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Asien

Einsatz auf Bewährung

Interimsregierung und internationale Schutztruppen in Afghanistan. Ein Kommentar von Günter Knabe.

Eine Zeit der Bewährung beginnt für die Afghanen. Die
Übergangsregierung hat ein schweres Amt angetreten. Die Frauen und Männer in diesem Kabinett müssen jetzt beweisen, dass sie nicht nur willens, sondern auch fähig sind, ihr Land zurück zu normalen Verhältnissen zu führen. Bewährungshelfer werden ihnen dabei zur Seite gestellt. Die internationale Schutztruppe (International Security Assistance Force/ISAF) der Vereinten Nationen soll zumindest in der Hauptstadt Kabul und ihrer näheren Umgebung für so viel Sicherheit sorgen, dass die neue Regierung ohne Bedrohung arbeiten kann.

Erfolg oder Misserfolg sowohl der Interimsregierung als auch der ausländischen Soldaten hängen eng miteinander zusammen. Beide treten einen schweren Gang an. Skepsis und Zweifel, ob es ihnen gelingt, die gesetzten Ziele zu erreichen, haben nicht nur Beobachter. Viele der Mitglieder des neuen Kabinetts haben selbst erkannt und erklärt, dass ihr Erfolg keineswegs garantiert ist. Und die Regierungen, die
bereit sind, Soldaten nach Afghanistan zu entsenden, sind sich bewusst, dass dies der bislang schwierigste Friedenseinsatz unter UNO-Mandat sein wird. Diese Ansicht teilt auch die deutsche Bundesregierung.

Der Übergangsregierung mangelt es vor allem an Akzeptanz in Afghanistan. Sie gilt weiten Teilen der Bevölkerung, nicht nur bei den Paschtunen, als von außen importiert. Tatsächlich ist der Chef dieser Regierung, Ministerpräsident Hamid Karsai, ein Mann, den die USA schon vor Beginn der Verhandlungen auf dem Petersberg bei Bonn als ihren Mann an der Spitze des neuen Afghanistan haben wollten. Das schwächt ihn und seine Regierung schon vor dem Amtsantritt.