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Fußball

Einmal kurz nicht aufgepasst

Mainz schafft dank Aristide Bancé die Pokalüberraschung gegen Schalke und zieht erstmals ins Halbfinale ein. Die blau-weiße Krise des FC Schalke geht dagegen weiter.

Aristide Bancé

Torschütze des Tages, Aristide Bancé

Man hätte auf Schalke vorher wissen können, dass der Mainzer Aristide Bancé ein Stürmer ist, den man nie aus den Augen lassen darf. Bis auf einen kurzen Moment in der 88. Spielminute gelang dies ganz gut, doch ein Stellungsfehler von Innenverteidiger Marcelo Bordon reichte Bancé für das entscheidende 1:0. "Weltklasse! Wir sind im Halbfinale", sagte der Mainzer Trainer, Jörn Andersen, überglücklich, bremste aber gleichzeitig. "Heute werden wir feiern, aber uns ab morgen wieder auf die Meisterschaft konzentrieren." Mit dem Sieg ist Mainz zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte der Einzug ins Pokal-Halbfinale geglückt.

Schalke auf dem Bruchweg

Fred Rutten

Fred Rutten kann wieder kein gutes Ergebnis vorweisen

Für Schalke dagegen war der DFB-Pokal so etwas wie der letzte Strohhalm, um doch noch den Sprung ins internationale Geschäft zu schaffen. Davon muss in Anbetracht des Rückstandes in der Liga nun wohl Abstand genommen werden. "Wir haben einen Fehler gemacht und der ist bestraft worden", sagte Schalkes Verteidiger Heiko Westermann nach der Niederlage im Stadion am Bruchweg. "Ich bin einfach nur enttäuscht." Die im Untergrund schwelende Krise auf Schalke hat mit dem Pokal-Aus neue Nahrung bekommen. Schaffen Trainer Fred Rutten und Manager Andreas Müller mit ihrer Mannschaft den Einzug in den Europapokal über die Liga nicht, wird es in der kommenden Saison wohl mindestens zwei neue Gesichter auf Schalke geben.

Beiderseits wenig Selbstvertrauen

Patrick Helmes

Leverkusen hofft auf Tore von Patrick Helmes

Am Mittwoch stehen gleich drei Partien auf dem Programm, und zwei davon könnten kaum hochkarätiger besetzt sein. Bayer 04 Leverkusen erwartet den FC Bayern München. Der Tabellen-Sechste der 1. Liga empfängt den Ranglisten-Fünften, doch beide stecken im Moment in einer Krise. Nach dem Hurra-Fußball der Hinrunde ist die Werkself mittlerweile ein wenig ins Stocken geraten. Nach der Niederlage in Hannover am Wochenende redet sich Bayer-Keeper Rene Adler den Frust von der Seele: "Es ist bei uns eigentlich fünf vor zwölf. Wir müssen jetzt kühlen Kopf bewahren. Wir wissen um unsere Fähigkeiten, sind selbstbewusst und lassen uns nicht verrückt machen. Aber trotzdem sollte man kritisch miteinander umgehen." Vielleicht sei ein ehrliches Gespräch innerhalb der Mannschaft angebracht, betont Adler.

Kaum weniger enttäuscht ist man beim deutschen Rekordmeister, und das nicht erst seit dem mageren 0:0 am Sonntag in Bremen. Nur im Schönreden, da sind die Bayern einfach besser als alle Anderen. Trainer Jürgen Klinsmann: "Wir wissen natürlich, dass wir jetzt nachlegen müssen, um uns hoch zu ziehen. Und wir wissen auch, dass es für uns keine einfache Aufgabe ist, die drei Wettbewerbe so zu jonglieren, dass alle erfolgreich sind." Aber das gehöre mit zum FC Bayern und dem stelle man sich. Er sei recht zuversichtlich, ergänzt Klinsmann, "dass wir das auch packen." Wie immer also: Psychologie ist die Philosophie des ehemaligen Bundestrainers. Leverkusen gegen Bayern: Wirklich favorisiert ist in der Düsseldorfer Arena keiner der beiden.

Zweites Nordderby innerhalb von vier Tagen

Torsten Frings

Torsten Frings übt sich in Zurückhaltung

Da gibt es eher schon in der Begegnung zwischen dem VfL Wolfsburg und Werder Bremen einen Favoriten. Die Wölfe gehen nach dem klaren und überraschenden Auswärtssieg in Hamburg mit breiter Brust in das Nordderby. Das Ziel sei klar, meint dann auch Mittelfeld-Akteur Christian Gentner: "Wir wollen Bremen schlagen, weil eben jeder gerne ins Pokal-Finale nach Berlin möchte."

Und nicht nur wegen der heimischen Kulisse hat der VfL vor dem Pokal-Schlager die besseren Karten, sondern auch weil der Gegner von der Weser vom Verletzungspech verfolgt wird. Nach dem angeschlagenen Stammtorhüter Tim Wiese hat es nun auch Christian Vander erwischt. Der Ersatzkeeper zog sich in der Partie gegen die Bayern einen Muskelfaserriss zu und fällt aus. So wirkt Bremens Nationalspieler Torsten Frings auch nicht gerade euphorisch: "Das ist eine wichtige Partie. Wolfsburg ist ein starker Gegner und zugleich Favorit. Wir versuchen, ein gutes Spiel zu machen und zu überzeugen.“ Und wenn man das schaffe, dann könne man dort auch gewinnen, zeigt sich Frings dann doch noch zuversichtlich. Pokal-Viertelfinale und auch noch ein Nordderby: Die Zuschauer werden auf ihre Kosten kommen.

Ganz oben gegen ganz unten

Martin Jol

HSV-Coach Martin Jol hofft auf den Charakter seiner Spieler

Etwas ruhiger geht es da wohl in Hamburg bei der Partie zwischen dem HSV und dem SV Wehen Wiesbaden zu. Hier ist der Favorit schnell ausgemacht - alles andere als ein Sieg der Hansestädter wäre eine faustdicke Überraschung. Zwar kämpfen die Hamburger immer noch mit den Nachwirkungen vom Wochenende, schließlich gilt es die bittere Heimniederlage gegen Wolfsburg zu verdauen, doch gegen den Tabellen-Letzten der 2. Liga sollte ein klarer Erfolg machbar sein. HSV-Coach Martin Jol ist da auch optimistisch: "Ich glaube, dass wir Charakter genug haben, um uns wieder aufzurichten."

Und auch dessen niederländischer Landsmann, Abwehrrecke Joris Mathijsen, weiß, worauf es ankommt: "Jetzt ist das Spiel gegen Wehen das Wichtigste. Und es ist eigentlich der kürzeste Weg zum Erfolg." Am Mittwoch sei man wieder da, gibt sich Mathijsen kämpferisch. Die Parole gilt also: Bundesligapleite abhaken und den Weg nach Berlin fortsetzen. Das aber wollen alle acht verbliebenen Mannschaften, und genau deswegen ist der Pokal so spannend.

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