch verweigert werden. Wem allerdings Einsicht gewährt wird – nicht nur in Akten –, der hat die Chance, zu einer höheren Einsicht zu gelangen, etwas zu verstehen.

Neue Einsichten

Ein schmollendes Kind

Das sehe ich gar nicht ein!

Das kann unter Umständen bedeuten, die eigene bisherige Sicht der Dinge gründlich zu überprüfen, Fehler einzusehen und auf diesem Weg zu neuen Einsichten zu finden. Etwas einsehen bedeutet auch etwas eingestehen, zugeben und daraus die Konsequenzen ziehen. Die Umgangssprache fasst das in der Redewendung Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung zusammen.

Eine Person, die dazu fähig ist, ist einsichtig. Ihr Gegenteil ist der einsichtslose Sturkopf, der wider die Vernunft und oft wider besseres Wissen einfach nichts einsehen will. Jeder Versuch, andere zur Einsicht zu bringen, muss scheitern.

Notwendige Einsichten

Zwei Kinder sitzen nebeneinander und bohren in der Nase

Wo bleibt die Einsicht?

Einsicht bedeutet aber auch, etwas in seinem Zusammenhang und in seiner Notwendigkeit zu erkennen. Ein Kind versteht zum Beispiel nicht, warum es sich abends seine Zähne putzen und danach nichts Süßes mehr essen soll. Erst wenn sich die ersten Löcher in seinen Zähnen schmerzhaft bemerkbar machen, wird die Einsicht kommen, dass die heimlich unter der Bettdecke gegessenen Bonbons doch besser in der Tüte geblieben wären.

Jemand, der zur Einsicht kommt, hat die Möglichkeit, sein Verhalten zu korrigieren, sich zu verbessern. In letzter Konsequenz könnte so etwas völlig Neues entstehen, weil etwas erkannt wurde.

Die Erkenntnis

Symbolbild: Eine erleuchtet Glühlampe in einer Sprechblase

Mir ist da endlich ein Licht aufgegangen!

Dass Einsicht und einsehen immer mit Erkenntnis zu tun haben, zeigt die alte, wenn nicht ursprüngliche Bedeutung des Wortes. Bei den Mystikern des 13. Jahrhunderts und den Religionsphilosophen bedeutet Einsicht, Einblick in etwas Verborgenes zu erhalten – etwa die Gnade Gottes zu erkennen und aus dieser Erfahrung heraus zu handeln.

Die Psychologen sprechen von Einsicht, wenn plötzlich die Lösung eines Problems oder der Weg dahin erkannt wird. Der Sprachpsychologe Karl Bühler hat den Begriff des Aha-Erlebnisses geprägt. Auf einmal sieht der Einsichtige alles klar und deutlich vor sich. Er kommt zu neuen Erkenntnissen. Und diese wiederum können zu neuen, veränderten Einsichten und Ansichten führen.

Irrationales

Wohl gemerkt: Neue Einsichten können zu etwas führen, sie müssen es nicht. Friedrich Dürrenmatt hat den Stellenwert von Einsicht im praktischen Leben folgendermaßen charakterisiert: "Das Rationale am Menschen sind die Einsichten, die er hat. Das Irrationale an ihm ist, dass er nicht danach handelt."



Fragen zum Text

Eine Person, die wider die Vernunft einfach nicht zur Einsicht kommen will, …

1. bleibt trotz aller Einsicht unvernünftig.

2. wird vernünftig, obwohl sie keine Einsicht gewonnen hat.

3. wird in Gegensatz zu dem, was die Vernunft ihr vorschreibt, nicht einsichtig.

Einsicht kann man zwar von anderen verlangen, aber nicht jeder kann auf Befehl ...

1. zur Einsicht erlangen.

2. zur Einsicht gelangen.

3. Einsicht anlangen.

Am Besten wäre es natürlich, wenn Einsichtige …

1. ihren Einsichten entsprechend gehandelt hätten.

2. ihren Einsichten entsprechend handelten.

3. ihren Einsichten entsprechend handelen.

Arbeitsauftrag

Jemand, der zur Einsicht kommt, hat die Möglichkeit, sein Verhalten zu korrigieren, sich zu verbessern. Wann hatten Sie selbst das letzte Mal eine solche Einsicht und wie haben Sie diese Einsicht gewonnen? Auf welche Weise hat diese Einsicht Ihr Verhalten beeinflusst. Tauschen Sie sich mit Ihrem Partner oder in der Gruppe aus. Welche Arten von Einsichten haben Sie nun von den anderen kennen gelernt?

Autor: Michael Utz

Redaktion: Beatrice Warken

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