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Fußball

Eins ist sicher: Der Pokal geht in den Pott!

Zum ersten Mal seit sieben Jahren spielt ein Zweitligist um den DFB-Pokal: Duisburg fordert Schalke heraus. Der MSV hat den Pokal noch nie gewonnen, Schalke schon viermal. Für beide geht es auch um die Europa League.

Logo Schalke 04 und MSV Duisburg mit Pokal 05/2011

Das DFB-Pokalfinale 2011: Schalke gegen Duisburg

Erst zum zweiten Mal treffen die beiden benachbarten Vereine im nationalen Pokal aufeinander und es klingt nach einer klaren Angelegenheit für den Erstligisten. Schließlich hat Schalke in dieser Saison sogar in der Champions League gespielt und dort das Halbfinale erreicht. Aber der Favorit wackelt: Schalke hat die letzten sechs Pflichtspiele allesamt verloren. Nicht unbedingt die beste Voraussetzung vor dem großen Saisonfinale in Berlin, weiß auch Schalke-Trainer Ralf Rangnick. "Es wäre sicher leichter, wenn wir in den letzten Spielen erfolgreicher gewesen wären. Deswegen müssen wir versuchen, an den richtigen Stellschrauben zu drehen und die Mannschaft so vorzubereiten, dass sie in der Lage ist, das Spiel am Samstag zu gewinnen."

DFB-Pokal als Abschiedsgeschenk für Neuer?

Für Rangnick wäre es der erste Titel seiner Trainerlaufbahn, für die "Königsblauen" nach 1937,1972, 2001 und 2002 der insgesamt fünfte Pokalsieg und eine Entschädigung für eine verkorkste Bundesligasaison. Schalke hatte sogar lange gegen den Abstieg kämpfen müssen. Und als die Rettung besiegelt und im Halbfinale der Champions League dann gegen Manchester United Endstation war, da ließ sich so manch ein Spieler hängen.

Schalke-Torwart Manuel Neuer mit dem Ball in der Hand (Foto: Martin Meissner/AP/dapd)

Noch lieber als den Ball will Manuel Neuer den Pokal in den Händen halten

Gelingt es den Schalkern nun noch einmal, den Schalter umzulegen? "Wir wissen, was auf dem Spiel steht", sagt Schalke-Keeper Manuel Neuer, für den es vielleicht der letzte offizielle Auftritt im Schalke-Trikot werden könnte. Noch steht sein Vereinswechsel zur nächsten Saison im Raum. Dementiert hat er einen möglichen Transfer nicht, aber die persönliche Bedeutung des Spiels noch einmal unterstrichen: "Es wäre mein erster Titel mit Schalke. Das würde ich sicher mein Leben lang nicht vergessen."

Der Traum von Europa

"Die Chance ist groß, einen bedeutenden deutschen Titel zu gewinnen und sich auch für das nächste Jahr international zu qualifizieren", mahnt Christoph Metzelder. "Und dann wird man ein Fazit ziehen und kann den einen oder anderen Wettbewerb richtig einordnen." Manager Horst Heldt fordert den Sieg. "Duisburg hat nichts zu verlieren, wir alles."

Denn der Pokal-Gewinner darf nicht nur seinen Vereinsnamen in den Pokal gravieren lassen, sondern auch im nächsten Jahr in der Europa League antreten. Für den MSV wäre das eine Sensation. Doch die "Zebras" haben noch nie einen großen Titel gewonnen und hatten im DFB-Pokal-Finale schon dreimal das Nachsehen (1966, 1975, 1998). Ein Trauma? Wohl eher ein unerfüllter Traum, sagt MSV-Trainer Milan Sasic. "Da wir schon so weit gekommen sind, ist es nicht unrealistisch, wenn wir jetzt alle zusammen träumen."

Personalsorgen bei Duisburg

MSV-Spieler Olcay Sahan schüttet seinem Trainer Milan Sasic nach Spielende Bier über den Kopf (Foto: DeFodi.de)

Bierdusche zum Finaleinzug für MSV-Trainer Sasic (l)

Doch dem Duisburger Trainer gehen vor dem wichtigsten Saisonspiel langsam die Spieler aus: Kapitän Srdjan Baljak und Julian Koch fallen verletzt aus, Bruno Soares ist gesperrt. Außerdem sind die Einsätze von Routinier Ivica Grlic (Zerrung) und Torjäger Stefan Maierhofer (Fußbruch) noch ungewiss, auch wenn letzterer versichert: "In Berlin würde ich notfalls auch auf Händen auflaufen." Und auch Grlic ist heiß auf die Partie: "Wir haben die Riesenchance, Geschichte zu schreiben." Sasic bleibt nur der Galgenhumor. "Ich weiß selbst nicht, wer am Samstag einsatzbereit sein wird, aber wir werden elf Spieler aufbieten können."

Übrigens: Das erste (Ruhrpott-) Pokalderby gegen Schalke hat der MSV gewonnen. Und das sogar ziemlich eindeutig mit 6:0. Vielleicht zeigt ja Trainer Sasic seinen Spielern das Video von 1966. Nur das Finale sollte er ihnen vorenthalten – denn das verlor bekanntlich der MSV.

Autorin: Olivia Fritz (mit dpa, sid)
Redaktion: Joscha Weber

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