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Reise

Einmal mit dem 100er durch Berlin

Es ist Berlins wohl berühmteste Buslinie. Der 100er Bus. Auf seiner Strecke liegen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt. Eine Sightseeing-Tour für kleines Geld, Begegnungen mit echten Berlinern inclusive.

Die Buslinie 100 gilt als Geheimtipp unter Berlin-Touristen. Sie nutzen die halbstündige Fahrt vom Bahnhof Zoo zum Alexanderplatz oder andersrum, um Sehenswürdigkeiten der Stadt zu entdecken. Und das schon seit 25 Jahren. Die "100" war die erste Buslinie, die West- und Ostberlin nach der Wiedervereinigung verband. Seitdem hat sie sich zu einem Touristen-Magneten entwickelt.

Deutschland Berlin Buslinie 100

Billiger geht's nicht: Stadtrundfahrt für 2,70 Euro

Stadtrundfahrt für Sparfüchse

Sobald der Busfahrer die Türen des gelben Doppeldeckers öffnet, drängen die Fahrgäste hinein - und an ihm vorbei die Treppe hoch auf das Oberdeck. Kopf einziehen, schnell einen Platz suchen und rechts rausgucken - sonst hat man schon die Gedächtniskirche verpasst. "Der Bus ist ständig voll", sagt Busfahrer Auguste Ferber. Es spreche sich herum, dass es hier für wenig Geld das gleiche gebe wie auf Stadtrundfahrten, nur halt ohne Kommentar.

Für aktuell 2,70 Euro geht es einmal durch Berlin: Rechts und links der Tiergarten. Einige Fahrgäste blättern in Reiseführern. Durch den Kreisverkehr geht es um die Siegessäule herum. Andere informieren sich auf ihrem Smartphone darüber, was sie gerade sehen. Vorbei am Brandenburger Tor und weiter auf der Straße Unter den Linden. Wer einen Freund in Berlin hat, lässt sich von ihm erklären, was er sieht.

Andra Lucentini ist so ein Freund. Er arbeitet in Berlin. Normalerweise fahre er nicht so häufig mit dem 100er, aber heute wolle er seinen italienischen Besuchern Berlin zeigen. Zum Sightseeing sei es perfekt, diese Tour zu fahren, sagt der gebürtige Italiener. Begeistert ist auch Stefan Östblom von der bequemen Erkundungstour im Doppeldecker-Bus. Man sehe "alles von Berlin, was man sehen sollte", sagt der Tourist aus Schweden.

Deutschland Berlin Buslinie 100 - Palasthotel

25 Jahre Ost-West Shuttle - vom Alexanderplatz zum Zoo

Konkurrenz für private Anbieter

Offenbar ist nicht nur er dieser Meinung. Nach Angaben der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sind täglich rund 15.000 Fahrgäste auf der Linie unterwegs, deren Verlauf auf die Touristen zugeschnitten ist. Damit ist das öffentlich geförderte Angebot der BVG für private Anbieter von Stadtrundfahrten eine ernstzunehmende Konkurrenz. Andreas Keuchel, Geschäftsleiter von Top Tour Sightseeing, kritisiert, dass die BVG mit der Touristen-Linie über ihren Auftrag der Personenbeförderung hinaus gehe. Als direkte Konkurrenz sieht er die Linie jedoch nicht. Es sei eher eine Ergänzung zum Gesamtpaket für Touristen. "Alles was die Attraktivität von Berlin steigert, finde ich gut", sagt Keuchel.

Berlin Buslinie 100 Die Sightseeing-Linie

Omnibusse gehören seit 1927 zum Stadtbild in Berlin

Berlin wird für Touristen immer interessanter. Im vergangenen Jahr kamen nach offiziellen Angaben rund 11,9 Millionen Gäste - Tendenz steigend. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass sich dieser Trend fortsetzt, zumindest wenn man Klaus Wiegmann fragt. Der Tourist aus Gifhorn in Niedersachsen sitzt im Oberdeck des Busses und will zur Baustelle des Schlosses. Er meint: "Berlin wird immer schöner".