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Politik

Einsatz am Horn von Afrika

Nachdem sich die militärischen Operationen der internationalen Allianz gegen den Terror in Afghanistan dem Ende zuneigen, rückt der Krisenherd Somalia in das Blickfeld.

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In den Straßen von Mogadischu: Den Staat gibt es nicht

Stets haben die USA darauf hingewiesen, dass der Krieg in Afghanistan nur die erste Schlacht eines langen Feldzugs sei. Künftige Operationen sind jedoch noch nicht bekannt geworden. Nun rückt mit dem Einsatz der Bundeswehr im Arabischen Meer ein anderes Land auf der Liste der verdächtigen Terror-Staaten in den Blick: Somalia. Eine Schlüsselrolle für die Anti-Terror-Allianz übernimmt dabei die abtrünnige Republik Somaliland, die sich von dem seit zehn Jahren in Anarchie befindlichen Somalia abgespalten hat.

Eine Heimstatt des Terrorismus

Dass das Fehlen einer handlungsfähigen Regierung in Somalia dem Terrorismus nützt, belegen mehrere Beispiele. Der kürzlich getötete Al-Kaida-Militärchef Mohammed Atef ging Anfang der 90er Jahre nach Somalia, um die dortigen moslemischen Partisanen auszubilden. Sie gehören zur Organisation "Al-Ittihad-al-Islamya", die das FBI im Umkreis von "El Kaida" ansiedelt. In der südsomalischen Ortschaft Raskamboni nahe Kenia sowie in Region Puntland soll "Al-Ittihad" Ausbildungslager haben, in denen auch "El Kaida"-Kämpfer leben.

Die somalischen Moslem-Extremisten kämpften 1993 gegen die im Rahmen der damaligen UN-Operation stationierten US-Soldaten. Mohammed Atef soll seinerzeit am Abschuss eines US-Hubschraubers beteiligt gewesen sein, bei dem 18 amerikanische Soldaten getötet wurden.

Auch das gescheiterte Attentat auf den ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak 1995 in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba wurde in Somalia vorbereitet. Das berichtete jüngst die arabische Zeitung "Al-Hayat". Das Blatt berief sich dabei auf ein ehemaliges Mitglied der Terrororganisation El Kaida von Osama bin Laden. Der Ex-Terrorist aus Marokko, sagte "Al Hayat" zufolge, die Aktion sei von ägyptischen Terroristen der "Gamaat Islamija" (Islamische Vereinigung) zusammen mit islamischen Extremisten anderer Länder zuvor in Afghanistan geplant worden. 200.000 US-Dollar wurden den Tätern, die in den Anschlag durchführen sollten, bezahlt.

Unterdessen reagiert das Land am Horn von Afrika auf die vagen Ankündigungen und Drohungen aus den USA. So hat die Übergangsregierung von Somalia die internationale Gemeinschaft um mehr Wiederaufbauhilfe gebeten. Es drohten Gesetzlosigkeit und Zerfall, und Somalia könnte zu einem Land für Terroristen, Waffen- und Drogenschmuggler werden, sagte der mittlerweile gestürzte Interims-Premierminister Ali Khalif Galaydh vor dem Weltsicherheitsrat Ende Oktober in New York.

Nervosität in Mogadischu

Der somalische Präsident, Abdikassim Salad Hassan, hat hingegen die Existenz von Ausbildungslagern für Terroristen mit Verbindungen zu Osama bin Ladens Terrornetzwerk "El Kaida" in seinem Land abgestritten. Das sagte er am Rande von Vermittlungsgesprächen mit somalischen Milizenführern in Kenias Hauptstadt Nairobi im November. "Das erste Mal habe ich nach dem 11. September von El Kaida gehört", sagte er der Presse in Nairobi.

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