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Auf Tour

EINSHOCH6 in Italien 2013

Nachdem wir in der Ukraine so viel Liebe und Begeisterung erfahren haben, ist die große Frage: Wie werden die italienischen Schüler in Mailand und Turin auf uns reagieren? Können wir ihnen etwas Neues bieten?

Ich habe die Reise durch die Ukraine noch nicht wirklich verarbeitet, schon geht es – nur zwei Wochen später – weiter mit der Bandtagebuch-Tour. Eingeladen hat uns diesmal das Goethe-Institut in Italien. Geplant waren ein Konzert in Mailand und ein Konzert in Turin. Weil das erste Konzert in Mailand schon sehr früh ausverkauft war, wurde noch ein weiteres Konzert angesetzt.

Wir reisen also über Mailand nach Turin und wieder zurück nach Mailand. Geiger Lorenz kann aus Zeitgründen nicht dabei sein und wird durch den alten Violinisten der Band Manuel Druminski vertreten. Wir sind sehr gespannt auf das Publikum. Wie werden die italienischen Kids auf eine deutsche Hip-Hop-Band reagieren? Werden sie genauso Party machen wie die Ukrainer?

Wenig Zeit zum Plaudern

Die Fahrt von München nach Mailand ist nicht nur sehr gemütlich, sondern vor allem kurz. Wir fahren am Abend los und stehen schon morgens um 7 vor dem Theater, in dem um 11 Uhr das Konzert mit den Schülern stattfinden soll. Herr Lewerken vom Goethe-Institut und zwei Mitarbeiterinnen warten bereits in der Kälte, als wir verschlafen aus dem Bus stolpern.

Es bleibt wenig Zeit zum Plaudern, denn die Gasse, in der der Nightliner steht, ist eng. Wir müssen das Equipment schnellstmöglich ausladen, damit der Bus wieder wegfahren kann. Was bei der harten Arbeit hilft: Es gibt richtig guten Kaffee, wie in Italien nicht anders zu erwarten, Tramezzini (eine Art Sandwich) und Croissants. Das Theater ist wunderschön, das entschädigt uns ein wenig dafür, dass die Akustik nicht wirklich für Konzerte geeignet ist und dass der Techniker, der uns helfen soll, die ganze Zeit über Bauch- und Kopfschmerzen klagt.

Wir lernen die Texte der Schüler

Unser Workshop mit den Deutschschülern findet vor dem Konzert statt. Die Herausforderung: Drei verschiedene Klassen auf den unterschiedlichsten Niveaustufen von A1 bis B1 haben bereits eigene Texte zur Melodie von „Es gefällt mir“ geschrieben. Die Schüler sind damit bestens vorbereitet, wir hingegen singen mit ihnen ihre eigenen Texte, die wir selbst erst mal lernen müssen.

Sehr originell fand ich den Text zu „Es hat mir gefallen“. Die Klassenlehrerin wollte anhand des Songtextes offenbar Perfektformen üben. Gut, die Texte sind nicht fehlerfrei und wir haben selbst hier und da Probleme, zu verstehen, was gemeint ist, aber das Singen funktioniert dennoch. Und als einer der Schüler noch dazu eine Breakdance-Performance macht, ist die Show perfekt. Die Aufführung des Songs gemeinsam mit den Schülern im Rahmen des Konzerts kommt auf jeden Fall gut an und es gibt viel Jubel.

Herzen für EINSHOCH6

Apropos Jubel: Die Reaktion der italienischen Jugendlichen auf die Band übertrifft unsere Erwartungen. Das Gekreische und die Liebesbekundungen während und nach den Konzerten hauen uns total um. Mädchen und Jungs bilden mit ihren Fingern Herzen und drängeln sich dicht am Bühnenrand, um Kurt, Tobi und Timmy die Hand zu reichen.

Teilweise müssen wir aufpassen, dass die Kids nicht auf die Bühne klettern, um mit der Band zu tanzen und zu singen – ein Mädchen, das es doch schafft, muss ich mit viel Geduld bitten, wieder von der Bühne zu gehen. Einer unserer Quick-Screens, den wir als Dekoration aufgestellt hatten, wird allerdings regelrecht zertrampelt, bevor ich ihn retten kann, und schon nach dem Konzert in Turin haben wir keine Autogrammkarten mehr für das zweite Mailänder Konzert. Und das Schönste: Einige Schüler kennen anscheinend das Bandtagebuch schon so gut, dass sie „Lass uns reden“ lauthals mitsingen! Ich bin zu Tränen gerührt …

Schokolade zum Geburtstag

Das Programm in Italien ist straff und wir haben wenig Zeit, uns die Städte anzuschauen. In Turin schaffen wir es dennoch, abends in die Stadt zu gehen. Vorbei an Mussolinis Finger (einem hässlichen Hochhaus, mit dem der Diktator sich ein Denkmal setzte) spazieren wir in die schöne Altstadt Turins, wo gerade eine Schokoladenmesse stattfindet.

Kurt, Timmy und Thomas treten hier sogar spontan mit einem Freestyle über Turin auf, um bei einer Open-Mike-Veranstaltung Schokoladenpudding zu bekommen. Vollgestopft mit Schokolade feiern wir dann in Kurts Geburtstag hinein, der hier in Italien 30 wird. Und obwohl die Nacht lang und fröhlich wird, rocken wir am nächsten Tag in Mailand wieder das Haus.

Die Italien-Tour ist einfach viel zu kurz, dennoch sehr intensiv. Erschöpft, aber immer noch total fasziniert von der Energie, die uns die Jugendlichen entgegengebracht haben, fahren wir wieder zurück nach München. Für mich geht es noch weiter nach Bonn, und dann muss ich erst einmal viel Schlaf nachholen, denn ich bin kaputt – aber sehr glücklich.

Eckdaten der Italien-Tour:
26.11.-30.11.2013
Stationen in Mailand und Turin
 

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